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Marktüberblick Edelmetall-Report – Edelmetalle bleiben gefragt!

03.03.2017, 07:45  |  955   |   |   

Trotz zunehmender Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung des FED bei der kommenden Sitzung im März bleiben Gold und Silber weiterhin gefragt. Damit bleiben auch die intakten Aufwärtsbewegungen bestehen. Nachdem sich zu Wochenbeginn einige FED-Mitglieder für eine Zinsanhebung durch das FED positioniert hatten kam Gold zwar leicht unter Druck, gefährdet wurde der Aufwärtstrend dadurch aber nicht. Für das gelbe Edelmetall stehen kurz vor wichtigen technischen Widerständen dennoch richtunsgweisende Tage an. Dabei sollten Anleger auch die Rede der FED-Vorsitzenden Janet Yellen am heutigen Freitag im Blick behalten.


Marktsituation Gold – 03. März 2017

Das gelbe Edelmetall hat seit Mitte Dezember 2016 eine intakte und dynamische Aufwärtsbewegung vollzogen. Im Rahmen dieser Aufwärtsbewegung wurde zuletzt auch der Widerstandsbereich bei 1.245,- USD je Feinunze bullish getriggert und die übergeordnete Abwärtstrendlinie ins Visier genommen. Am Montag verzeichnete Gold sein Wochenhoch bei 1.264,- USD. Dort zeigte Gold allerdings im Bereich der übergeordneten Abwärtstrendlinie eine bearishe Reaktion und kam auch aufgrund der zunehmenden Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im März durch das FED wieder unter Druck. Dabei fielen die Notierungen am gestriegn Handelstag auf 1.235,- USD zurück. Der seit Dezember bestehende Aufwärtstrend wird durch diesen Rücksetzer allerdings nicht gefährdet. Hier ist das letzte Korrekturtief bei 1.216,- USD zu beachten. Erst wenn Gold unter diese Unterstützung fällt, zeichnet sich eine mittelfristige Trendwende ab.

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Dabei dürft sich Gold in den kommenden Tagen bis zur FED-Sitzung mit weiteren dynamischen Anstiegen schwer tun. Zum einen begrenzt die übergeordnete Abwärtstrendlinie das Anstiegspotenzial auf der Oberseite und zum anderen dürften sich die Spekulationen über eine Zinsanhebung im März weiter belastend auf den Goldpreis auswirken.

Um den übergeordneten technischen Widerstand auf der Oberseite auszuhebeln wären daher von der fundamentalen Seite neue bullishe Impulse nötig. Dass diese am heutigen Tag durch die Rede von Janet Yellen kommen, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte Yellen die Aussagen der FED-Mitglieder zu Wochenbeginn bestätigen und damit den Druck aufrecht erhalten.


Unterstützungen und Widerstände Gold:

Unterstützungen Widerstände
1.231,- USD 1.245,- USD
1.224,- USD 1.261,- USD
1.216,- USD 1.264,- USD
1.212,- USD 1.280,- USD
1.180,- USD 1.300,- USD


Marktsituation Silber – 03. März 2017

Silber setzte seine Aufwärtsbewegung auch in der vergangenen Handelswoche relativ konstant fort und testete dabei den nächsten Widerstand auf der Oberseite bei 18,40 USD je Feinunze. Allerdings zeigte auch Silber an diesem Widerstand eine leichte bearishe Reaktion und beendete die Aufwärtsbewegung zunächst auf dem erreichten Kursniveau. Um weiteres Aufwärtspotenzial zu generieren und den Widerstand bei 19,- USD als nächstes Kursziel auf der Oberseite zu aktivieren, müsste dieser Widerstand allerdings erst bullish getriggert werden.

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Dieses Szenario bleibt auch weiterhin intakt, da trotz des Rücksetzers von 18,50 USD auf knapp 17,70 USD am gestrigen Handelstag noch nicht von einer nachhaltigen Korrektur gesprochen werden kann. Erst unterhalb der Unterstützung bei 17,15 USD würde sich das technische Bild stärker eintrüben.

Trotz des gestrigen Tagesverlustes zeigt sich der kleine Bruder des Goldes seit Ende letzten Jahres wesentlich robuster. Seit Dezember 2016 konnte Silber gute 14 Prozent zulegen, während bei Gold lediglich ein Anstieg von knapp 9 Prozent verzeichnet wurde.

Diese relative Stärke zeichnet sich auch im Gold/Silber Ratio ab. Hier ist die Überbewertung zu Gunsten von Gold seit Jahresbeginn konstant abgebaut worden.


Unterstützungen und Widerstände Silber:

Unterstützungen Widerstände
17,70 USD 18,40 USD
17,50 USD 18,65 USD
17,20 USD 19,00 USD
16,60 USD 19,70 USD
16,15 USD 20,10 USD


Gold/ Silber Ratio:

Das Gold/Silber Ratio liegt anhand der derzeitigen Kursniveaus bei 67,75 und hat damit in der vergangenen Handelswoche wieder deutlicher abgebaut (68,80 zuvor). Dennoch liegt anhand des Gold/Silber Ratios weiterhin eine Überbewertung zu Gunsten von Gold vor, da das Gold/Silber Ratio weiterhin über dem historischen Durchschnittswert notiert. Im Durchschnitt lag die Ratio in den vergangenen 60 Jahren bei 57,6 mit einer Standardabweichung von 17,3. Am 01. März des letzten Jahres notierte die Ratio noch bei 83 Punkten und damit 3 Punkte über dem historischen Wendepunkt von 80. Aufgrund des Gold/Silber Ratios besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die relative Stärke von Silber aus den vergangenen Wochen beibehalten wird. Seit Jahresbeginn ist die Überbewertung zu Gunsten von Gold bereits stark abgebaut worden. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung des derzeit vorherrschenden Trends höher einzustufen als eine zeitnahe Trendwende und eine erhöhte Nachfrage bei Gold. Die kommenden politischen Entscheidungen in Europa haben allerdings durchaus das Potenzial das Blatt zu Gunsten von Gold zu wenden, da Gold als sicherer Hafen in der Regel noch stärker gefragt ist als Silber. Dies sollte in den kommenden Wochen und Monaten berücksichtigt werden.

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Ausblick für Gold:

Im kurzfristigeren M30-Chart befindet sich Gold derzeit in einem intakten Abwärtstrendkanal. Die untere Kanalbegrenzung wurde im gestrigen Tagesverlauf getestet, was eine temporäre Stabilisierung zum Handelsschluss nach sich zog. Gleichzeitig ist hierbei die 200er-EMA (blau gestrichelt) zu berücksichtigen, da diese ebenfalls stützend auf die Notierungen eingewirkt haben dürfte.

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Sollte das gestrige Tagestief allerdings am heutigen Handelstag nach unten durchbrochen werden, können Anleger sich kurzfristig auf einen Test der 100er-EMA und 50er-EMA einstellen. Hier bestünde dann erneut die Chance einer Stabilisierung. Sofern Gold aber positiv in den Handel starten sollte, dürfte zunächst ein Test der oberen Trendkanallinie auf der Agenda stehen.


Platin und Palladium:

Platin gelang zwar im Laufe der vergangenen Handelswoche der temporäre Bruch des Widerstands bei 1.021,- USD, konnte diesen Ausbruch aber nicht nachhaltig bestätigen. Am Montag setzte Platin den Anstieg vom vorangegangenen Freitag zwar nochmals fort und markierte sein Wochenhoch bei 1.044,- USD, gab im weiteren Tagesverlauf die Gewinne aber größtenteils wieder ab. In den Folgetagen fiel Platin auch unter den vorherigen Widerstand bei 1.021 zurück und bestätigte somit den Fehlausbruch auf der Oberseite.

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In den kommenden Tagen dürfte die 200er-EMA (blau gestrichelt) auf der Unterseite als nächstgelegene Unterstützung ins Visier genommen werden. Sollte sich Platin in diesem Bereich nicht stabilisieren können und auch die 100er-EMA bzw. 50er-EMA nicht verteidigen können, besteht ein hohes Risiko für weitere Kursrücksetzer bis in den Bereich bei 950,- USD.

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Die technische Ausgangssituation hat sich bei Palladium im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert. Palladium notiert nach wie vor unterhalb des übergeordneten Widerstandsbereichs zwischen 796,- USD und 803,- USD. Auf der Unterseite liegt die nächste relevante Unterstützung bei 762,- USD. Sollte Palladium in den kommenden Tagen keinen neuen Angriff auf den übergeordneten Widerstandsbereich starten können und unter dieses Unterstützungsniveau zurückfallen, würden auf der Shortseite die 50er-EMA (rot gestrichelt) bei 748,- USD und das Tief vom 03. Februar bei 740,- USD als weitere Kursziele ins Visier genommen werden.

Um das Szenario eines Doppel-Top´s am Widerstandsbereich zu bestätigen, wären Notierungen unter dem übergeordneten Unterstützungsbereich bei 711,- USD erforderlich. Hier befindet sich das letzte übergeordnete Korrekturtief auf Tagesbasis. Hieruter wäre dann auch der intakte Aufwärtstrend auf Tagesbasis egalisiert und die 200er-EMA (blau gestrichelt) das nächste Kursziel auf der Unterseite.

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Disclaimer

Autor

Benedikt Wachsmann
Chartanalyst, RoboForex.de

Schon vor dem Beginn seines Studiums zum Diplom-Finanzwirt, welches er erfolgreich abschließen konnte, sammelte Herr Wachsmann die ersten Erfahrungen an den Kapitalmärkten. Nach kurzer Zeit entdeckte er den charttechnischen Ansatz für sein eigenes Trading und spezialisierte sich daraufhin auf dem Gebiet der technischen Analyse.

Das lebendige an seinen charttechnischen Analysen ist die Tatsache, dass er nicht nur auf die wichtigsten Unterstützungen und Widerstände im Chart eingeht, sondern auch einen Blick auf die wichtigsten Ereignisse der kommende Woche wirft und so die verschiedensten Szenarien und Einflussfaktoren bildlich darstellt.

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