DAX+0,61 % EUR/USD-0,37 % Gold-0,61 % Öl (Brent)-1,37 %

Schockierendes Motiv Möglicher Börsengewinn unklar: 28-Jähriger verübte wohl Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.04.2017, 07:58  |  7558   |  22   |   

BERLIN (dpa-AFX) - Anderthalb Wochen nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund hat die Polizei am Freitagmorgen im Raum Tübingen einen 28-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.

Laut Mitteilung der Bundesanwaltschaft scheint der mutmaßliche Täter wohl auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt zu haben, um dadurch einen Millionengewinn einstreichen zu können. An islamistischen oder anderen extremistischen Hintergründen bestünden erhebliche Zweifel.

So lautet die jüngste Mitteilung: Wie viel Geld der Verdächtige im Fall des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus maximal an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar. Das werde derzeit noch berechnet, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Freitag in Karslruhe. Der 28-Jährige habe drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben - die meisten davon am Tag des Angriffs selbst. Dafür habe er einen Verbraucherkredit in Höhe von mehreren zehntausend Euro aufgenommen. Sicher sei: Je tiefer die Aktie des Fußballvereins gefallen wäre, desto höher wäre der Gewinn für den Verdächtigen ausgefallen, siehe hier.

Borussia Dortmund

Der Verdächtige sei ein 28-Jähriger mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit. Ihm wird von der Bundesanwaltschaft versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft wollte um 12.30 Uhr über den Stand der Ermittlungen informieren.

Am Dienstag vergangener Woche hatten vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco drei Sprengsätze am Mannschaftshotel gezündet, während der BVB-Bus vorbeifuhr. Dabei wurde der Abwehrspieler Marc Bartra in dem Fahrzeug von Splittern getroffen und schwer verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur liefen am Freitagmorgen Polizeiaktionen gegen insgesamt vier unterschiedliche Objekte in Baden-Württemberg.

Laut den Informationen von heute Morgen hatte der Beschuldigte am 11. April - dem Tag des Anschlags gegen den BVB-Bus - 15 000 Verkaufsoptionen für 78 000 Euro in Bezug auf die BVB-Aktie erworben. Die Papiere hätten eine Laufzeit bis zum 17. Juni gehabt. Der Kauf wurde demnach über einen Online-Anschluss des Mannschaftshotels abgewickelt. Der Beschuldigte habe die Papiere über einen am Anfang April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit finanziert, hieß es. Der Käufer spekulierte laut GBA auf fallende Kurse - die Höhe des Gewinns hänge von der Höhe des Kursverlustes ab. Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn wegen des Anschlags Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären. Der Verdächtige sei wie die Mannschaft Gast im Mannschaftshotel gewesen und habe dort bereits am 9. April ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf den späteren Anschlagsort bezogen.

Die BVB-Spieler waren kurz vor dem Anschlag mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Champions League-Hinspiel gegen den AS Monaco abgefahren. Die drei Sprengsätze waren in einer Hecke in der Nähe des Hotels versteckt. Das Spiel war dann wegen des Anschlags um einen Tag verschoben worden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wohnte der Tatverdächtige in Baden-Württemberg. Er sei seit dem 13. April per Haftbefehl wegen 20-fachen versuchten Mordes und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gesucht worden. Laut Generalbundesanwalt waren an den Ermittlungen mehrere hundert Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der baden-württembergischen Polizei beteiligt.

Die Sprengsätze waren dem Generalbundesanwalt zufolge über eine Länge von zwölf Metern in einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Mannschaftsbusses angebracht. Die Sprengwirkung der mit Metallstiften bestückten Sprengsätze sei auf den Bus ausgerichtet gewesen. Ein Metallstift sei noch in einer Entfernung von 250 Meter aufgefunden worden. Die Zündung sei nach derzeitigem Erkenntnisstand für jeden Sprengsatz separat über eine funkausgelöste elektrische Schaltung erfolgt. Zur Art des verwendeten Sprengstoffs lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor./hme/bk/DP/zb

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Zitat von KalchasDer ist gut. Was soll das Stadtwappen von Tscheljabinsk mit Tscetschenen zu tun haben?


Bevölkerung des Oblasts nach Volksgruppen in Prozent
Russen 81,41
Tataren 5,20
Baschkiren 4,67
Ukrainer 1,44
Kasachen 1,02
Deutsche 0,54
Weißrussen 0,37
Mordwinen 0,35
Armenier 0,27
Nagaibaken 0,22
Tadschiken 0,21
Aserbaidschaner 0,21
Tschuwaschen 0,20
Juden 0,10

https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Tscheljabinsk

Alle möglichen Volksgruppen in niedrigen Prozentzahlen. Nur Tschetschenen werden nicht genannt.


Kalchas: Das mit dem Wappen hat nix mit dem Tschtschenen zu tun, Sollte auch nicht.

Dass es bei einer Herkunfz aus Tscheljabunsk kein ´Teschtschene ist, hatte ich ausdrücklich in der Ntwort akzeptiert.

Das Stadtwappen belegt aber die orientalische Prägung der Herkunftsgegend. Damit ist eine irgendwie islamische Prägung on Personen dieser Herkunft nicht völlig abwegig. S. meine Ntwort an Freibauer.

Mir ging es in keiner Weise unbedingt um einen Tschetschenen, sondern ausschliesslich darum, ob die bekannten Faktendarstellungen tatsächlich, wie behauptet, ein islamisches Motiv völlig ausschlieseen. Der Tschtschene war nur ein Beispiel, dass die Bezeichnung "russischer Staatsbürger" an dieser Stelle nicts näheres belegt.Das mit der Herkunft aus Tscheljabinsk wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, danke für die nützliche Information. Aber es gibt in deiner Aufzäjlung andere Volksgruppen, bei denen ein islamischer Hintregrund sehr wohl vorliegen könnte.

Ich erlaube mir nicht, ernsthaft zu behaupten, dass ein solches islamistisches Motiv sicher vorliegt. Das wäre zm jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation. Aber ich prüfe die Schlussfolgerungen, die andere (Medien, Dehörden, Du) zum Thema ziehen, daraufhin, ob sie wirklich so 100% beweiskräftig sind, wie behauptet.

Gruss oeraganogold
Danke für die sachliche Amtwort und die konstruktiven Antworten und Fragen.

Freibauer:

Angenommen es gibt in einzelnen Punkten Zweifel -

Was folgt daraus...?


Aus der Existenz nicht ausschliesbarer Widersprüche in der Berichterstattung folgt so einiges. Zumindest kann man schlussfolgern, dass die Berichterstattung Halbwahrheiten, und Fehler enthält, sodass ein gesundes Misstrauen gegenüber den durch die Medien bzw. die Sicherheitsbehörden gezogenen logischen Schlussfolgerungen angebracht scheint. In einem solchen Fall stellt sich natürlich die Frage, was dahintersteckt. Um diese Frage sachlich begründet zu beantworten, wäre es notwendig, deine nächste Frage zu beantworten, wer zu welchem Zweck unvollständige Informationen verbreitet.


Wer soll die falschen oder unvollständigen Informationen zu welchem Zweck gesteuert haben?

Ich kann und will dir diese Frage nicht beantworten. Nicht, weil ich mich um etwas drücken will, sondern weil das reine Spekulation wäre. Mit meinem Argumenten zu den Widersprüchen in der Berichterstattung habe ich auf Inkonsistenzen und erkennbare Unlogik hingewiesen. Wer aber um eine Motivation dazu haben durfte: dafür könnte es hunderte mehr oder weniger stichhaltige oder auch völlig abwegige Hypothesen geben. Von absolut schlampiger journalistischer Arbeit (was wohl zumindest Ursache der Widersprüche bei der Beschreibung der Finanztransaktionen sein sollte) bis zum finsteren Ränkespiel der Illuminati.

Natürlich denkbar das der Attentäter - in einem Fitnessstudio Kneipe oder Internetcafe jemanden getroffen hat -der ihn angeworben hat - alles eingeredet hat -und ev. bezahlt hat..

Auch dann gibts aber kein Motiv....warum jemand ihn angeworben haben könnte...


Warum angeworben? Wenn eine Familie als Tscheljabinsk im Jahre 2003 nach Deutschland kam, hatte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Rußlanddeutschen gehandelt. Die lebten in Russland in einer Atmosphäre der Nichtgleichwertigkeit, was sich in Deutschland zumindest gefühlt fortsetzte. Unter solchen Umständen sind junge Menschen anfällig für Rattenfänger jeglicher Art, die versprechen, ihnen ihre Selbstachtung wiederzugeben. Eine Konvertierung zum Islam und eine darauf folgende Radikalisierung ist einer der möglichen Wege, die solche Menschen gehen.
Ich will nicht behaupten, dass es im Fall des Attentäters so gewesen sein muss. Ich sage nur, dass die Herkunft aus dem Südural nicht, wie Behörden und Medienund auch
Kalchas irreführend argumentieren, einen islamistischen Hintergrund ausschließen. Vielmehr bleibt ein solcher auch im Licht der derzeit veröffentlichten Version nicht ausgeschlossen.

https://www.youtube.com/watch?v=pRYgKld12nc


Ich behapte keinesfalls, dass es im BVB-Fall o gewesen sei. Aber ich denke, ich habebelegt, dass die zur Leugnung eines islamistischen Hintergrunda angeführte Herkunft diese chlussfolgerung eben nicht hergibt. Auch das Geldgier-Motiv ist kin Ausschlussgrund - ist es doch sehr gut denkbar, beide Motive u Kombi nieren (wie auch 9/11 von einschlägigen Spekulationen gegen die Aktien von Fluggesellschaft begleitet gewesen sein soll)

Oder willst du Journalisten Polizei usw. kontrollieren?

Das steht mir nicht zu. In einer funktionierenden Demokratie wäre die vierte Macht, also die Medien selbst, am ehesten Träger einer solchen Aufgabe. Aber ich darf kritisieren, wenn ich den berechtigten und begründeten Eindruck habe, dass Fragen offen bleiben und eben die vierte Macht nicht so funktioniert, wie dies ihre Aufgabe wäre.

Die einfachste Hypothese ist meist die richtige........

Ergänzung: die einfachste widerspruchsfreie Hypothese ist meist die richtige.:laugh::laugh:
(Sherlock Holmes: "Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.")

Gruß oreganogold
Angenommen es gibt in einzelnen Punkten Zweifel -

Was folgt daraus...?

Wer soll die falschen oder unvollständigen Informationen zu welchem Zweck gesteuert haben?
--------------------------
Natürlich denkbar das der Attentäter - in einem Fitnessstudio Kneipe oder Internetcafe jemanden getroffen hat -der ihn angeworben hat - alles eingeredet hat -und ev. bezahlt hat..

Auch dann gibts aber kein Motiv....warum jemand ihn angeworben haben könnte...
---------------------------------------------------

Oder willst du Journalisten Polizei usw. kontrollieren?

Die einfachste Hypothese ist meist die richtige........
Der ist gut. Was soll das Stadtwappen von Tscheljabinsk mit Tscetschenen zu tun haben?


Bevölkerung des Oblasts nach Volksgruppen in Prozent
Russen 81,41
Tataren 5,20
Baschkiren 4,67
Ukrainer 1,44
Kasachen 1,02
Deutsche 0,54
Weißrussen 0,37
Mordwinen 0,35
Armenier 0,27
Nagaibaken 0,22
Tadschiken 0,21
Aserbaidschaner 0,21
Tschuwaschen 0,20
Juden 0,10

https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Tscheljabinsk

Alle möglichen Volksgruppen in niedrigen Prozentzahlen. Nur Tschetschenen werden nicht genannt.

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel