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Cryptos with Block66 Bitfinex, Tether, Bitcoin, Altcoins, Bots – das war eine Kettenreaktion!

Gastautor: Oliver Michel
15.10.2018, 14:54  |  1821   |   |   

Egal, ob zufällig oder nicht zufällig herbeigeführt. Fest steht, dass an jedem Gerücht auch immer ein Fünkchen Wahrheit dran ist.

15. Oktober 2018 - 14:45 Uhr

Egal, ob zufällig oder nicht zufällig herbeigeführt. Fest steht, dass an jedem Gerücht auch immer ein Fünkchen Wahrheit dran ist.

Aber wenn aus dem Fünkchen ein echtes Feuer wird, dann wird dieses Feuer im Coin Market eine ordentliche Verwüstung hinterlassen. Und ich glaube fast und leider, dass es so kommen wird.

Nachdem der Bitcoin am Montag Morgen innerhalb von zwei Stunden auf der Handelsplattform Bitfinex von 6384 USD auf bis zu 7788 USD in der Spitze gestiegen ist, stellen sich ganz banal drei Fragen. Warum ist er so explosiv gestiegen? Warum zogen andere Handelsplattformen nicht adäquat nach? Welche Schlussfolgerungen und Verhaltensmaßnahmen lassen sich daraus ableiten?

Auf diese drei Fragen möchte ich nachfolgend eingehen. Kurz und prägnant. Ich werde Details weglassen. Der Überblick und die größeren Zusammenhänge sind jetzt wichtig.

Ausgangspunkt der Kettenreaktion ist Tether. Tether ist ein Stable Coin, der behauptet, dass ein Coin mit einem USD real hinterlegt sei, also echt stabil sein sollte. Mit diesem Coin kann man auf Plattformen relativ pragmatisch (alternativ zu USD oder Euro) die klassischen Coins kaufen und verkaufen. Nun haben sich Zweifel konkretisiert, dass diese 1:1 Relation gar nicht der Wahrheit entspricht. Es gibt Stimmen, die sogar von einem Scam sprechen, also dass Tether ein Betrug sei. Ein Tether fiel nun im Preis deutlich unter einen USD. Mit fatalen Folgen. Besitzer des Tethers wollten nun ihren Coin loswerden. Klar, eine normale panische Reaktion, die heute Morgen einen ersten Höhepunkt fand. Die Besitzer taten dies, indem sie den Tether gegen klassische Coins, wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple, auf Handelsplattformen tauschten. Was die Nachfrage und damit den Preis für diese klassischen Coins dann schlagartig in die Höhe trieb. Mehr steckte da heute Morgen nicht hinter.

Dieser Umtausch von Tether in einen klassischen Coin kann man nur auf solchen Plattformen machen, die gegen Tether handeln, also Tether-nah sind. Das sind vor allem Bitfinex und Binance. Deshalb gab es hier diesen gigantischen Spike, wie er im 2-Stunden-Chart zu sehen ist. Auf Plattformen, wie Bitstamp, Bittrex, Bitmex oder Coinbase (an denen sich auch eToro in seiner Preisbildung orientiert), war das nicht möglich. Aus diesem Grund wurde der Bitcoin in der Spitze hier sage und schreibe 1200 USD günstiger gehandelt als auf Bitfinex. Aktuell sind es immer noch 500 USD Preisunterschied. Da Bitfinex zudem die Plattform ist, auf der mit Abstand die meisten Bitcoins täglich gehandelt werden und somit quasi als preisliche Referenz gilt (bzw. galt), waren viele Trading Bots auf Bitfinex fixiert und haben die Bewegung quasi automatisch mitgekauft und so verstärkt.

Es gibt mehrere Linien, wonach Tether und Bitfinex eng miteinander verknüpft sind. Neben der Ahnung, dass Tether ein Scam sein könnte, gibt es das Gerücht, dass Bitfinex zahlungsunfähig sei. Wie gesagt, an jedem Gerücht ist auch immer etwas Wahres dran. Natürlich wünscht man keinem Unternehmen die Insolvenz, aber man kann sie auch nicht ausschließen. Man kann zudem nicht ausschließen, dass nicht die Konkurrenz den Prozess beschleunigen möchte oder der Betroffene selber zu letzten Mitteln greift, die eine Kettenreaktion auslösen. Egal wie, es ist zwar schön, dass der Bitcoin und die Altcoins so massiv gestiegen sind. Doch dieser Anstieg ist unnatürlich und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, dann hat der Coin Market, wie in den letzten Blog-Beiträgen schon angedeutet, ein echtes Problem.

Soweit ein wirklich ganz grober (!) Abriß der Lage. Ich für meinen Teil beobachte weiter, werde aber in keiner Weise in eine darart undurchsichtige und ungeklärte Situation hinein investieren. Emotional würde ich am liebsten alles shorten, damit ein richtiger Crash die Gesamtlage grundsätzlich aufklärt.

Oliver Michel

 

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