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ROUNDUP Kommt nach dem Brexit der Scexit? Schottland wählt neues Parlament

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.05.2021, 14:59  |  125   |   |   

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EDINBURGH/LONDON (dpa-AFX) - "Polling Place" (Wahllokal) - die pinkfarbenen Schilder sind am Donnerstag an vielen Ecken in der schottischen Hauptstadt Edinburgh zu sehen. In England würde man von einer "Polling Station" sprechen. Doch wie so vieles ist das in Schottland ein "wee" (klein) bisschen anders als bei dem großen Nachbarn im Süden. Bei der Wahl zum Regionalparlament könnten nun auch die Weichen für eine Loslösung des Landes von Großbritannien gestellt werden.

Mehr als 4,2 Millionen Menschen waren zur Abstimmung aufgerufen. Die Schottische Nationalpartei (SNP) von Regierungschefin Nicola Sturgeon hofft auf eine absolute Mehrheit. Sie will dann ihre Forderungen nach einem neuen Unabhängigkeitsreferendum verstärken. Sie braucht dafür die Zustimmung der Zentralregierung in London, doch der konservative Premierminister Boris Johnson will davon bislang nichts wissen.

Bei einem ersten Referendum 2014 hatten sich 55 Prozent der Schotten gegen eine Abspaltung ihres Landes ausgesprochen. Die SNP argumentiert aber, die Situation habe sich mit dem von den schottischen Wählern mehrheitlich abgelehnten EU-Austritt Großbritanniens grundlegend geändert.

Auch in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wurde am "Superwahltag" abgestimmt: In Wales wählten die Menschen ebenfalls ein neues Parlament, in weiten Teilen Englands neue Gemeinde- und Bezirksräte sowie Bürgermeister - unter anderem in London. Stimmzettel konnten bis 23.00 Uhr (MESZ) abgegeben werden. Mit Ergebnissen wird größtenteils erst am Wochenende gerechnet.

Es sind vor allem die jungen Menschen in Schottland, die sich die Unabhängigkeit wünschen. Das spiegelt sich am Donnerstag auch vor den Wahllokalen wider. "Ich will Teil Europas sein und wünsche mir ein Schottland, das offener ist", sagt der 26 Jahre alte Nicholas Hawks, der seine Stimme im Wahlbezirk Edinburgh Central der SNP gegeben hat. Zwar habe er 2014 noch gegen die Abspaltung von Großbritannien gestimmt, doch der Brexit habe ihn davon überzeugt, dass Schottland seine Gesetzgebung besser selbst in der Hand haben sollte. Für die Konservativen stehe das Wohl Großbritanniens nicht im Mittelpunkt, glaubt Hawks.


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