ROUNDUP/Debatte um CDU-Vorsitz Merz prescht vor - Brinkhaus fordert Demut

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
14.02.2020, 22:17  |  178   |   |   

BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Vorpreschen von Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz werden die Rufe nach einer einvernehmlichen Lösung für CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur lauter. Der heutige Fraktionschef Ralph Brinkhaus forderte Bereitschaft zur Unterordnung: "Wenn jemand sagt, er möchte Verantwortung übernehmen, dann heißt das auch, dass er Verantwortung als Nummer zwei oder Nummer drei übernehmen kann." Gesundheitsminister Jens Spahn betonte im "Spiegel": "Wir brauchen eine integrative Figur, jemand, dessen Kandidatur die Partei nicht spaltet, sondern eint." Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte: "Es kann jetzt nur miteinander und in Geschlossenheit gehen."

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hielt sich weiterhin bedeckt. Beim Valentinstreffen der CDU im hessischen Kelkheim erklärte er am Freitagabend, er werde "nicht einmal eine Andeutung" zu diesen Thema machen, und verwies auf die geplanten Gespräche der scheidenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer mit den potenziellen Kandidaten. "Die Vorsitzende redet kommende Woche mit allen Dreien und danach wird sich zeigen, wie gehen wir diesen Weg und vor allem mit welchem Zeitplan."

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erklärte bei seinem Eintreffen in Kelkheim: "Alle drei haben das Zeug dazu, eine solche Aufgabe wahrzunehmen. Da gibt es keine Abstufung nach dem Motto: geeignet oder ungeeignet." Beide, Laschet und Bouffier, sind Mitglieder des CDU-Bundespräsidiums, des engsten Führungszirkels der Partei um Kramp-Karrenbauer. Laschet gilt neben Merz und Spahn als einer der drei aussichtsreichen Kandidaten für die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer, die am Montag ihren Rückzug angekündigt hatte.

Ebenso wie Laschet hat auch Spahn bisher offen gelassen, ob er tatsächlich für den CDU-Vorsitz kandidieren würden. Auch Merz hat eine definitive Festlegung in der Öffentlichkeit vermieden, aus seinem engsten Umfeld heißt es aber, er sei zu einer Kandidatur entschlossen.

Der saarländische CDU-Chef Hans sieht die Führungsdebatte als Teil eines politischen Überlebenskampfes: "Es geht um das Überleben der CDU als Volkspartei der Mitte und darum, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. In der Diskussion gehe es "um weit mehr als um Personalfragen". Er betonte: "Unser Ziel muss es doch sein, jemanden zu präsentieren, hinter dem sich die gesamte Union versammeln kann."

Seite 1 von 2


Diesen Artikel teilen
Mehr zum Thema
Klicken Sie auf eines der Themen und seien Sie stets dazu informiert. Mehr Informationen hier.
CDUCSUArmin LaschetFriedrich MerzJens Spahn


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel