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Marktkommentar: Stuart Canning (M&G): Kein Wunder, dass „Mr. Market“ verwirrt schien!
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Marktkommentar Stuart Canning (M&G): Kein Wunder, dass „Mr. Market“ verwirrt schien!

Nachrichtenquelle: Asset Standard
24.04.2018, 11:45  |  846   |   |   

Eine Zusammenfassung des ersten Quartals 2018 - Das Chaos regiert: Handel, Technologie und US-Staatsanleihen

Im Februar zog die Volatilität erneut an, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie wir es seit der Finanzkrise gewohnt sind. Impulsgeber für die Rückgänge an den Aktienmärkten Anfang Februar waren diesmal nicht Wachstumssorgen, sondern der Bewertungsdruck aufgrund steigender Zinsen. In dieser Welt können „gute Nachrichten“ über die Wirtschaft „schlechte Nachrichten“ für viele Vermögenswerte bedeuten.

Kein Wunder, dass „Mr. Market“ verwirrt schien. Die Preisschwankungen im S&P 500 im Tagesverlauf waren mit den Ausschlägen durch die globalen Rezessionssorgen im Jahr 2016 vergleichbar (Abbildung 1 unten zeigt die Anzahl der Male je Quartal, bei denen der Markt das Niveau von 0,5% und -0,5% innerhalb eines Tages erreichte).


Grafik: Schwankungen des S&P 500 im Tagesverlauf


Ausschläge im Tagesverlauf sind nicht zwangsläufig das gleiche wie Ausschläge des VIX. Letzterer kann auch einfach nur schnelle Bewegungen in eine Richtung anzeigen (üblicherweise negativ), was darauf zurückzuführen sein kann, dass die Mehrheit der Anleger ihre Meinung in gleicher Weise und zur gleichen Zeit ändert.

Im Gegensatz dazu könnten häufige Richtungswechsel unterschiedliche Ansichten über die Zukunft reflektieren (letztes Jahr um diese Zeit schrieb ich bereits über das Wesen von Überzeugungen und Volatilität). Zwar könnte es auch der Fall sein, dass wir an einem Tag einfach widersprüchliche Daten erhalten (auf Nachrichten über positive Gewinne im Technologiesektor folgt beispielsweise ein Tweet eines verärgerten Trump), es scheint jedoch wahrscheinlicher, dass die aktuelle Zinsentwicklung eine stärkere Preismodellunsicherheit hervorruft.

So sollten gute gesamtwirtschaftliche Nachrichten zukünftig positive Gewinne für die amerikanische Unternehmenslandschaft sowie höhere Aktienkurse nahelegen. Allerdings könnten die steigenden Zinsen, die mit solch starken Daten einhergehen können, dazu führen, dass das Bewertungsniveau „günstiger“ werden muss, was potenziell niedrigere Kurse bedeutet.

In einer „Welt der effizienten Märkte“ würden alle Anleger die eingehenden Daten auf gleiche Weise interpretieren. In der Realität legen jedoch die einen den Schwerpunkt auf den Einfluss der Gewinne und die anderen auf die Auswirkungen des Zinsniveaus. Dadurch wird das Bewerten von Vermögenswerten schwerer und die zahlreichen verschiedenen Ansichten zu dem Thema können an den Märkten zu häufigeren Richtungswechseln führen.

Sind die Zinsen überhaupt noch Impulsgeber für die Entwicklungen?

Die Richtungswechsel der Märkte machen es Marktkommentatoren schwer, im Hinblick auf das Preisverhalten den Überblick zu behalten. Im ersten Quartal veränderten sich die Zusammenfassungen sehr schnell. Am Ende des Quartals schien man den Zinsdruck als Erklärung tatsächlich hinter sich gelassen zu haben.

Ausschlaggebend dafür waren die Preisentwicklungen. Trotz anhaltender Steigerungen des Libor und der Renditen 2-jähriger US-Staatsanleihen ließ die Versteilung der Zinsstrukturkurve, die mit der ursprünglichen Schwächephase am Aktienmarkt in Verbindung gebracht wurde (siehe Abbildung 2), nach. Dies führte allerdings nicht zu einer Erholung am US-Aktienmarkt. Stattdessen sank der S&P 500 erneut auf die Tiefststände vom Februar, was nahelegte, dass etwas anderes den Auslöser gab.


Grafik: Zinsstrukturkurve und US-Aktien


Wir haben zu einem früheren Zeitpunkt bereits über die Gefahren geschrieben, zu versuchen, eine bestimmte Geschichte für die Preisentwicklungen passend zu machen. Es ist allgemein bekannt, dass Volatilität zu „Clustern“ neigt. Demzufolge könnte der wichtigste Grund für die anhaltende Volatilität im März der Anstieg der Marktvolatilität im Februar sein. Allerdings rückten im ersten Quartal einige Themen in den Vordergrund, die in naher Zukunft wichtig werden könnten.


Handelskriege

Am meisten sollten sich Anleger vermutlich über Anzeichen protektionistischer Tendenzen rund um den Globus sorgen.

Im Januar erhob Donald Trump Zölle auf Solaranlagen und große Waschmaschinen. Im März wurden die Zahlungen auf Stahl und Aluminium sowie andere chinesische Produkte ausgeweitet (größtenteils ausgerichtet auf den Diebstahl geistigen Eigentums).

Diese Maßnahmen an sich haben vermutlich einen begrenzten Einfluss auf die US-Wirtschaft (obwohl einige auf die Möglichkeit stärker einschneidender nachgelagerter Auswirkungen hindeuten). Viele Marktkommentatoren sorgen sich darüber, dass es sich hierbei womöglich nur um die ersten Schritte handelt, und zwar mit Blick auf die weiteren Entwicklungen in den USA (amerikanische Ökonomen kommen immer noch auf die Auswirkungen der Smoot-Hawley-Zölle in den 1930er Jahren zurück) als auch hinsichtlich möglicher Repressalien anderer Länder. Gestern kündigte China seine eigenen Gegenmaßnahmen an.

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