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Chinas neue Liebe zum Gold

Gastautor: Gerhard Heinrich
02.09.2010, 10:14  |  1087   |   |   

Es ist weithin bekannt, dass die Volksrepublik China eine äußerst zupackende Rohstoffpolitik betreibt. Um ihren steigenden Bedarf zu sichern, greifen die Konzerne des Landes mit milliardenschweren Übernahmen in die ganze Welt aus. Relativ neu ist allerdings, dass China jetzt nicht nur seiner Versorgung mit Energierohstoffen und Industriemetallen höchste Priorität einräumt. Vielmehr steht inzwischen auch die globale Expansion der chinesischen Goldminen-Industrie ganz oben auf der Agenda. Dabei ist Gold – anders Öl, Stahl oder Kupfer - für den künftigen Wohlstand des Landes keineswegs kriegsentscheidend. 

Anfang August gab China Notenbank erstmals die Devise aus, dass die Banken ihre Kreditlinien an die großen Goldförderer des Landes ausweiten sollen. Daneben wurden die Geldhäuser angewiesen, Zukäufe im Ausland durch eine großzügige Darlehensvergabe zu unterstützen. Dies ist eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Peking zurzeit die allgemeine Bankenkreditvergabe grundsätzlich eher drosseln will.

Hinzu kommt, dass die Regierung jetzt auch versucht, die Goldnachfrage in der Bevölkerung zu stimulieren. Bis 2002 waren in China private Goldkäufe komplett verboten, und bis vor kurzem waren sie nur in so großen Stückelungen möglich, dass die privaten Käufer so gut wie ausgeschlossen waren. Inzwischen wurde der Goldhandel aber stark liberalisiert. Im Staatsfernsehen gab es jüngst sogar Sendungen, in denen Gold als gutes Investment propagiert wurde, und in denen erklärt wurde, wie und wo man als Kleinanleger Gold kaufen kann.

Diese Vorgehensweise gibt vielen Beobachtern Rätsel auf. Fest steht allerdings, dass China durchaus Interesse an hohen Goldpreisen hat. Vor allem die Notenbank hat ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Zwar steht Gold auch dort weiterhin nur für einen kleinen Teil der gesamten Vermögenswerte, denn allein die Devisenreserven befinden sich bei über 2 Billionen Dollar. Dennoch hat Chinas Zentralbank bereits über 1000 Tonnen Gold gehortet, und kauft offenbar weiter zu. Dies ist vor allem als allmähliche Abkehr vom Dollar zu werten. Der Großteil der chinesischen Notenbankreserven besteht derzeit noch aus amerikanischen Staatsanleihen, und angesichts der immens hohen US-Staatsverschuldung erscheint diese Strategie zunehmend riskant. 

Daneben wird auch die erhebliche wirtschaftliche Bedeutung der Goldförderung für China häufig verkannt. Seit 2007 ist das Reich der Mitte (vor Südafrika) der größte Goldproduzent der Welt. Die Jahresproduktion lag 2009 fast bei 300 Tonnen, und stieg damit im vergangenen Jahrzehnt um über 80 Prozent. Während die Förderung in vielen anderen großen Produzentenländern fast stagnierte, wurde sie hier also mit einem enormen Tempo ausgebaut. Allein dies zeigt schon, welche hohe Priorität die Goldgewinnung dort bereits seit längerem genießt. 

Wir werden gerade Zeugen davon, wie Chinas Wirtschaftslenker mit dem Goldminensektor eine weitere Branche in den Rang einer Schlüsselindustrie erheben – mit allen entsprechenden Konsequenzen inklusive staatlicher Protektion und voraussichtlich auch massiver finanzieller Unterstützung. Angesichts dessen sollten wir als Anleger die Aktien der chinesischen Goldförderer jetzt besonders intensiv beobachten. In unserer heutigen ASIEN-Trends-Ausgabe stellen wir Ihnen deshalb einen chinesischen Goldminenwert vor, der sich durch hohe Wachstumsraten auszeichnet, und dabei gleichzeitig noch sehr günstig bewertet ist. 

Unseren Börsenbrief ASIEN-Trends können Sie unter www.asien-trends.de kostenlos testen.

 

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