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Das Management von Snap will nicht, dass die Investoren diese beiden Dinge erfahren

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.05.2018, 12:00  |  403   |   |   

Du kannst viel über ein Unternehmen lernen, indem du dir die Kommentare und Antworten des Managements während des Quartalberichts anhörst. Du kannst auch viel aus dem lernen, was Führungskräfte nicht sagen.

Während Snaps (WKN:A2DLMS) Telefonkonferenz zum ersten Quartal wich das Management einigen sehr wichtigen Fragen über das Geschäftsergebnis aus. Chief Strategy Officer Imran Kahn ignorierte oder vergaß eine Frage zu den täglichen aktiven Nutzertrends, und CEO Evan Spiegel war nicht viel hilfreicher, als ein zweiter Analyst das Thema später wieder aufgriff. Außerdem ignorierte Kahn auch die Frage nach der Werbeauslastung der Plattform.

Unterdessen sagte der scheidende CFO Drew Volero, eines der größten finanziellen Ziele des Unternehmens sei das Wachstum bei den Nutzern und der Vertrieb, aber das Management beantwortete zwei der grundlegendsten Fragen zu den Themen nicht.

Snapchat verlor im März Nutzer

Eine der größten Enthüllungen bei Snap war, dass das Unternehmen im März im Vergleich zum Rest des Quartals einen Rückgang der monatlichen Nutzer verzeichnete. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern zählt Snap täglich aktive Nutzer über das gesamte Quartal und nicht nur über den letzten Monat. Da Snap in der Vergangenheit jeden Monat neue Snapchat-Benutzer hinzuaddiert hat, führte dies zu geringeren Zahlen, als wenn das Unternehmen den gleichen Standard wie die Konkurrenz anwenden würde.

Das änderte sich im ersten Quartal durch die Einführung des Redesigns für die meisten Anwender Anfang Februar. „Während wir im ersten Quartal durchschnittlich 191 Millionen täglich aktive Nutzer hatten, lag unser März-Durchschnitt zwar niedriger, aber immer noch über unserem Durchschnitt des vierten Quartals“, sagte CEO Evan Spiegel in seinen vorbereiteten Ausführungen. Dieser Kommentar impliziert, dass Snap das Quartal mit 187 Millionen bis 191 Millionen täglich aktiven Nutzern beendete.

Das ist an und für sich besorgniserregend, aber noch wichtiger ist, dass das Management im zweiten Quartal bisher kaum positive Stellungnahmen zum Nutzerwachstum abgegeben hat. Das einzige, was Spiegel bisher sagen konnte ist, dass das Unternehmen „erste Anzeichen einer Stabilisierung bei unseren iOS-Anwendern sieht“, aber bei Android sieht es, aufgrund seiner anderen Kommentare, so aus als ob das Unternehmen noch etwas Arbeit vor sich hätte.

Auf die Frage, wie der März im Vergleich zum Dezember aussah, wiederholte Kahn die bereits veröffentlichten Zahlen – die DAUs im März lagen zwischen 187 Millionen und 191 Millionen. Bei erneutem Drängen sagte Spiegel, er könne keine genauen Angaben machen.

Auf die Frage, wie der April im Vergleich zum März gewesen sei, wiederholte Kahn den vagen Kommentar von Spiegel zu den iOS-Nutzern.

Können die Werbeimpressionen weiter steigen?

Die Werbeeinnahmen von Snap stiegen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 62 %. Dieses Umsatzwachstum wurde in erster Linie durch einen Anstieg der Snap Ad Impressions um 450 % getrieben, der durch einen Rückgang des Durchschnittspreises pro Anzeige um 65 % wieder ausgeglichen wurde. Im vierten Quartak konnte Snap auch seine Ad Impressions um 575 % steigern, während der Durchschnittspreis im Jahresvergleich um 70 % zurückging.

Da das Impressionswachstum das Wachstum und das Engagement der Nutzer bei weitem übertrifft, ist es offensichtlich, dass die Nutzer auf Snapchat viel mehr Anzeigen sehen als noch vor einem Jahr. Auf die Frage, was das Unternehmen über seine zukünftige Anzeigenauslastung denkt, ging Kahn der Frage aus dem Weg und konzentrierte sich stattdessen auf die Verbesserung der Anzeigenrelevanz.

Tatsächlich wird das Anzeigen von relevanteren Anzeigen für die Nutzer dazu beitragen, die Werbeeinnahmen zu steigern, aber der Haupttreiber sind derzeit die Werbeeinblendungen, insbesondere angesichts des starken Rückgangs der durchschnittlichen Anzeigenpreise.

Der Rückgang der durchschnittlichen Anzeigenpreise resultiert aus der Verlagerung auf programmatischere Anzeigenangebote, die eine Auktion statt eines Festpreises verwenden. Snap arbeitet daran, mehr Werbetreibende auf seine Plattform zu locken, von der das Unternehmen glaubt, dass sie die Anzeigenpreise durch wettbewerbsfähigere Auktionen in die Höhe treiben wird. Die Zahl der aktiven Werbetreibenden hat sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr verzwanzigfacht, die Anzeigenpreise sind jedoch weiterhin stark gesunken.

Darüber hinaus sagte das Management, dass es nicht sagen könne, wann die Investoren mit einer Stabilisierung der durchschnittlichen Anzeigenpreise rechnen können. Auch das Geschäft mit gesponserten Linsen und Filtern, das mittlerweile eine Minderheit des Anzeigengeschäfts ausmacht, ist rückläufig, und es wird weiter unter Druck bleiben, da Snap diese Produkte ebenfalls auf eine Self-Service-Plattform überführt.

Wenn Snap die Werbeeinblendungen nicht weiter so steigern kann wie bisher, könnte dies das Wachstum der Werbeeinnahmen in Anbetracht der sinkenden Anzeigenpreise ernsthaft beeinträchtigen. Volero sagte, dass er „eine deutliche Verlangsamung unserer Wachstumsrate im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal erwartet“. Zum Vergleich: Die Analysten modellierten das Umsatzwachstum im zweiten Quartal auf dem Niveau des ersten Quartals, bevor Snap seine enttäuschenden Ergebnisse bekannt gab.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 12.05.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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Snap Inc


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