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Nikkei Wieder auf Erholungskurs?

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06.04.2011, 09:22  |  825   |   
Die Aktienmärkte haben den Schock durch die Katastrophe in Japan offenbar verdaut. Obwohl zuletzt zu hören war, dass es möglicherweise noch Monate dauern wird, bis sich die Lage im Atomkraftwerk Fukushima endgültig normalisiert, scheint dies am Parkett momentan niemanden mehr zu interessieren.
Auch in Japan selbst sind die Aktienkurse wieder auf Erholungskurs. So hat sich der Nikkei-Index von seinem jüngsten Korrekturtief bereits wieder um nahezu 20% entfernt.

Wie hoch die Schäden durch die Folgen des Erdbebens wirklich ausfallen werden, ist derzeit kaum seriös zu prognostizieren. Die Weltbank gibt in einer aktuellen Konjunkturanalyse die Schadensschätzung mit 122 bis 235 Mrd. US-Dollar an. Allerdings räumt die Weltbank auch ein, es sei noch zu früh, die Folgen durch die schwer beschädigten Atomkraftwerke und die mögliche radioaktive Verseuchung abzuschätzen.

Kurzfristig wird die Katastrophe die japanische Wirtschaft auf jeden Fall zurückwerfen. Die Weltbank erwartet, dass das Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte um 0,5% zurückgehen wird, geht gleichzeitig aber davon aus, dass es mit dem Wiederaufbau in den darauf folgenden Quartalen wieder zunehmen wird. Insgesamt werde der Wiederaufbau rund fünf Jahre dauern.

Die japanische Wirtschaft werde sich durch den Kraftakt zum Wiederaufbau aber relativ schnell erholen, meint der Weltbank-Chefökonom Vikram Nehru. Dafür spreche auch die Erfahrung nach dem Erdbeben im japanischen Kobe 1995. Auf lange Sicht könnte es somit – ähnlich wie bei einem Konjunkturprogramm – zu positiven Effekten beim Wirtschaftswachstum kommen. Eine solche Entwicklung stellte sich auch im Anschluss an das schwere Erdbeben in Kobe ein. Ökonomen sprechen seitdem vom „Kobe-Effekt“.

Charttechnisch scheint der Nikkei weiterhin angeschlagen. Bereits vor der jüngsten Katastrophe hatte sich der japanische Leitindex schlechter entwickelt als die anderen großen Börsenbarometer. Am 4. April 2006 notierte der Nikkei bei 17.293 Zählern, am 4. April 2007 lag er bei 17.544 Punkten, nachdem er im März 2007 zwischenzeitlich auf ein Hoch bei 18.300 Zählern geklettert war. Ein Jahr später, am 4. April 2008, lag er bei 13.293 Stellen. Im Zuge der Krise ging es in der Folge weiter bergab. Dabei wurde im Oktober 2008 das Tief bei 6.995 Punkten erreicht.

Am 3. April 2009 stand der Nikkei bei 8.750 Zählern und setzte seine Erholung zunächst weiter fort. Am 2. April 2010 notierte der Index wieder bei 11.286 Punkten und erreichte nur einen Tag später sein vorläufiges Hoch bei 11.408 Zählern. Nach einem nochmaligen Rückgang bis auf ein Tief bei 8.796 Punkten Anfang September 2010 kletterte der Nikkei bis Mitte Februar wieder bis auf ein Niveau von 10.892 Zählern, bevor das Erdbeben im März einen drastischen Kursrutsch einleitete.

Dem Fall bis auf einen Tiefstand bei 8.227 Stellen Mitte März folgte in den vergangenen Wochen eine kräftige Kurserholung, in deren Verlauf der Nikkei zuletzt bis auf ein Hoch bei 9.822 Punkten kletterte. Gelingt nun die Rückkehr über die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 9.828 Zählern verläuft, könnte dies aus charttechnischer Sicht eine weitere Aufwärtsbewegung bis in die Region zwischen 10.400 und 10.600 Zählern nach sich ziehen. Anleger, die weiter steigende Notierungen erwarten, könnten darauf mit dem Wave-Call der Deutschen Bank (WKN DB2B36) spekulieren. Der Hebel dieses Papiers liegt derzeit bei 3,58, das Stop-Loss-Niveau bei aktuell 7.190 Punkten.

Dreht der Nikkei hingegen an dem gleitenden Durchschnitt nach unten ab, könnte dies charttechnisch betrachtet eine erneute Abwärtsbewegung auslösen. Eine erste solide Unterstützung könnte für diesen Fall der Bereich um 9.300 Zähler darstellen. Anleger, die mit einem Rückgang rechnen, könnten auf dieses Szenario mit dem Wave-Put der Deutschen Bank (WKN DB29LH) setzen. Der Hebel beläuft sich hier aktuell auf 3,15, das Stop-Loss-Niveau liegt derzeit bei 12.240 Indexpunkten.

Bei beiden genannten Wertpapieren sind Anleger einem Währungsrisiko ausgesetzt.

Stand: 06.04.2011

Dieses Dokument ist eine Werbemitteilung und die enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Eine Anlage in die genannten Wertpapiere ist mit einem Totalverlustrisiko verbunden und eine Investitionsentscheidung sollte nur auf Grundlage des für die genannten Wertpapiere allein maßgeblichen Prospekts getroffen werden. Dieser kann unter www.xmarkets.de heruntergeladen oder bei der Deutsche Bank AG, CIB, GME X-markets, Große Gallusstraße 10-14, 60311 Frankfurt, kostenfrei angefordert werden.
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Disclaimer

Gastautor

Christian-Hendrik Knappe
Produktexperte X-markets, Deutsche Bank AG

Der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftler ist als Produktexperte von X-markets, Deutsche Bank mitverantwortlich für die Produktpalette und den Vertrieb von Hebelprodukten und Anlagezertifikaten. Er schreibt Kolumnen für verschiedene Finanzportale und vertritt die Deutsche Bank bei diversen Finanzmessen und Börsentagen. Seine berufliche Laufbahn startete er 1999 bei der Börse in Stuttgart als Händler. Seit 2007 gehört Knappe zum X-markets-Team der Deutschen Bank.

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