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Jeff Bezos sagt, Amazon wird immer arbeiten wie am ersten Tag

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.04.2017, 14:00  |  925   |   |   

Der CEO von Amazon (WKN:906866) möchte, dass es in seinem Unternehmen immer “Tag 1” ist. Mit diesem Mantra will er vermitteln, dass das Unternehmen niemals aufhören wird, ein Start-up zu sein. Das ist eine Botschaft, die der CEO nicht nur in seinem letzten Brief an die Aktionäre noch einmal bekräftigt hat, sondern es ist die Basis der gesamten Kommunikation. Bezos begann damit zu erklären, dass er in einem Gebäude bei Amazon arbeitet, das sogar den Namen Day 1 trägt. Dann fuhr er fort, seine Botschaft zu vermitteln.

Der Tag 2 ist schon statisch. Danach kommt nur noch die Irrelevanz. Danach kommen die Schmerzen und der Abstieg. Danach kommt der Tod. Und das ist der Grund, warum es bei uns immer Tag 1 ist.

Aber einfach nur zu sagen, es wäre immer Tag 1, macht es noch nicht zur Realität. Nach der Eröffnung mit diesen Bemerkungen und dem Konzept, das vielleicht einige Aktionäre immer noch nicht von ihm gehört hatten, sprach Bezos von einigen der wichtigsten Möglichkeiten, wie das Unternehmen die Mentalität des ersten Tages beibehält. Das ist sehr wichtig, denn immerhin ist Amazon von einem winzigen Online-Buchgeschäft zu einem der größten Unternehmen und zu einer der bekanntesten Marken weltweit aufgestiegen.

INNOVATIONEN WIE LIEFERDROHNEN SIND TEIL DES DENKENS BEI AMAZON. BILDQUELLE: AMAZON

Sich auf die Kunden konzentrieren

Bezos schrieb, dass ein Unternehmen sich auf viele Dinge konzentrieren kann, darunter Produkte, Technologie, das Geschäftsmodell und vieles mehr. Aber die beste Möglichkeit, um die Mentalität von Tag 1 beizubehalten, ist sich extrem auf den Kunden zu konzentrieren. Er erklärte, dass die Kunden einen immer auf Trab halten, da die diese immer auf eine wunderbare Art und Weise unzufrieden sind, selbst wenn sie melden, dass sie glücklich sind und das Geschäft wunderbar ist.

Der Kunde, fügte er hinzu, wolle immer etwas Besseres. Innovation kommt seiner Meinung nach dadurch zustande, dass man sich nicht nur darauf konzentriert, dass die Leute glücklich sind, sondern dass man sie überglücklich macht. “Kein Kunde hat Amazon jemals gebeten, das Prime-Programm aufzusetzen, aber es stellte sich heraus, dass es genau das ist, was sie wollten. Ich könnte Ihnen viele solcher Beispiele nennen“, schrieb er.

Sich auf die Ergebnisse und nicht auf den Prozess konzentrieren

Der CEO erklärte, dass wenn das Unternehmen wächst, es leichter wird, sich auf Prozesse zu konzentrieren anstatt auf das Endergebnis. In diesem Fall wird der Prozess die wichtigste Komponente. Wenn das passiert, dann hören die Unternehmen manchmal auf auf das Ende zu achten und fragen sich nur noch, ob sie den Prozess korrekt befolgt haben. Sie fragen sich nicht mehr, ob das gewünschte Ergebnis erzielt wurde.

Der Prozess ist nicht das Wichtigste. Es ist immer gut zu fragen, ob wir den Prozess beherrschen oder ob der Prozess uns beherrscht. In einem Unternehmen mit der Mentalität von Tag 2 findet man Letzteres.

Außerhalb des Unternehmens suchen

Die Welt da draußen kann einen in die Mentalität des zweiten Tages drücken, wenn man wichtige Trends nicht schnell zu seinem Vorteil nutzt, schrieb Bezos. “Wenn man dagegen ankämpft, dann kämpft man gegen die Zukunft an. Wenn man sie nutzt, dann hat man einen Vorteil.”

Der CEO erklärte, dass große Trends nicht schwer zu sehen sind, dass aber große Unternehmen oft Probleme haben sich darauf einzulassen. Er merkte an, dass es aktuell einen großen Trend um maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz gibt.

Amazon nutzt diesen Trend auf mehrfache Weise. Dazu gehören Experimente wie die Lieferdrohnen und der Amazon Go-Supermarkt, bei dem Computer benutzt werden, um die Kasse aus dem Weg zu schaffen. Er führte auch Alexa ein, den digitalen Assistenten, der auch auf künstlicher Intelligenz basiert.

Maschinenlernen hilft unseren Algorithmen, die Nachfrage vorherzusehen, um die Produktsuche richtig aufzustellen, um Produkte und Sonderangebote zu empfehlen, zu bestimmen, wo die Waren platziert werden, Betrugsfälle zu entlarven, Übersetzungen und vieles mehr… Obwohl diese Dinge wenig sichtbar sind, werden die Auswirkungen des maschinellen Lernens auf diese Art und Weise vonstatten gehen — ruhig, aber sie werden wichtige Operationen bedeuten verbessern.

Entscheidungen schnell treffen

Bezos schrieb, dass Unternehmen mit der Mentalität von Tag 2 auch gute Entscheidungen treffen, aber dass sie dabei langsam vorgehen. Er schrieb, dass Startups kein Problem damit haben, hochwertige Entscheidungen in kurzer Zeit zu treffen, während große Organisationen damit erhebliche Probleme haben.

Das Senior Team bei Amazon möchte dass die Entscheidungen bei uns schnell getroffen werden… Schnelligkeit ist sehr wichtig in diesem Geschäft. Zusätzlich macht es so deutlich mehr Spaß zu arbeiten.

Um das zu schaffen, erklärt Bezos einen Prozess mit dem Namen “Disagree and Commit” (nicht einer Meinung sein und unterstützen). Die Idee dahinter ist, dass nicht jeder einer Entscheidung seine Zustimmung geben wird, aber es ist für Leute, die eine Ansicht nicht teilen  immer noch möglich für dasselbe Ziel arbeiten. Der CEO führte ein Beispiel an, wo er nicht sicher war, ob eine Fernsehserie von Amazon Prime gemacht werden sollte. Das Problem war für ihn, dass er selbst wenig daran interessiert war und teilweise gefielen ihm die Bedingungen nicht.

Das Team von Bezos hatte aber eine komplett andere Meinung davon und wollte fortfahren. Daher antwortete Bezos: “Ich bin nicht eurer Meinung und unterstütze euch. Gleichzeitig hoffe ich, dass das eines der beliebtesten Projekte wird, das wir jemals gemacht haben.” Bezos fährt fort, dass eine langsamere Entscheidungsfindung darin bestimmt bestanden hätte, ihn erst langwierig zu überzeugen anstatt sich einfach seine Unterstützung zu sichern.

Ist das wirklich immer wie Tag 1?

Amazon ist kein Startup mehr, das in einer Garage oder einem Keller an einem unmöglichen Traum arbeitet. Der CEO arbeitet aber daran, möglichst viel von dieser Mentalität aufrechtzuerhalten. Bezos versucht zu verhindern, dass man bei Amazon über den ganzen Erfolg zu sehr mit sich selbst zufrieden ist. Daher hat er eine Kultur geschaffen, wo vergangene Ergebnisse keine zukünftigen Ergebnisse garantieren. Daher ist es immer wichtig weiterzudenken, Innovationen voranzubringen und für Veränderungen offen zu sein.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

Dieser Artikel wurde von Daniel Kline auf Englisch verfasst und wurde am 13.04.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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