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Forex-Report Klartext zur Fed – OECD kritisch beleuchtet – EZB-Ratssitzung im Fokus

Gastautor: Folker Hellmeyer
07.03.2019, 10:09  |  1636   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1305 (07:27 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1286 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 111.75. In der Folge notiert EUR-JPY bei 126.35. EUR-CHF oszilliert bei 1.1355.

Das so genannte „Beige Book“ der Federal Reserve lieferte gestern einmal mehr den üblichen positiven Grundton, ohne auf strukturelle Schwächen der US-Wirtschaft auch nur in zartester Form einzugehen. „Chapeau!“

Die US-Wirtschaft befände sich trotz des Handelskonflikts mit China und des temporären „Shutdowns“ weiter im Wachstumsmodus. Das Tempo sei in 10 von 12 Fed-Distrikten leicht bis moderat ausgefallen. In Philadelphia und St. Louis hätte die Konjunktur stagniert. Wir nehmen diese Sichtweise zur Kenntnis.

Die weitere Meldung der US-Notenbank macht jedoch stutzig. Die Fed lockert Bankenstresstests für US-Institute. Ab 2019 müssen sich US-Banken dem qualitativen Test nicht mehr unterziehen. Dort werden das Risikomanagement und das operative Geschäft geprüft. Die Lockerung gilt nicht für fünf ausländische Banken (Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays und TD Bank).

In einer Phase, in der sich die Dynamik der US-Konjunktur abschwächt, und die strukturellen Verschuldungsprobleme über die gesamte Volkswirtschaft so ausgeprägt sind wie seit der Finanzkrise 2008/2009 nicht mehr, während die Handelskonflikte der US-Administration die Investitionsbedingungen in den USA verschlechtern, will man bei US-Instituten auf qualitative Stresstests verzichten?

War die Ursache der letzten Finanzkrise ausgehend von den USA nicht ein qualitatives Problem (u.a. MBS), das dann in der ausgeprägten Quantität die bekannten Folgen für die USA und den Rest der Welt mit sich brachte?

Die Nichtanerkennung der strukturellen Problemlage der USA gekoppelt mit dem Verzicht auf qualitative Stresstests für nur US-Banken hat Charaktermerkmale des „Pfeifens im Walde“! „Food for thought!“

Die OECD stimmte gestern in den Chor der Konjunkturskeptiker ein:

O-Ton: „Die globale Expansion verliert angesichts erhöhter politischer Unsicherheit, anhaltender Handelsspannungen und fortgesetzter Rückgänge des Vertrauens von Unternehmen wie Verbrauchern weiter an Dynamik. Eine stärkere Abschwächung in China würde das globale Wachstum belasten und könnte das Wachstum in Europa weiter schwächen.“

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