Interview mit Michael Müller Eyemaxx Real Estate: „Eine prall gefüllte Projektpipeline“

Nachrichtenquelle: 4investors
26.02.2020, 08:30  |  1752   |   |   

In diesen Tagen gibt Eyemaxx Real Estate mittels Kapitalerhöhung bis zu 880.000 neue Aktien aus. Angeboten werden die Papiere sowohl Altinvestoren als auch neuen Interessenten. Die Papiere kosten je 9,00 Euro, sie können noch bis Anfang März gezeichnet werden.

Eyemaxx-Vorstand Michael Müller erläutert im Gespräch mit unserer Redaktion, wie er das frische Kapital einsetzen möchte. Letztlich soll so die Rendite gesteigert werden. Müller erklärt zudem die Situation in Serbien und spricht über die kommenden Pläne seiner Gesellschaft. Auch zum Thema Dividende äußert sich Müller ausführlich.

Sie führen derzeit eine Kapitalerhöhung durch. Werden sie selber zeichnen? Und welches Feedback haben Sie von anderen großen Aktionären bzw. Investoren bisher erhalten?

Müller: Klar ist bereits jetzt, dass ich teilweise auf mein Bezugsrecht verzichte. Somit habe ich das Bezugsverhältnis von 6:1 erst ermöglicht, zu dem die bestehenden Aktionäre neue Aktien beziehen können. Auch gebe ich anderen Aktionären, die zeichnen wollen, somit den Vortritt. Die Gespräche mit Investoren laufen gerade und wir haben bereits positives Feedback erhalten. Details werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

Was soll mit dem frischen Geld aus der Kapitalerhöhung geschehen?

Müller: Die Mittel aus der Kapitalerhöhung wollen wir zusätzlich zu unserer starken Innenfinanzierungskraft nutzen, um Immobilienprojekte umzusetzen und unser Bestandsportfolio weiter auszubauen. Ausgewählte selbstentwickelte Immobilien wollen wir in unseren Bestand übernehmen und Projektentwicklungen künftig nicht mehr im Rahmen von Forward Sales, sondern erst nach Fertigstellung veräußern, um höhere Renditen zu erzielen. Also wir wollen einfach flexibler agieren können, um das Unternehmenswachstum zu unterstützen – ganz im Sinne unserer Aktionäre.

Der Immobilienexperte Johann Kowar hält inzwischen rund 15 Prozent an Eyemaxx. Wie sehen Sie die Rolle ihres Großaktionärs?

Müller: Dass sich so ein renommierter und erfolgreicher Immobilieninvestor bei unserer Gesellschaft langfristig engagiert und neben mir der zweitgrößte Aktionär von Eyemaxx ist, sehen wir als Vertrauen in unsere Gesellschaft und die weiteren Perspektiven. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.

Im laufenden Jahr wird eine 2014 begebene Anleihe fällig. Wie wollen sie diese refinanzieren?

Müller: Wir haben ja bereits mit der Rückzahlung von insgesamt drei Unternehmensanleihen und zwei Wandelanleihen bewiesen, dass wir ein sehr verlässlicher Emittent sind. Und auch diese Anleihe, die im März 2020 ausläuft, werden wir selbstverständlich pünktlich zurückzahlen. Die Mittel dafür sind bereits vorhanden – wir haben unsere finanzielle Schlagkraft ja schon in den vergangenen Monaten dafür zusätzlich gestärkt.

Wo werden Sie 2020 ihre Schwerpunkte legen?

Müller: Wir verfügen ja über eine prall gefüllte Projektpipeline im Volumen von rund 900 Millionen Euro. Diese werden wir sukzessive weiter umsetzen, das steht also auch für das Jahr 2020 an. Den Fokus bei neuen Projekten legen wir auf die wachstumsstarken Immobiliensegmente Wohnen, Büros, Hotels und Serviced Apartments und sehen weitere sehr aussichtsreiche Möglichkeiten in unseren Kernmärkten Deutschland und Österreich. Darüber hinaus wollen wir auch das Bestandsportfolio weiter stärken, um neben den Entwicklerrenditen den laufenden Cashflow aus Mieteinnahmen zu erhöhen.

Und wie ist der erste Ausblick auf 2020?

Müller: Wir veröffentlichen ja erst am 28. Februar den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2018/2019, das am 31. Oktober 2019 endete und werden dann auch eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr geben. Ich kann aber bereits sagen, dass wir für die künftige Geschäftsentwicklung weiterhin optimistisch sind – wegen unserer vorhandenen Projektpipeline, der sehr guten Perspektiven, unserer langjährigen Erfahrung, dem Fokus auf wachstumsstarke und stabile Immobilienmärkte und aufgrund unseres ausgewogenen Geschäftsmodells mit der Kombination von der Projektentwicklung und der Bestandshaltung.

In Serbien ist beim Verkauf von Lagerhallen offenbar nicht alles ganz glatt gelaufen. Was ist dort passiert, dass es zu einer Ergebnisbelastung gekommen ist?

Müller: Zu dem einmaligen negativen Ergebniseffekt ist es gekommen, weil sich die Marktsituation geändert hat. Das heißt, durch den Markteintritt des größten Logistikflächenanbieters in der Region CEE/SEE kam es dort zu einer generellen Reduktion der Mietpreise, das wiederum führte zu negativen Verkehrswert-Gutachten, gemäß IFRS. Das mussten wir natürlich umgehend auch in unseren Büchern abbilden und kommunizieren. Diese Entwicklung bestätigt uns aber darin, das Engagement in Serbien mit dem unmittelbar bevorstehenden Verkauf der Liegenschaft dort zu beenden und den weiteren Fokus auf die stabilen Märkte Deutschland und Österreich zu legen. Wir erwarten übrigens auch weiterhin einen sehr positiven Liquiditätseffekt aus dieser Veräußerung in Serbien, was wir dann für unser weiteres Wachstum verwenden können.

Dennoch wollen Sie die Dividende weiter erhöhen?! In welche Richtung soll es gehen?

Müller: Dass ich der Hauptversammlung die Ausschüttung einer höheren Dividende als die Jahre davor vorschlagen werde, steht außer Frage. Dabei bleibe ich. Dem offiziellen Dividendenvorschlag möchte ich aber an dieser Stelle nicht vorweggreifen. Jedenfalls soll es mehr sein als in den Geschäftsjahren zuvor, als 0,20 Euro je Aktie als Dividende gezahlt worden sind.

2021 werden Sie mehrere große Projekte abschließen. Das setzt Kapazitäten frei. In welche Richtung sollen diese genutzt werden?

Müller: Wir werden bis 2021 die beiden Großprojekte Postquadrat Mannheim und Sonnenhöfe in Berlin Schönefeld abgeschlossen haben und haben weitere große Projektentwicklungen in der Pipeline, die wir erst nach 2021 abschließen werden, wie das MAIN GATE EAST auf der Hafeninsel in Offenbach. Das rund 70 Meter hohe Bürohochhaus mit einer Nutzfläche von 14.100 m² werden wir bis zum Jahresende 2022 fertigstellen. Ein weiteres Beispiel ist das Atrium in Bamberg mit einer vermietbaren Fläche von rund 22.900 m², das wir derzeit umfassend revitalisieren und nach Fertigstellung in 2022 in unseren Bestand übernehmen. Natürlich werden wir auch künftig neue Projektentwicklungen starten, mit Schwerpunkt auf das Wohnsegment in Deutschland und Österreich sowie auf die Bereiche Büros, Hotels und Serviced Apartments, um das vorhandene exzellente Marktpotenzial zu nutzen.

Legen Sie künftig mehr Wert auf das Bestands- oder auf das Projektgeschäft?

Müller: Das Projektentwicklergeschäft wird zwar immer ein stärkeres Gewicht haben, aber Bestandsimmobilien stellen eine zweite wichtige Säule unseres Geschäftsmodells dar, die wir künftig weiter stärken werden. Die Verzahnung von Projektentwicklung und Bestandshaltung, wie beim Atrium in Bamberg, hat quasi für uns Modellcharakter. Wir sind ja Spezialist für die Entwicklung von modernen Immobilien und können das auch für den Ausbau unseres eigenen Bestands nutzen. Neben den Entwicklerrenditen sind höhere Mieteinnahmen eine schöne Sache.

Ist die Fertigstellung von Projekten aufgrund des Fachkräftemangels ein Problem?

Müller: Diese Entwicklung muss man natürlich gerade in der Projektentwicklung berücksichtigen. Und gerade deshalb arbeiten wir bereits seit langem mit verlässlichen und erfahrenen Partnern zusammen. Zum Beispiel in Schönefeld haben wir einen renommierten Generalunternehmer unter Vertrag, der sich um das optimale Zusammenspiel der verschiedenen Gewerke kümmert.

Die Aktien von Eyemaxx sind im direct market plus der Wiener Börse gelistet. Welche Vorteile bringt dieses recht neue Engagement?

Müller: Wir haben dadurch ganz klar unsere Sichtbarkeit bei Investoren in Österreich erhöht. Österreich ist ja ein Kernmarkt von uns und das Börsenlisting lag auch deshalb nahe, weil wir unser operatives Geschäft aus Leopoldsdorf bei Wien koordinieren.

Dieses Interview ist eine Kooperation von wallstreet-online mit der Redaktion von www.4investors.de.

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