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ETF Securities – Wöchentlicher Markt- und Flowbericht Neuerliche Risikoerholung nach Einigung der EU in der Migrationspolitik

Nachrichtenquelle: ETF Securities
04.07.2018, 11:42  |  822   |   |   
  • Die Zuflüsse in Gold-ETPs erholten sich, da die Schnäppchenjäger die niedrigen Preise für Käufe zu nutzen schienen
  • Angesichts der Handelskriege kam es bei Industriemetallkorb-ETPs die zweite Woche in Folge zu Abflüssen
  • Long-Yen-Short-EUR-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen, da die führenden EU-Politiker eine Einigung in der Migrationsfrage erzielten

 

Die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78) in Höhe von 73,3 Mio. USD kehrten die Abflüsse der vergangenen beiden Wochen um, da die Schnäppchenjäger die niedrigen Preise für Käufe zu nutzen schienen. Die Goldpreise beendeten das zweite Quartal bei 1252,60 USD/oz. und damit auf dem niedrigsten Stand seit beinahe sechs Monaten. Trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen, der Handelskriege und der Korrektur an den globalen Aktienmärkten war Gold, das aus historischer Sicht für seinen Status als sicherer Hafen bekannt ist, nicht in der Lage, von der Risikoaversion zu profitieren. Dies ist insofern logisch, als Gold seit jeher als langfristige Absicherung anstatt eines vorübergehenden sicheren Hafens für kurzfristige Marktvolatilität angesehen wird. Eine anhaltende und langfristige Korrektur an den Aktienmärkten würde sich vermutlich günstig auf die Goldpreise auswirken. Bislang war in diesem Jahr der starke US-Dollar infolge des von steigenden Zinsen geprägten Umfelds in den USA für den Großteil der Schwäche bei Gold verantwortlich, was der antizyklischen Beziehung der Währung zum Edelmetall geschuldet ist. Die Stimmung in Bezug auf Gold fällt weiter äußerst verhalten aus, wenngleich die Zuflüsse in der vergangenen Woche nahelegen, dass sich die Anleger für eine Wende bei den Goldpreisen positionieren.

Aus Rohöl-ETPs (A1N49P) wurde mit 21 Mio. USD die zweite Woche in Folge Kapital abgezogen, was auf Gewinnmitnahmen infolge der höheren Ölpreise hindeutet. Die Ölpreise legten in der vergangenen Woche aufgrund weiterer Angebotsausfälle, rückläufiger US-Lagerbestände und der Berichte, die Regierung Trump wolle bis zum 4. November alle Rohölimporte aus dem Iran einstellen, deutlich zu. Hauptgründe für den unerwartet starken Rückgang der US-Rohölbestände, der sich laut US Department of Energy auf 9,9 Mio. Barrel in der vergangenen Woche belief, waren die Rohölförderung in Rekordhöhe sowie der deutliche Anstieg der US-Rohölexporte. Die Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI verringerte sich weiter von 10 USD auf 5 USD pro Barrel, was auf die aktuellen Produktionsausfälle einer Ölfördereinrichtung in der kanadischen Provinz Alberta zurückzuführen ist. Die Anlage verfügt über eine Produktionskapazität von beinahe 350.000 Barrel pro Tag und wird voraussichtlich bis Ende Juli außer Betrieb bleiben, sodass weniger Rohöl aus Kanada die USA erreicht. Da die rückläufige Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI US-Exporte weniger attraktiv macht, dürften die US-Rohölbestände in den kommenden Monaten erhöht bleiben.

Bei Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) kam es mit 38,9 Mio. USD die zweite Woche infolge zu Rücknahmen, da die anhaltenden Handelsspannungen die Stimmung belasten. Die Industriemetallpreise waren angesichts der fortwährenden Handelskriege Schwankungen unterworfen. Die Regierung Trump kündigte an, ihr Vorhaben, chinesische Investitionen in den USA einschränken zu wollen, voranzutreiben, dabei aber von den strengsten Maßnahmen abzusehen. Gleichzeitig kam es bei Kupfer-ETPs (A0KRJU) die dritte Woche in Folge zu Abflüssen, die mit 31,8 Mio. USD so hoch ausfielen wie seit 39 Wochen nicht mehr.

Long-Yen-Short-EUR-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen (9,1 Mio. USD), nachdem die führenden EU-Politiker beim EU-Gipfeltreffen eine Einigung in der Migrationsfrage erzielten. Infolge der viel beachteten Einigung gab der Yen um 0,94 Prozent gegenüber dem Euro nach, sodass die Zuflüsse in Long-Yen-Short-EUR-ETPs allem Anschein nach Schnäppchenjägern geschuldet sind.

Die Abflüsse aus US-Dollar-ETPs erreichten mit 15,9 Mio. USD den höchsten Stand seit 20 Wochen.

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