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3 Blue-Chip-Aktien entwickeln ihre eigene Blockchain-Technologie

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.02.2018, 10:00  |  334   |   |   

Obwohl Kryptowährungen ihren ersten großen Rückschlag seit Jahren im letzten Monat hinnehmen mussten, haben sie die Börse trotzdem pulverisiert. Nachdem sie 2017 mit einer Marktkapitalisierung von nur 17,7 Milliarden US-Dollar begonnen hatten, hatten die digitalen Währungen am 7. Februar 2018 einen Gesamtwert von rund 386 Milliarden US-Dollar. Das ist eine Steigerung von fast 2.100 %, wofür der S&P 500 Jahrzehnte gebraucht hatte.

Auf die Blockchain setzen

Das Herzstück der Kryptowährungen ist die Blockchain-Technologie. Für diejenigen, die diese Technologie noch nicht kennen: Blockchain ist das digitale, verteilte und dezentrale Ledger, das virtuellen Tokens zugrunde liegt und für die Erfassung aller Transaktionen ohne Zwischenhändler zuständig ist.

Die Entwicklung der Blockchain ist ein Ergebnis der wahrgenommenen Mängel des aktuellen Bankensystems. Dazu gehören die Dauer der Validierung und Abwicklung von Transaktionen, insbesondere von grenzüberschreitenden Zahlungen, sowie die Tatsache, dass Banken bei Transaktionen als Dritte auftreten und dabei eine Gebühr erheben.

Die Blockchain zielt darauf ab, diese Probleme auf drei Arten zu lösen. Erstens bedeutet eine dezentrale Plattform, dass die Blockchain keinen zentralen Server oder Rechenzentrum hat, auf dem Transaktionsinformationen gespeichert sind. Dies stellt sicher, dass keine einzelne Institution oder Hacker jemals die Kontrolle über ein Netzwerk oder eine Kryptowährung erlangen können. Sie gilt daher als sicherer als herkömmliche Bankensysteme.

Zweitens, die Blockchain entfernt Banken aus der Gleichung. Die Verarbeitung von Zahlungen über die Blockchain reduziert die Transaktionsgebühren. Unklar ist, ob diese niedrigeren Gebühren für den Verbraucher von Vorteil sind oder ob die Unternehmen den zusätzlichen Gewinn einstecken.

Schließlich hat die Blockchain das Potenzial, die Transaktionszeiten drastisch zu verkürzen. Während grenzüberschreitende Zahlungen mit dem derzeitigen System bis zu fünf Tage in Anspruch nehmen können, könnte die Blockchain Zahlungen in Sekunden oder Minuten abwickeln. Diese Effizienzsteigerung könnte den Unternehmen einen großen Schub geben.

Es ist auch erwähnenswert, dass die Blockchain nicht nur auf die Finanzdienstleistungsbranche beschränkt ist, auch wenn dort ihre unmittelbaren Vorteile zu sehen sind. Die Blockchain findet Anwendung in der Technologie-, Energie-, Einzelhandels- und Gesundheitsindustrie.

Diese Blue-Chip-Aktien entwickeln ihre eigene Blockchain-Technologie

Während die meisten Investoren die Entwicklung der Blockchain innerhalb der Krypto-Community im Auge haben, arbeiten eine Handvoll Blue-Chip-Unternehmen daran, eigene Blockchain-Plattformen zu entwickeln. Hier sind drei der bekanntesten Entwickler.

1. IBM

IBM (WKN:851399) hatte einen ziemlichen Rückstand aufzuholen, als Cloud Computing zum Trend avancierte. Allerdings ist Big Blue zufällig an der Spitze der Entwicklung von Blockchains, nachdem das Unternehmen jahrelang hart an seiner eigenen Blockchain-Technologie gearbeitet hat.

Eine der spannendsten Partnerschaften ist wohl die mit A.P. Moller-Maersk (allgemein bekannt als Maersk). IBM und Maersk begannen ihre Blockchain-Partnerschaft bereits im Juni 2016 und gaben kürzlich bekannt, dass sie ein separates Joint Venture gründen würden, um sich auf Blockchain-Lösungen im Supply Chain Management für die Schifffahrtsindustrie zu konzentrieren. Das Duo ist davon überzeugt, dass die Gründung eines eigenen Unternehmens es ermöglichen wird, dass diese Blockchain-Lösungen in einem Start-up-Umfeld aufblühen können.

Dieses Joint Venture sollte zwei Vorteile gegenüber dem derzeitigen papierbasierten Versandmodell bieten. Erstens ermöglicht es ein Blockchain-basiertes Versandsystem Herstellern, Verladern und Einzelhändlern, in Echtzeit zu sehen, wo sich die Produkte befinden. Zweitens, es entfernt Papier aus der Gleichung. Digitale Versandprotokolle sind unveränderlich und rechtsverbindlich, d. h. Genehmigungen sollten viel schneller erfolgen als bei Papierdokumenten.

2. Mastercard

Wie IBM hat auch Mastercard (WKN:A0F602) jahrelang an der Entwicklung von Blockchains herumgebastelt und seine Technologie vor kurzem einer ausgewählten Gruppe von Banken und Händlern live zur Verfügung gestellt.

Die Mastercard-Blockchain ist ähnlich aufgebaut wie Bitcoin, weist aber deutliche Unterschiede auf. Wie Bitcoin und andere Blockchain-Entwickler ist Mastercard bestrebt, mit seiner Technologie die Abwicklung grenzüberschreitender Transaktionen zu beschleunigen, deren Abwicklung sonst Tage dauern könnte. Im Gegensatz zu typischen Kryptowährungen arbeitet die Blockchain-Plattform von Mastercard jedoch völlig unabhängig von einer Kryptowährung. Stattdessen ist es in der Lage, Zahlungen auf der Grundlage der lokalen Währung eines Verbrauchers zu akzeptieren. Justin Pinkham, Senior Vice President bei Mastercard Labs, sagte dazu:

„Wir verwenden keine Kryptowährung und führen auch keine neue Kryptowährung ein, da dies andere Herausforderungen mit sich bringt – regulatorische und rechtliche Herausforderungen. Wenn Sie eine Zahlung vornehmen, dann können wir diese Gelder so bewegen, wie wir es heute in der Papierwährung tun.“

Denke daran, dass die Bitcoin und andere Kryptowährungen ihre Partner- und Händlernetze mühsam aufbauen müssen, während Mastercard derzeit über ein Netzwerk von rund 22.000 Banken und Finanzinstituten weltweit verfügt. Damit ist Mastercard unter den Finanzdienstleistungsunternehmen mit seiner Reichweite die Nummer eins unter den Finanzdienstleistern.

Mastercard testet seine Blockchain zunächst nur mit 13 Banken, hat aber das Potenzial, das Projekt bei Erfolg schnell zu skalieren.

3. Cisco Systems

Eine weitere Dow-Komponente, die ihre eigene Blockchain-Technologie entwickelt, ist der Netzwerkriese Cisco Systems (WKN:878841).

Cisco gehört zu den 200 Organisationen, die derzeit Teil der Enterprise Ethereum Alliance sind, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Einsatz von Ethereum-Blockchain-Lösungen auf verschiedene Branchen auszudehnen. Aber es ist die Arbeit des Unternehmens in der verteilten Ledger-Technologie für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) – drahtlos verbundene Geräte, die Daten senden und empfangen können – die wirklich spannend ist.

Mitte Oktober reichte Cisco beim U.S.- Patent- und Markenamt eine Patentanmeldung mit dem Titel „Blockchain Based IoT Device Identity Verification and Anomaly Detection“ (Blockchain-basierte Geräteidentitätverifizierung und Anomalitätserkennung) ein. Mit anderen Worten, Cisco hat ein Managementsystem für IoT-Geräte entwickelt, die an ein Netzwerk angeschlossen sind. Das Unternehmen würde theoretisch die Blockchain verwenden, um Geräte in einem IoT-Netzwerk zu identifizieren, um festzustellen, ob diese Geräte vertrauenswürdig sind, und kontinuierlich nach neuen Geräten zu suchen und diese zu aktualisieren, um deren Vertrauenswürdigkeit zu ermitteln. Denke daran, dass sich IoT-Geräte wie Smartphones und Autos ständig in und aus Netzwerken bewegen können, weshalb diese Verwaltung in Echtzeit erfolgen müsste.

Obwohl Cisco Systems wahrscheinlich nur an der Oberfläche von Blockchain-basierten IoT-Anwendungen kratzt, könnte diese Arbeit das Unternehmen als eine Kraft etablieren, mit der man in der Blockchain-Welt rechnen muss.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen.

Motley Fool besitzt und empfiehlt Mastercard.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams  auf Englisch verfasst und wurde am 9.2.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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