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Die spannende Wahrheit über das Cannabis von morgen

Gastautor: Marc Davis
19.07.2017, 10:15  |  23846   |   |   

Das mit Abstand wichtigste Produkt in Deutschlands zukünftigem Multimilliarden-Cannabis-Markt wird viele erst einmal irritieren. Die meisten Deutschen werden es zunächst ganz sicher falsch einordnen - denn tatsächlich geht es hierbei nicht um den psychoaktiven Effekt, der die Leute "high" werden lässt. Es geht auch nicht um das bloße Rauchen der Hanfpflanzen-Blüten. 

Trotzdem wird es das nächste große Ding werden. In Nordamerika sind die ersten Anzeichen dafür bereits erkennbar. Die Weltmarktführer im hochtechnisiserten Cannabis-Anbau - das sind Kanadas von der Regierung beaufsichtigte industrielle Produzenten - sind derzeit dabei, dieses neue Produkt auch nach Deutschland zu bringen. Genau genommen werden jetzt schon die ersten Vermarktungsverträge mit deutschen Pharmahändlern unterzeichnet. 

Man muss sich klarmachen, dass bei dieser Sache nicht der umstrittene Wirkstoff THC im Vordergrund steht, der die Leute in einen Rausch versetzt. Stattdessen geht es um die weniger bekannte Substanz CBD, die sich vornehmlich in Nordamerika zunehmender Beliebtheit erfreut. Das gilt vor allem dann, wenn die Konsumenten das Cannabis in essbarer Form zu sich nehmen. 

Medizinischen Studien zufolge ist CBD genau die Substanz, die für die heilende Wirkung von Marihuana gegen vielerlei Krankheiten verantwortlich ist. Daneben ist sie - nach THC - das zweithäufigste Cannabinoid in der Cannabis-Pflanze. Hierbei muss jedoch angemerkt werden, dass CBD im Vergleich zu THC nicht high macht. Die Wirkung kann mit der eines alkoholfreien Bieres verglichen werden. 

Für den Großteil der Patienten, denen Cannabis zur Behandlung ihrer Krankheit verschrieben wurde, die aber gern auf den Rausch verzichten möchten, dürften das tolle Neuigkeiten sein. Denn CBD hilft unter anderem bei Depressionen, Angst- und Schlafstörungen aber auch gegen Übelkeit. Zudem verschafft es dank seiner entzündungshemmenden Wirkung auch Linderung bei chronischen Schmerzleiden, wie etwa Rückenschmerzen oder Arthritis. 

Für Deutschlands wachsenden Markt für medizinisches Marihuana ist das ganz besonders wichtig. Denn der durchschnittliche Bundesbürger ist derzeit um die 54 Jahre alt - es gibt also Millionen Nachfrager, die von den ersten körperlichen Anzeichen des fortgeschrittenen Alters geplagt sind. Die meisten von ihnen wollen aber ganz sicher trotzdem noch einen klaren Kopf behalten, wenn sie therapiert werden. 

Worauf deutsche und nordamerikanische Patienten zudem besonderen Wert legen, sind sichere Alternativen zu synthetisch hergestellten Medikamenten, die nicht abhängig machen - wie etwa Opioide. Tatsächlich haben US-Studien ergeben, dass chronische Schmerzpatienten seltener zu Überdosierungen von Opioiden neigen, wenn sie in ihrer Therapie zusätzlich auch auf Marihuana zurückgreifen. Manche haben es durch den Marihuana-Konsum sogar geschafft, gänzlich auf chemische Schmerzmittel zu verzichten. 

Derzeit fördert die US-Regierung auch einige Dutzend klinischer Tests, die sich mit der Effktivität von CBD als Behandlungsmethode für eine große Palette anderer Krankheiten befassen. Hierunter fallen Parkinson, Epilepsie, Schmerzmittel-Sucht, Schizophrenie und auch Krebs. 

Warum Cannabis-Öle das nächste große Ding sind

Ich will es noch einmal wiederholen: Kanadas rechtmäßige industrielle Cannabis-Anbauer wissen allesamt, dass die Zukunft dieser Droge in ihrer Extraktion liegt. Das beinhaltet die Destillation der Pflanze in Alkohol und die Vermischung des daraus gewonnenen Konzentrats mit Ölen wie zum Beispiel Kokosöl. Die dabei entstandene trübe Paste ist dann das Cannabis-Öl. 

Diese Öle können bei der Zubereitung von Speisen, als Tinkturen, in sogenannten Vaporizern (die keinen nach Cannabisgeruch ausstoßen), in Kapselform oder auch als Muskelsalbe zum Einsatz kommen. Darin liegt der Mehrwert, der den börsennotierten Cannabis-Produzenten in den kommenden Jahren das mit Abstand meiste Geld einbringen wird. Schon jetzt freuen sich die Unternehmen über den rasanten Nachfrageanstieg nach ihren Ölen aus Kanada und den USA. Selbst jene, die Cannabis bislang eher als Partydroge konsumiert haben, scheinen Cannabis in Form von Ölen größtenteils vorzuziehen. 

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