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Warum diese 5 Ölservice-Aktien im Januar durch die Decke gingen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.02.2019, 08:00  |  446   |   |   

Laut Daten von S&P Global Market Intelligence stieg die Aktie von Nabor Industries (WKN:662778) im Januar um 48 %. Damit ließ die Firma ihre Konkurrenten in der Ölbohrbranche, z.B. Noble (WKN:A1W86Q) mit 25 % Gewinn und Schlumberger (WKN:853390) mit 22 % Gewinn, weit hinter sich.

Nach den Top-Drei reihen sich Halliburton (WKN:853986) mit 18 % Zuwachs und National Oilwell Varco (WKN:903541) mit 14 % ein.

Wenn ein einmonatiger Gewinn von 14 % nach Kleingeld aussieht, weißt du, dass etwas großartiges vor sich geht.

Auffällig ist, dass die Gewinne nun in umgekehrter Reihenfolge zu den Verlusten verlaufen, welche diese Unternehmen 2018 erlitten haben. Somit war Nabor Industries, nun der größte Gewinner der 5 Unternehmen im Januar. Man erlitt aber auch im Jahr 2018 einen Kursverlust von 70 % und war damit der größte Verlierer. Den größten Teil der Einbußen erlitt die Firma in den letzten Monaten des Jahres, als der Ölpreis einen starken Rückgang erfuhr. Das machte damit die gesamte Steigerung des Jahres innerhalb von zwei Wochen zunichte.

Der letzte große Ölpreisrückgang dieser Art ereignete sich Mitte 2014. Halliburton erlitt damals einen Verlust von rund 4,10 US-Dollar pro Aktie. Im Folgejahr rutschte man von einem Gewinn pro Aktie von 4,10 US-Dollar auf einen Verlust von fast 0,80 US-Dollar ab, so dass das Unternehmen auch 2017 noch rote Zahlen schrieb. Erst im Jahre 2018 erholte sich das Unternehmen und konnte einen Zuwachs von 1,89 US-Dollar pro Aktie verzeichnen.

Natürlich ging es nicht nur Halliburton so. Alle Unternehmen der Branche haben zu dieser Zeit Verluste einfahren müssen. Dahinter steckt folgender Sachverhalt: Ölbohrunternehmen reagieren auf einen sinkenden Ölpreis meistens damit, dass sie die Bohrungen zurückfahren. Folglich suchen die Investoren, wie z.B. im Jahr 2018, das Weite. Mit dem im Januar gestiegenen Ölpreis, kehrten sie jedoch zurück. Diese Art von Schwankungen, sind in der Ölbohrbranche nicht ungewöhnlich, sie gehören praktisch zur Kursentwicklung dazu.

Halliburton-CEO Jeff Miller äußerte sich dazu, wenn auch leicht untertrieben, in der Telefonkonferenz zum vierten Quartal. Er sagte, solche kurzfristigen Veränderungen der Nachfrage nach Öl und Gas, seien schwer präzise vorauszusagen.

Wenn man die Volatilität des Ölpreises, also sein typisches Ausmaß an Schwankungen, mit der Gesamtstimmung an der Wall Street kombiniere, welche Ende 2018 und Anfang 2019 weg vom Risiko ging, trage das nur dazu bei, die Preisschwankungen noch zu verstärken.

Zwei ausschlaggebende Faktoren, in denen sich die Ölbohrunternehmen unterscheiden, sind Größe und Schulden.

Die Marktkapitalisierung von Nabor beträgt nun, nach dem starken Januar, rund eine Milliarde US-Dollar. Ende 2018 lag diese gerade mal bei rund 500 Mio. US-Dollar und damit bei der Hälfte. Vergleicht man das jedoch mit Halliburton und seinen ca. 28 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung, wirkt es eher gering.

Beide Unternehmen haben ihre Schuldenquoten aber inzwischen weiter erhöht. Nabor Industries fehlt es hier jedoch an Größe im Vergleich zu Halliburton, sodass die Investoren bei Schwierigkeiten eher abspringen.

Andererseits sind Spekulanten, die einen eventuellen Aufwärtstrend mitnehmen wollen, eher gewillt, Nabor Industries Anteile zu kaufen. Ein weiterer Grund, weshalb die Höhen und Tiefen der Ölpreise einen großen Einfluss auf den Erfolg dieser Unternehmen haben. Hierbei ist zu erwähnen, dass man darauf achten sollte, worin sich diese unterscheiden, um ihre Kursschwankungen verstehen zu können. Gerade bei kleineren und/oder verschuldeten Unternehmen, können Ergebnisse dadurch dramatisch beeinflusst werden.

Und weiter?

Eines ist sicher: Die Ölpreise werden weiterhin in ihrem gewohnten Muster schwanken. Der Aufschwung im Januar, der den Öl-Dienstleistungssektor angekurbelt hat, könnte also auch leicht wieder umschwenken. Wenn man auf der Suche nach einem eher risikoarmen Investment ist, sollte man die meisten Unternehmen in diesem Sektor folglich meiden.

Sollte man sich doch in den Sektor einkaufen wollen, dann ist man mit den größeren Unternehmen sicherlich besser beraten. Hier sind die zu erwartenden Gewinne vielleicht etwas geringer, aber das nur zugunsten des niedrigeren Verlustrisikos.

Solltest du dich in die Ölbranche einkaufen wollen, empfehlen wir die konservativen Ölkonzerne, wie z.B. ExxonMobil und Chevron genauer unter die Lupe zu nehmen.

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