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Kryptowährung Bitcoin: stromfressende Kursrakete?

09.11.2017, 14:09  |  20045   |   |   

Der Bitcoin-Kurs steigt und steigt. Gleichzeitig nimmt aber auch der Stromverbrauch zu. Die Kryptowährung verbraucht jährlich soviel Strom wie ein ganzes Land, der Oman. Sind Kryptowährungen eine Umweltsünde?

Der Kurs der Digitalwährung Bitcoin steigt in astronomische Höhen. Im April 2012 kostete ein Bitcoin weniger als 5 US-Dollar. Heute sind es mehr als 7.200 Dollar (09.11.2017, 10:07:35 Uhr, SmartTrade). Dies entspricht einem Anstieg von 143.900 Prozent in fünfeinhalb Jahren! Der Langzeitchart verdeutlicht dieses enorme Wachstum:

Bitcoin

Während sich Anleger über immer größere Renditen freuen, gibt es jedoch ein Problem: Bitcoin-Transaktionen kosten Strom, sehr viel Strom. Denn für die digitale Geldschöpfung und Transaktionen von Kryptowährungen werden gigantische Rechenzentren gebraucht. Eine einzige Bitcoin-Transaktion benötigt in etwa soviel Strom wie eine energiesparende Spülmaschine im Jahr ca. 245 Kilowattstunden. Der hohe Stromverbrauch der Kryptowährungen ist nicht nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein ökonomisches. Denn eine Bitcoin-Transaktion würde in Deutschland umgerechnet rund 70 Euro Strom kosten, so die FAZ.

Das Problem wird sich weiter verschärfen, denn je mehr Transaktionen getätigt werden, um so höher wird der Stromverbrauch. Aktuell schätzt Digiconomist den voraussichtlichen jährlichen Stromverbrauch von Bitcoin auf 26.05 Terawattstunden ( 26.050.000.000 Kilowattstunden). Soviel Strom verbraucht der gesamte Oman im Jahr. Der Bitcoin Energy Consumption Index zeigt den wachsenden Stromverbrauch von Bitcoin:


Quelle: digiconomist.net/bitcoin-energy-consumption

Das Problem des hohen Energieverbrauchs von Bitcoin ist schon seit längerem bekannt. Schon vor einigen Jahren hatten Journalisten und Wissenschaftler darauf aufmerksam gemacht. Erste Unternehmen reagieren deshalb bereits und bieten Öko Krypto-Mining an. Beispielsweise will das österreichische Start-up HydroMiner ökologisch und ökonomisch nachhaltiges Mining von Kryptowährungen realisieren. Per Fremdfinanzierung sollen Stromkapazitäten von Wasserkraftwerken und Mining-Anlagen für umgerechnet 65-Millionen Euro gekauft werden (siehe HIER). Da die meisten Rechenzentren in China stehen, werden die meisten Krypto-Minen jedoch weiterhin mit Kohlestrom betrieben.

Befürworter von Kryptowährungen werden entgegnen, dass auch Geldscheine, Münzen, EC-Kartenzahlungen und Überweisungen viel Strom verbrauchen. Das stimmt, allerdings werden sie auch wirklich zum Bezahlen von Gütern und Dienstleistungen eingesetzt. Bei Kryptowährungen ist dies bisher kaum der Fall. Izabella Kaminska in der Financial Times: „Als ich vor Kurzem in einem Raum von 50 Studenten die Frage stellte, wer schon von Bitcoin gehört habe, hoben fast alle ihre Hand. Als ich fragte, wer schon Bitcoins gekauft habe, hoben etwa ein Drittel ihre Hand. Als ich aber fragte, wer Bitcoin zum Kaufen von Dingen verwendet hab, hob nur einer seine Hand.“

Fazit: Je höher der Bitcoin-Kurs steigt, umso mehr Strom wird verbraucht. Dies ist ein Problem für die Umwelt. Bisher bleibt der volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzen von Kryptowährungen eher begrenzt. Vielleicht wird sich dies aber in Zukunft ändern.

Quellen:
digiconomist.net/bitcoin-energy-consumption
FAZ: „Eine Bitcoin-Transaktion kostet 30 Euro Strom“
Financial Times: „The environmental costs of bitcoin are not worth the candle“
bosch-home.com : „SMS46MW03E“

Wertpapier
Bitcoin


4 Kommentare

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Kommentare

Jede Zentralbank erzeugt Geld und das in auch nicht so Knappen Mengen. Auch die ganz normalen Banken "erzeugen" Geld mit jeder Kredit Vergabe. Doch bei Kryptowährungen steht auch ein System dahinter, was begrenzt ist. Dazu habe ich neulich ein Buch gelesen wie man sich eine geeignete für sich selber raus sucht zum Investieren (goo.gl/zHvhDJ)
"weil Geld wird nicht einfach so kreiert und praktisch mühelos verschenkt."

:laugh:


Befasse dich erst einmal mit dem monetären Geldsystem...;)

FIAT-Geld WIRD einfach so kreiert....auf Knopfdruck der Zentralbanken.
... und ist oft einem Trugschluss aufgesessen.

Weniger oder einfach nicht denken kann manchmal auch ganz erholsam sein.

Dann muss man nicht unbedingt Kryptowährungen, Grafikkarten, Öl- und Erdgas, Nanometer, Silicon Valley, Cores, Passagiermaschinen, Konvertierung, Ausbildung, China, Handelsbilanzüberschüsse, das Empire State Building und zu guter Letzt die Sezessionskriege in einen Topf werfen, um das ganze sinnfrei gerührte Zeugs als unüberschaubaren Brei in die Welt zu schütten.

Ich denke, weniger ist oft mehr. Wenn‘s nicht für alles reicht dass man selber überschauen kann, dann einfach beim Kleinsten bleiben: Diabolo 2. Eine gut überschaubare Umgebung für realitätsferne Realisten.
Na das auch noch?! Ich dachte die Preise für die (damaligen) aktuellsten bzw. 2. aktuellsten ATI Grafikkarten seien so hoch, weil "Kryptowährungen/Bitcoin etc" (habe mich nie weiter damit befasst und will es nicht, wo 143.900% Geld mal eben so "entsteht", das müsste jedem Depp klar sein, dass es früher oder später ein böses Ende gibt... weil Geld wird nicht einfach so kreiert und praktisch mühelos verschenkt. Es geht gut, so lange die Leute an das System glauben, ihr Kapital "arbeiten" lassen etc... nehmen wir jedoch an so ein paar Multi-Millionäre die einst 5 bis 100€ investiert haben würden in einem kleinem Landkreis in einem Land wie Dänemark mal so richtig einkaufen... oder in London würden von mir aus 15.000 Personen sich mal eben 10 Millionen Pfund auszahlen lassen (oder wie das geht) und diese ausgeben... die Folgen wären katastrophal und wir wären schnell bei einer Hyperinflation wenn jeder Geld ohne Ende hat....

Ist das mit den Karten denn dann wahr?! Verbrauchen die Rechenzentren die Karten? und wieso Karten? War es nur ein Schreibfehler und statt "GPU" waren AMD (inzwischen ist Radeon ja wieder im Namen enthalten, wurde ja in der 5000er Serie nach der ATI-Übernahme durch AMD entfernt, aber unter Radeon waren die Karten noch sehr gut Preis/Leistung usw),

sind es doch eher die günstigeren FX-xyz bzw. jetzt die günstigen Ryzen CPU's? GPU und CPU - da kann sich jemand schnell vertippen.

Die Radeon RX 480(X?) und die seinerzeit nagelneue Radeon RX 580X, kurz nach dem Release jedoch sogar alle RX 570, egal ob X oder nicht oder sonstwas... Preis/Leistung ist eben gut auf einem gewissem Niveau?! Wird der Quark bald enden und die GPU (Grafikkarten) und CPU-Preise werden sich normalisieren?!

Zum Rest... der Ölpreis ist auf einem bald 3 Jahreshoch.... Erdgas sind oft 30-Jahresverträge welche die BRD schon traditionell immer mit der Sowjetunion und später Russland abschloss, nur die Öl-Bindungspreise für das Erdgas wurden geändert, früher zog der Gaspreis direkt nach.

Darf man abgesehen vom leider sehr schwachem €uro und der USD-Bindung an Hardware (welche wirklich blöd ist, zu mal nur die ultraleichten Teile in 14 nanometer und weniger EVTL im Silicon Valley hergestellt werden, das sind winzige Mengen wo selbst Millionen Platinen für eine i-9 (oder bald i-10 mit wohl bis zu 28 Cores bzw. 14 Cores und 28 Threats) gebaut werden und AMD ist ja eh immer günstiger und baut eh was geht denke ich mal in Asien, weil der Transport der Platinen kann locker über normale Luftfracht in Passagiermaschinen abgewickelt werden, jedoch andere eher nicht.... Ich hoffe mal, sonst ist bald kein Geld außer vlt. dem Yuan (der ist ja nicht frei konvertierbar? Zu meiner Ausbildung 2011 war er nur bedingt konvertierbar für Privatpersonen und ausländische (= nichts staatseigene Unternehmen), die riesigen 2 bzw. 3 Ölkonzerne Chinas tauschen natürlich nach Belieben ebenso wie andere, aber der Bürger konnte nur gewisse Mengen unter nervigen Auflagen und zu seinem Nachteil tauschen..... die Chinesen sammelten zu der Zeit noch die USD aus ihren Handelsbilanzüberschüssen.... wenn das alles wegbricht ist es in etwa wie 1929... damals sind die Leute bekanntlich nicht selten aus dem Empire State Building in den Freitod gesprungen und danach gab es die größte Arbeitslosenwelle der USA wohl seit mind. Beginn des Sezessionskrieges 1861, eher früher noch........

Habe sowas bei Spielen erlebt, ein Bug bei Diablo 2 erlaubte "Dupes" (Duplikate) und jeder war plötzlich jemand und musste evtl. kurz vor Ankauf aller möglichen Dinge (zum Dupen halt) "kurz weg", um die Hauptwährung zu Dupen...... naja damit waren alle Preise im Ars....

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