DAX-1,42 % EUR/USD+0,04 % Gold+0,10 % Öl (Brent)-1,95 %

Keine Ehe? Mark Mobius vs. Donald Trump: New Yorker Börse für Saudi Aramco unattraktiv

10.11.2017, 11:47  |  2810   |   |   

US-Präsident Donald Trump twitterte am Sonntag, dass er einen Börsengang von Saudi Aramco an der New Yorker Börse sehr begrüßt. Mobius, Investor und Portfoliomanager, hingegen geht davon aus, dass New York bereits nicht mehr zur Debatte steht. 

Wenige Tage nachdem US-Präsident Donald Trump sich für den Börsengang von Saudi Aramco an der New York Stock Exchange aussprach, sagte Investor und Finanzmarktexperte Mark Mobius gegenüber CNBC, dass New York praktisch "raus" ist. Eine Reihe von großen Börsen, darunter New York, London, Hongkong und Singapur, stehen seit Monaten zur Diskussion, wenn es um den Börsengang der staatlichen saudi-arabischen Ölgesellschaft geht.

Aramco gilt als eine der wertvollsten Firmen der Welt: Die Bewertungen schwanken zwischen zwei Billionen Dollar und 500 Milliarden Dollar. Laut CNBC hat Aramco mitgeteilt, dass es seine Anteile an der lokalen saudischen Wertpapierbörse Tadawul in Riad und ein oder zwei anderen Überseemärkten in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 notieren wird. 

Der Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco könnte Saudi Arabien bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen, so das Manager Magazin. Mit dem Börsengang von Saudi Aramco würde sich die Volkswirtschaft Saudi-Arabien für Investoren weit eröffnen.

"Ich denke, New York ist ziemlich raus, wegen des Risikos, dass sich Rechtsstreitigkeiten ergeben könnten. London könnte auch raus sein. Also wird es sehr interessant sein zu sehen, was mit diesem IPO geschieht," sagte Mobius auf CNBC. Ein Bericht der Financial Times vom Juni besagt, dass Rechtsanwälte Saudi-Arabien davor warnten, einen IPO an der New Yorker Börse durchzuführen, denn damit steigt das Prozessrisiko. Auf Reuters erschien im August ein Bericht, wonach das Reich des Nahen Ostens trotz der Risiken immer noch New York bevorzuge.

Am vergangenen Wochenende hatte Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Dutzende Prinzen und wichtige Persönlichkeiten des Landes festsetzen lassen. Laut dem Spiegel wurden 208 Menschen festgenommen. Diese seien wegen Korruptionsvorwürfen zu Befragungen einbestellt worden, teilte Generalstaatsanwalt Saud al-Mudschib mit. Mindestens 100 Milliarden Dollar (etwa 86 Milliarden Euro) seien über Jahrzehnte durch systematische Korruption und Unterschlagung veruntreut worden, so die Vermutungen. Bei einem Börsengang von Saudi Aramco in New York oder London müssten viele interne Verknüpfungen veröffentlicht werden. An einer Offenlegung dürften einige Personen wenig Interesse haben.

Für einen erfolgreichen IPO sei die Offenlegung ein wichtiger Schlüssel, sagte Mobius. "Langfristig bin ich sehr optimistisch", sagte er. Zu den jüngsten Verhaftungen meint Mobius: "Ich glaube, dass ist nur der Anfang. Ich denke, dass noch viel mehr kommen wird." Womöglich könnte sich der IPO bis ins Jahr 2019 verzögern.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel