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Darum solltest du niemals auf fallende Kurse setzen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.10.2018, 09:03  |  2284   |   |   

Aktuell sieht es an den Märkten nicht sehr rosig aus. Weltweit fallen die Kurse. Donald Trump dachte, er könne alle Länder der Welt in die Knie zwingen, ohne selbst Schaden zu nehmen. Natürlich ist dies eine Rechnung, die nicht aufgeht. Während sich Steuersenkungen vorteilhaft auswirken, machen die Zölle, Handelsbarrieren und Sanktionen wieder alles zunichte. Steigende Zinsen und Ölpreise wirken sich ebenfalls bremsend aus. Zusammen mit den hohen Bewertungen am amerikanischen Markt kann dies schnell zu einem Crash führen.

Nun sind die Märkte etwas gefallen. Manche Anleger kommen auf die Idee, auf fallende Kurse zu setzen. Manche versuchten sogar schon 2016 einen Crash vorauszuahnen. Hier sind vier Gründe, warum diese Taktik in Summe nur die Rendite schmälert.

1. Limitierter Gewinn, unlimitierter Verlust

Warren Buffett und Charlie Munger waren schon immer Gegner des sogenannten Leerverkaufs (auf fallende Kurse setzen). Warum? Nun, während beim normalen Aktienkauf ein begrenztes Verlustrisiko und eine unbegrenzte Gewinnchance bestehen, ist es beim Leerverkauf genau umgedreht: Die Gewinnchance ist begrenzt und die Verlustmöglichkeit ist unbegrenzt. Keine guten Voraussetzungen also. So haben sich schon viele sogenannte Long-Short-Fonds ihre Performance ausradiert bis hin zur totalen Geschäftsaufgabe.

2. Eine Fehlentscheidung kann dich ruinieren

Du kannst bei deinen Short-Trades oft richtig gelegen haben, wenn aber einmal eine Übertreibungswelle eine Aktie in ungeahnte Höhen treibt, kann dies alle vorherigen Gewinne auslöschen und dich sogar ruinieren. Berühmte Beispiele hierfür gibt es genug. Kannst du dich noch an die Finanzkrise 2008 erinnern?

Milliardär Adolf Merckle setzte bei Volkswagen (WKN: 766400) auf fallende Kurse, aber die Aktie stieg und stieg einfach weiter. In der Spitze bis auf über 900 Euro. Zwar fiel sie danach auch wieder, aber als Leerverkäufer müssen sie die Verluste zu jeder Zeit finanzieren. Also, selbst wenn du später richtig liegst, kann dich der vorherige Anstieg ruinieren.

Andere versuchten Tesla (WKN: A1CX3T) bei 40 US-Dollar zu shorten. Heute steht die Aktie bei 252 US-Dollar (12.10.2018). Auch sie mussten bitteres Lehrgeld dafür zahlen. Es gibt noch viele weitere dieser traurigen Beispiele. Sie sollten uns eine Mahnung sein.

3. Auch Verlustbegrenzungen helfen nicht

Manche Kurzfristhändler würden entgegnen: „Ja, aber ich verwende doch Stops. Da kann doch nicht viel passieren.“ Das ist ein großer Trugschluss, denn ein Stop-Loss muss im Ernstfall überhaupt nicht greifen. Es ist derselbe Fall wie oben beschrieben. Selbst wenn es 100-mal gut geht, erwischt dich irgendwann eine Kursbewegung, die dich ruiniert.

Ein jüngstes Beispiel hierfür ist Fossil (WKN: A1W0DE). Viele Fonds hatten die Aktie lange Zeit leerverkauft, weil die Ergebnisse der Firma immer schlechter wurden. Aber dann meldete Fossil im Februar 2018 plötzlich bessere Ergebnisse und meist werden diese nach Börsenschluss präsentiert. Die Aktie stieg also über Nacht von 6,84 Euro auf 13,80 Euro. Dies sind etwa 102 %.

Manche Händler setzten auf eine fallende Volatilität und wurden im Februar 2018 durch einen plötzlichen Rekordanstieg finanziell ruiniert. Hier griffen auch keine Stop-Loss mehr. Gerade Kurzfristhändler werden durch diese Szenarien zerstört.

Aber auch ohne diese Überraschungen wirst du mit Stops viele kleine Verluste ansammeln, die sich summieren. Um zu gewinnen, bräuchtest du aber auch von Zeit zu Zeit einen großen Gewinner. Da die Gewinne aber begrenzt sind, werden deine Leerverkäufe in Summe nicht profitabel werden.

4. Timing schlägt meist fehl

Viele Investoren, die versucht haben, an fallenden Kursen zu verdienen, lagen sogar fundamental richtig. Nur wissen wir auch, dass der Markt irrational ist. Oft nähren sich Anstiege selbst, obwohl eine Aktie schon viel zu teuer ist. Selbst wenn du mit allem richtig liegst, können dir die weiteren Kursanstiege große Verluste einbringen.

Manche Anleger finden es faszinierend, an fallenden Kursen zu verdienen und so der große Gewinner zu sein, wenn alle anderen verlieren. In Summe verlieren aber die meisten Anleger dieses Spiel. Peter Lynch sagt dazu: „Investoren haben viel mehr Geld dabei verloren, sich auf eine Korrektur vorzubereiten, als in der Korrektur selber verloren wurde.“ Die meisten Korrekturen sind nur kleine Rücksetzer. Große Crashs sind zwar nicht schön, aber sie sind historisch gesehen sehr selten.

Fazit

Wenn also die Börsen derzeit fallen, versuche nicht, auf eine Fortsetzung zu setzen. Viel intelligenter ist es dagegen, nach günstig bewerteten qualitativ hochwertigen Unternehmen Ausschau zu halten, die dir die nächsten unbegrenzten Gewinne bescheren. Und wenn du keine findest, weil alles zu teuer ist, dann warte einfach ab. Wie Warren Buffett es sagt: „Der Markt ist dazu da, dir zu dienen, nicht, um ihm nachzulaufen.“

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Kommentare

Leerverkäufe sind auch nicht ohne Auswirkungen auf den Markt.
Große Investoren setzen damit Kursbewegungen nach unten in Gang,
sie zerstören also auch bewusst das Vermögen anderer Aktionäre.

Deshalb vergleiche ich Leerverkäufer gern mit Taschendieben oder
auch Straßenräubern.
Aber der Begriff Börsenhyäne passt ganz gut.
Moralisch ethisch sind sie für mich unterste Kiste.

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