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Marktüberblick Trump zieht US-Indizes auf neues Rekordhoch!

13.02.2017, 13:30  |  556   |   |   

Die US-Indizes setzten auch in der vergangenen Handelswoche ihre Rekordjagd fort und markierten neue Allzeithochs. Damit wird auch die zuletzt etwas ins Stocken geratene „Trump-Rally“ fortgesetzt. Eine große Rolle spielte dabei Trump selber, als er am Donnerstag vor den Managern der US-Fluggesellschaften eine Erklärung zur künftigen US-Steuerpolitik in Aussicht stellte. Die Märkte reagierten am Donnerstag positiv auf die Ankündigung und legten deutlich zu. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt wirkten sich ebenfalls stützend auf die Notierungen an den US-Aktienmärkten aus und bescherten Anlegern damit neue Allzeithochs.


Marktsituation S&P 500 – 13. Februar 2017

Der neue US-Präsident Donald Trump hat im Vorfeld und nach der Wahl eine hohe Erwartungshaltung geweckt und umfassende Reformen im Bereich der Steuer-, Handels- und Wirtschaftspolitik angekündigt. Fakten blieb er bislang allerdings schuldig. Lediglich in Sachen Mauerbau und Außenhandel wurde Donald Trump tätig und erweckte dabei nicht den Eindruck, gezielt und besonnen seine Pläne umzusetzen. An den US-Aktienmärkten machten sich daher in der Vorwoche einige Zweifel bezüglich der Umsetzung der angekündigten Reformen breit. Mit der Auflockerung der Bankenregulierung verhalf der neue US-Präsident aber dem ersten Sektor zu ordentlichen Kursgewinnen.

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Am vergangenen Donnerstag machte sich dann auch am Gesamtmarkt wieder Optimismus breit, da Donald Trump in einem Gespräch mit den Topmanagern der amerikanischen Fluggesellschaften eine „phänomenale“ Steuerreform ankündigte und die Steuersenkung für amerikanische Geschäfte als „Riesending“ beschrieb. Details blieb der neue US-Präsident zwar weiterhin schuldig nannte aber zwei bis drei Wochen als Zeitfenster für seine Ankündigungen.

Die Hoffnung auf einen Wirtschaftsboom in den USA kehrte daraufhin zurück und alle drei großen US-Indizes verzeichneten im Anschluss neue Höchststände.

Daten zum US-Arbeitsmarkt passten ebenfalls ins Bild. Hier wurde eine Senkung der Anträge auf Arbeitslosenhilfe von 246.000 auf 236.000 verzeichnet. Im Vorfeld war hier noch ein leichter Anstieg auf 249.000 erwartet worden.

Im Wochenchart des S&P500 wird zudem deutlich, dass der amerikanische Leitindex (aufgrund der Breite und der Volatilität) auf der Oberseite durchaus noch über etwas Potenzial verfügt. Allerdings bleibt die Luft für weitere Anstiege aufgrund der politischen Situation weiterhin dünn. Ob das technische Potenzial auf der Oberseite bei 2.370 Punkten daher voll ausgeschöpft wird ist fraglich, da eine Korrektur weiterhin angebracht bleibt.


Unterstützungen und Widerstände:

Unterstützungen Widerstände
2.303 2.320
2.299 2.330
2.285 2.355
2.266
2.253


Ausblick für den S&P 500:

Auch im H4-Chart als kleinere Trendstufe lässt sich ein entsprechender Trendkanal konzipieren. Auch hier hat der S&P 500 bereits die obere Kanallinie angelaufen. Das heißt nicht, dass der S&P 500 jetzt nicht weiter steigen kann. Trendlinien dienen in der Regel als Hilfsmittel, um die technische Lage einzuschätzen. Als punktgenauer Signalgeber sind diese nicht zu verstehen.

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Hieraus lässt sich lediglich ableiten, dass der S&P 500 auch in dieser Trendstufe weit gelaufen ist und sich eine technisch überkaufte Lage ergibt, die Anleger beachten sollten. Neue Longpositionen sollten bei einer solchen technischen Konstellation eher vermieden werden, da hier mittel- und kurzfristig den möglichen Ertrag das Risiko nicht rechtfertigt. Kurzum wird sich hier regelmäßig kein günstiges Chance-Risiko Verhältnis (CRV) konstruieren lassen. Vielmehr sollten Anleger auf bearishe Reaktion achten, um ggf. Gewinnmitnahmen tätigen zu können. Dies gilt aber nur für kurzfristige Positionen. Mittel- und Langfristig bleibt der technische Ausblick bullish. Verwunderung über eine Korrekturbewegung sollte auf dem derzeitigen Kursniveau aber nicht aufkommen.


DOW Jones erneut mit neuem Allzeithoch:

Der DOW Jones legte nach den Ankündigungen Trumps zur Steuerreform ebenfalls deutlich zu und stieg auf ein neues Allzeithoch. Der Aufwärtstrend und die bullishe Aufwärtsbewegung bleiben also auch beim DOW intakt. Die Situation gestaltet sich allerdings auch hier ähnlich wie beim S&P 500.

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Auf Tagesbasis setzt der DOW seinen Aufwärtstrend ohne nennenswerte Korrektur fort. Die Rallybewegung nach der US-Wahl hat im Tief lediglich eine Korrektur von knapp 10 Prozent gesehen. Um nachhaltig neue Marktteilnehmer in den Markt zu locken, welche die erste Bewegung teilweise verpasst haben, ist das tendenziell zu wenig. Ob der Kursanstieg vom Donnerstag nachhaltig ist wird sich in den ersten beiden Handelstagen der laufenden Woche entscheiden.

Sollte der DOW Jones einen Rücksetzer vollziehen, bieten die in grün eingefärbten Bereiche entsprechende temporäre Einstiegsmöglichkeiten.

Mittelfristig ist der übergeordnete Unterstützungsbereich bei 19.730 Punkten zu beachten. Seit Mitte Dezember konnte sich der DOW hier regelmäßig stabilisieren. Zudem nähert sich die 50er-EMA als weitere technische Unterstützung diesem Bereich an. Würde diese Marke fallen, dürfte sich eine ausgedehntere Korrektur anschließen.


NASDAQ mit erwarteter Konsolidierung:

Nicht nur beim S&P 500 sondern auch beim Nasdaq lässt sich die technische Lage sehr gut anhand der Trendkanäle darstellen. Beim Nasdaq haben wir zudem die Besonderheit, dass entsprechende Aufwärtstrendkanäle in verschiedenen Trendstufen dargestellt werden können.

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Im oben dargestellten H4-Chart ergibt sich ein mittelfristiger, aufwärts gerichteter Trendkanal, der seit Jahresbeginn besteht. Dieses technische Szenario wurde bereits in der vergangenen Handelswoche angesprochen. Nachdem der Nasdaq den Widerstand bei 5.170 Punkten bullish triggern konnte, folgte ein Test der oberen Trendkanalbegrenzung bei 5.235 Punkten.

Damit hat auch der Nasdaq mittlerweile ein Kursniveau erreicht, bei dem weitere dynamische Anstiege schwierig umzusetzen sein dürften. Dies gilt sowohl für den mittelfristigen, als auch für den kurzfristigen Ausblick. Der in den unteren Trendstufen auftretende Trendkanal ist im H4-Chart durch die schmalen schwarzen Trendlinien dargestellt.

Im H4-Chart wurde bereits deutlich, dass der Nasdaq nur noch wenig Potenzial auf der Oberseite hat, bevor hier die übergeordnete Trendlinie getroffen wird. Als Widerstand lässt sich dabei die Marke von 5.250 Punkten klassifizieren. Selbiges Szenario ergibt sich auch aus dem H1-Chart, in dem der letzte Anstieg des Nasdaq graphisch dargestellt wird. Wie oben bereits angesprochen lässt sich dieser Anstieg ebenfalls in einen aufwärts gerichteten Trendkanal eingrenzen.

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Auch hier ist die erste obere Kanallinie bereits getestet worden, sodass auf der Oberseite lediglich die zweite Kanallinie als technischer Widerstand verbleibt. Auch hier sollten Anleger aufgrund der überkauften technischen Lage auf bearishe Tendenzen achten, um ggf. Korrekturtrades oder Gewinnmitnahmen zu tätigen.


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Wichtige Wirtschaftsdaten für die kommende Handelswoche:

Montag, 13. Februar 2017:

In der kommenden Handelswoche stehen wieder etwas mehr Wirtschaftsdaten an, als in der Vorwoche. Eröffnet wird die Handelswoche durch eine erste Prognose zum japanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Hier wird im Vorfeld ein Wachstum von 0,3 Prozent vom dritten auf das vierte Quartal erwartet. Bereits vom zweiten auf das dritte Quartal ist die japanische Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen. Auf Jahressicht wird im vierten Quartal ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet. Des Weiteren steht am Montag der OPEC-Monatsbericht auf der Agenda. Diesen sollten insbesondere Rohstoffanleger auf der Agenda haben, da sich die OPEC auch zu den Förderkürzungen und der steigenden US-Produktion äußern dürfte.

Dienstag, 14. Februar 2017:

In der Nacht von Montag auf Dienstag stehen zunächst die chinesischen Verbraucherpreise auf der Agenda. Hier erwarten Analysten für den Januar einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,4 Prozent, nachdem die Verbraucherpreise im Dezember um 2,1 Prozent auf Jahressicht zugelegt hatten. Um 08:00 Uhr steht dann das deutsche BIP auf dem Programm. Hier erfolgt die Veröffentlichung vor Börseneröffnung um 08:00 Uhr. Auf Jahressicht wird für das vierte Quartal ein Wachstum von 1,7 Prozent prognostiziert. Im Vergleich zum Vorquartal soll das Wachstum bei 0,5 Prozent liegen nach 0,2 Prozent zuvor. Um 14:30 Uhr folgt dann die Veröffentlichung des amerikanischen Verbrauchpreisindex für Januar. Im Vergleich zum Dezember werden hier um 0,2 Prozent höhere Erzeugerpreise erwartet. Um 16:00 Uhr steht dann die Anhörung der FED-Vorsitzenden Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats an. Hier erhoffen sich Anleger erneut weitere Informationen zur künftigen Notenbankpolitik. Insbesondere die Frage, wie oft das FED die Zinsen in 2017 anheben wird, dürfte die Anleger weiter beschäftigen. Um 19:00 Uhr folgt dann auch eine Rede des FOMC-Mitglieds Kaplan. Auch hier steht die Notenbankpolitik im Fokus, weshalb am Dienstag im späten Handel mit Bewegung zu rechnen ist.

Mittwoch, 15. Februar 2017:

Am Mittwoch stehen lediglich amerikanische Wirtschaftsdaten im Fokus, weshalb am Vormittag hier nicht mit nennenswerten Meldungen zu rechnen ist. Um 14:30 Uhr folgt die Veröffentlichung des Kern-Verbraucherindex für Januar. Beim Kern-Verbraucherindex werden Lebensmittel und Energie ausgenommen, sodass sich ein besserer Blick auf die Entwicklung der Verbraucherpreise ergibt. Für das FED sind diese Daten entscheidend, da bei anziehender Inflation die Zinsen angehoben werden müssten. Auf Jahressicht wird für den Januar allerdings keine Veränderung erwartet. Hier dürften die Kern-Verbraucherpreise wie bereits im Dezember um 2,2 Prozent über dem Vorjahresmonat liegen. Die amerikanischen Einzelhandelsumsätze für Januar werden ebenso um 14:30 Uhr veröffentlicht. Hier deuteten die Quartalszahlen der Unternehmen aus diesem Sektor bereits an, dass die hoch gesteckten Erwartungen nicht unbedingt erfüllt worden sind. Auch für Januar wird nur ein Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 0,1 Prozent erwartet. Im Dezember wurde noch ein Anstieg von 0,6 Prozent verzeichnet. Hier könnten die amerikanischen Indizes also wieder etwas unter Druck geraten. Um 16:30 Uhr folgen dann noch die amerikanischen Erdöllagerbestände. Hier zeigte die Entwicklung der letzten Wochen deutlich nach oben, weshalb erneut mit einem Anstieg zu rechnen ist.

Donnerstag, 16. Februar 2017:

Um 13:30 Uhr veröffentlicht die EZB zunächst ihren Bericht des letzten geldpolitischen Treffens. Hier dürfte es aber keine nennenswerten neuen Erkenntnisse geben, da sich Draghi nach dem letzten Zinsentscheid sehr ausführlich geäußert hatte. Um 14:30 Uhr werden die erteilten amerikanischen Baugenehmigungen bekannt gegeben. Diese Daten lassen regelmäßig einen Rückschluss auf die Gesundheit des amerikanischen Immobiliensektors zu. Hier wird mit 1,223 M. erteilten Baugenehmigungen im Januar gerechnet, womit die Zahl der Baugenehmigungen weiterhin auf einem konstant hohen Niveau notiert. Zeitgleich wird auch der Philly FED Herstellungsindex veröffentlicht. Nachdem im Januar hier ein Wert von 23,6 Zählern gemeldet wurde, wird für Februar nur mit einem Wert von 19,0 Zählern gerechnet.

Freitag, 17. Februar 2017:

Am Freitag stehen keine wichtigen Wirtschaftsdaten aus Europa und den USA auf der Agenda.

Alle Handelstermine finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.



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Disclaimer

Autor

Benedikt Wachsmann
Chartanalyst, RoboForex.de

Schon vor dem Beginn seines Studiums zum Diplom-Finanzwirt, welches er erfolgreich abschließen konnte, sammelte Herr Wachsmann die ersten Erfahrungen an den Kapitalmärkten. Nach kurzer Zeit entdeckte er den charttechnischen Ansatz für sein eigenes Trading und spezialisierte sich daraufhin auf dem Gebiet der technischen Analyse.

Das lebendige an seinen charttechnischen Analysen ist die Tatsache, dass er nicht nur auf die wichtigsten Unterstützungen und Widerstände im Chart eingeht, sondern auch einen Blick auf die wichtigsten Ereignisse der kommende Woche wirft und so die verschiedensten Szenarien und Einflussfaktoren bildlich darstellt.

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