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Marktkommentar: Nicholas Gartside (J. P. Morgan AM): 5 Anleihenmythen
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Marktkommentar Nicholas Gartside (J. P. Morgan AM): 5 Anleihenmythen

Nachrichtenquelle: Asset Standard
23.02.2018, 00:00  |  686   |   |   

Herausforderungen durch die Normalisierung der Zinspolitik mit größtmöglicher Flexibilität begegnen.

Das fundamentale Umfeld zeigt sich weiterhin sehr robust und rechtfertige daher den behutsamen Abbau der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken; andererseits signalisiere die anhaltende Nachfrage nach bonitätsstarken Anleihen in Kombination mit einer allmählich steigenden, aber nicht außer Kontrolle geratenen Inflation, dass ein drastischer Anstieg der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen auf über 3 Prozent nicht zu erwarten sei.

Frankfurt, 22. Februar 2018 – Die Anleihenexperten von J.P. Morgan Asset Management beurteilen die Marktbewegungen von Anfang Februar als eine gesunde Korrektur, die eine gute Gelegenheit zur selektiven Erhöhung des Risikoengagements bot.

Vor diesem Hintergrund nimmt Nicholas Gartside, International Chief Investment Officer der Fixed Income, Currency and Commodity Group von J.P. Morgan Asset Management fünf rund um die Anleihenmärkte kursierende Mythen unter die Lupe, die seiner Meinung nach im Jahr 2018 auf die Probe gestellt werden könnten:

 

1. Mythos: „Die Inflation ist tot“

 

Anleiheninvestoren haben sich in einer Welt der verhaltenen Inflation sehr wohl gefühlt und werden möglicherweise in diesem Jahr eine Überraschung erleben. Kurzfristige Inflationskennziffern haben bereits begonnen anzusteigen, insbesondere in den USA. Unternehmensinvestitionen schnellten 2017 in die Höhe –diese gehen normalerweise mit einer höheren Produktivität einher, die in der Vergangenheit das Lohnwachstum förderte.


 STEIGERUNG DER INFLATIONSDYNAMIK IN DEN USA 

Veränderung der durchschnittlichen Kerninflationskennzahlen*, %

 

Grafik 1: Steigerung der Inflationsdynamik in den USA


Quelle: Bloomberg, J.P. Morgan Asset Management. *Durchschnittliche Kerninflationskennzahlen umfassen Kernverbraucherindex, unflexiblen VPI, unflexiblen VPI ohne Wohnraum, mittlere Inflation, getrimmtes Mittel der Inflation. VPI = Verbraucherpreisindex.

Stand: 31. Dezember 2017.

 

Die geldpolitischen Erwartungen haben sich allerdings noch nicht an das veränderte Umfeld angepasst. In Europa befinden sich die Leitzinsen weiterhin auf Krisenniveau und der Markt preist die erste Leitzinserhöhung nicht vor Ende 2019 ein. Doch befindet sich Europa unserer Überzeugung nach nicht mehr in der Krise – im Gegenteil: Europa ist eine große wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Da aber per Ende des letzten Jahres laut Bank of America Merrill Lynch immer noch ein Drittel der Renditen auf dem europäischen Anleihenmarkt im negativen Bereich notierten, dürfte wohl eine schmerzhafte Zeit bevorstehen.

 

2. Mythos: Politische Ereignisse sorgen in diesem Jahr für Störfeuer an den Märkten

Investoren mögen in Sachen Inflation zu optimistisch sein, andererseits zeigen sie sich über politische Risiken etwas zu besorgt. Weltweit stehen in diesem Jahr 84 Wahlen an – das ist etwa alle vier Tage eine Entscheidung. Im Gegensatz zu den eher dramatischen Wahlergebnissen der vergangenen zwei Jahre dürften diese politischen Ereignisse allerdings alles andere als aufsehenerregend ausfallen. Nichts spricht dafür, dass sie sich auf die Wachstums- bzw. Inflationsdynamik signifikant auswirken sollten.

Meinungsumfragen in Europa lassen eine zunehmende Unterstützung des Euro in der gesamten Region erkennen. Dieser Umschwung ist besonders in Italien bemerkenswert, wo nahezu 60 Prozent der Befragten nun die Gemeinschaftswährung stützen. Die Wahlen im März dürften daher keine großen Unruhen verursachen. Auch die Parlamentswahlen in Russland und Mexiko und die eventuell vorgezogenen Neuwahlen in der Türkei dürften für die Finanzmärkte auf breiter Ebene keine Folgen nach sich ziehen.

ZUNEHMENDE UNTERSTÜTZUNG DES EURO IN ALLEN LÄNDERN

Umfrageergebnisse: Unterstützen Sie den Euro? Prozentsatz der Befragten, die mit „Ja“ antworteten


Grafik 2: Unterstützung des Euro


Quelle: Eurobarometer-Umfrage, J.P. Morgan Asset Management. Guide to the Markets – Europe.

Stand der Daten: 31. Dezember 2017.


3. Mythos: Wir befinden uns in einer Kreditblase

Laut Konsenseinschätzungen neigen sich die guten Zeiten bei den Unternehmensanleihen dem Ende zu, sodass die Erträge bald ins Taumeln geraten. Die operativen Kennzahlen der Unternehmen machen jedoch einen robusten Eindruck. Die Verschuldungsquoten europäischer Emittenten von Hochzinsanleihen sind rückläufig und ihre Zinsdeckung verbessert sich. Auch die Gewinne und Umsätze in den USA und Europa verzeichnen ein solides Wachstum.

Worin bestehen die Risiken? Erstens könnte die Wirtschaft in die Rezession rutschen – wir denken allerdings nicht, dass dies unmittelbar zu befürchten ist. Zweitens könnte das Unternehmenskapital fehlallokiert werden. Wir legen deshalb unser Augenmerk auf die Nutzung der Erlöse aus Anleiheemissionen als Frühindikator: Derzeit werden zwei Drittel der Mittel aus Neuemissionen für die Refinanzierung verwendet – eine konservative Kapitalnutzung. Wir halten nach Anzeichen für die Steigerung des Fremdkapitals in den Bilanzen Ausschau. Ein weiteres Warnzeichen wäre die Zunahme von Fusionen und Übernahmen.

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