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Wahnsinns-Potenzial? Hat die Brennstoffzelle einen Milliardenwert?

Gastautor: Volker Glaser
12.04.2018, 00:02  |  6269   |   |   

Der Automobilzulieferer wird von der Börse völlig unterschätzt. Fast alle Analysten bewerten negativ. Kursziele von bis zu 10 Euro sind ausgerufen. Absurd! Lediglich die Analysten von Hauck & Aufhäuser sind positiv gestimmt und trommeln mit einem Kursziel von 24 Euro. Die Mehrheit der Analysten sieht mehr Risiken als Chancen. Auf dem Zahlenwerk wird herumgeritten. Festzustellen ist, dass die Firma in den letzten Jahren sicherlich die eigenen Erwartungen nicht erreicht hat und reduzieren musste.

In 2015 und 2016 jagte eine Gewinnwarnung die nächste. 2017 wurde das Margenziel nicht ganz erreicht. Das ist alles Schnee von gestern. Natürlich: Der Ausblick bei den Margen hätte 2018 besser ausfallen können. Hiervon zeigten sich Investoren enttäuscht. Fakt ist aber auch: ElringKlinger wächst beim Umsatz jedes Jahr. Das EBIT vor Kaufpreisallokationen stabilisiert sich oberhalb von 140 Mio. Euro. In Dettingen wird immer noch saftig Geld verdient. Die aktuelle Dividendenrendite: 3.5 %! Summa summarum: Die negative Stimmung unter den Analysten ist ein grandioser Kontraindikator für die Aktie!

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Wir hatten die Aktie zuletzt im November 2016 bei Kursen von etwa 13.50 Euro zum Kauf empfohlen. Das war das Mehrjahrestief. Im Januar 2018 kostete die Aktie fast 20 Euro. Seither geht’s abwärts. Aktuelle Notiz: 14.30 Euro. Wir sehen das Unternehmen positiv und raten, mehr auf die mittelfristigen Chancen des Unternehmens zu achten. Davon hat ElringKlinger reichlich. Vor allem im Bereich E-Mobility sind die Chancen vielfältig. 1.: Leichtbauprodukte von ElringKlinger helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Hier ist Wachstum programmiert. Völlig unabhängig von der Antriebsart. 2.: Mit der chinesischen Sichuan Chengfei Integration Technology wurde 2017 eine Kooperation vereinbart. Die Chinesen bringen in das Joint-Venture ihre Batteriezelle ein. Die Schwaben steuern alle Modulkomponenten wie Zellkontaktiersysteme oder Zellgehäuse bei. Seit Jahren ist das Unternehmen im Bereich der Batterietechnologie aktiv und produziert verschiedene Komponenten und Zellkontaktiersysteme für Lithium-Ionen-Batterien in Serie. Spätestens ab 2021 geht Firmenchef Stefan Wolf von einem starken Wachstum für Elektrofahrzeuge aus. In Branchenkreisen wird bereits über einen Großauftrag spekuliert. Auftraggeber: Einer der großen, deutschen Autohersteller. Bei unserem Besuch auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart wollte sich Wolf auf unsere Nachfrage hierzu aber nicht äußern. Dieser Auftrag könnte der Durchbruch für das Joint-Venture in China sein. In den nächsten Wochen sollte es soweit sein.

3.: ElringKlinger hat sich im Markt für Brennstoffzellen bestens positioniert. Seit 20 Jahren arbeitet die Firma an der Entwicklung von Bipolarplatten für Brennstoffzellenstacks. Heute kann Wolf potenziellen Kunden ein vollständiges, leistungsfähiges Brennstoffzellenmodul anbieten. Das Potenzial kann für ElringKlinger sehr groß werden. Laut Experten gilt es als wahrscheinlich, dass Städte wie z.B. London nach den erfolgreichen Testreihen Hunderte von Brennstoffzellen-Bussen ordern werden. Selbst in Deutschland werden sich in der Folge der Diesel-Diskussion Elektrobusse, vor allem wasserstoffbetriebene, durchsetzen. Eine führende Rolle werden die Chinesen einnehmen, die mit staatlichen Subventionen brennstoffzellenbetriebene Busse unterstützen. Das Schöne für ElringKlinger: Das Unternehmen braucht bei Brennstoffzellen gar keine riesigen Stückzahlen. Die Kosten für eine Einheit liegen in etwa bei 60 000 Euro. Gemäß Analysten könnte langfristig ein nachhaltiges, globales Umsatzpotenzial von ca. 25 Mrd. Euro pro Jahr für Brennstoffzellenstacks entstehen. Hauck & Aufhäuser schätzt, dass alleine das Brennstoffzellengeschäft für schwere Nutzfahrzeuge (Busse/Trucks) von ElringKlinger einen Potenzialwert im Eigenkapital von sage und schreibe 1 Mrd. Euro darstellen könnte. Aktueller Börsenwert: 910 Mio. Euro! Abschließend 4.: Durch die Beteiligung an Hofer hat ElringKlinger zukunftsweisende und serienreife Lösungen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge im Portfolio. Wolf betont, dass die weiteren Wachstumsaussichten in der Transformation bei funktionalen Komponenten, wichtigster Geschäftsbereich, weiter gegeben sind. „Noch in 30 bis 40 Jahren wird es den Verbrennungsmotor geben, auch wenn die Nachfrage sich nach und nach reduzieren wird“. Wichtig zu wissen: Nur Zylinderkopfdichtungen sind komplett abhängig vom Verbrennungsmotor und hatten 2017 lediglich einen Anteil von 12 % am Konzernumsatz. Alle anderen funktionalen Komponenten werden im Wesentlichen bei alternativen Antrieben ebenfalls benötigt.

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