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E.ON: Die große Wende

Gastautor: Holger Steffen
12.07.2018, 07:37  |  1255   |   |   

Die Zeiten des Schrumpfprozesses sind für E.ON vorbei, das Unternehmen ist zurück in der Offensive. Davon hat auch die Aktie profitiert, die die große Wende bald abschließen könnte.

Der starke Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland hat die Stromerzeugung aus konventionellen Brennstoffen stark unter Druck gesetzt, Versorger wie E.ON hatten zusätzlich unter dem beschlossenen Atomausstieg zu leiden.

E.ON hat sich daraufhin eine große Restrukturierung verordnet, die unter anderem die Abspaltung des konventionellen Erzeugungsgeschäfts umfasste. Die restlichen Anteile an der verantwortlichen Tochter Uniper, die zwischenzeitlich an der Börse eingeführt wurde, wurden Ende Juni an den finnischen Energiekonzern Fortum verkauft.

Aber E.ON ist schon längst einen Schritt weiter und übernimmt die Mehrheit der RWE-Tochter Innogy, um das Endkunden- und Netzwerkgeschäft bei sich zu bündeln, während RWE im Zuge dessen die Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien erhält. Vor allem mit dem Netzwerkgeschäft kann sich E.ON eine stabile und ertragsstarke Säule für das neue Geschäftsmodell sichern.

Gestern wurde das Ergebnis eines Pflichtangebots veröffentlicht, das den Minderheitsaktionären von Innogy unterbreitet wurde. E.ON hat im Zuge dessen weitere 5,5 Prozent der Gesellschaft erhalten und so den Anteil auf 82,3 Prozent ausgebaut. Analysten von JP Morgan hatten schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass im Fall einer solchen Annahmequote zunächst kein Zwangsausschluss der Minderheitsaktionäre möglich wäre – denn die Hürde dafür liegt bei 90 Prozent.

Damit besteht aktuell noch eine größere Unsicherheit für den gesamten Deal, der bis Mitte 2019 abgeschlossen werden soll – ein zentraler Risikofaktor für die Aktie. Dennoch wirkt das Papier von E.ON inzwischen verheißungsvoll, in den letzten drei Jahren hat der Titel einen schönen Boden ausgebildet. Mit einem Anstieg über 10 Euro wäre die große Trendwende geschafft.

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