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Warum Ford und Baidu jetzt zusammenarbeiten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.07.2018, 18:52  |  348   |   |   

Ford (WKN:502391) ist auf der Suche nach einem neuen Partner in China fündig geworden: Suchmaschinen-Gigant Baidu (WKN:A0F5DE)! Die beiden Unternehmen habe gerade eine neue Partnerschaft verkündet.

Hier ist, was wir darüber wissen.

Was die Unternehmen sagen

Ford und Baidu haben letzte Woche angekündigt, dass sie eine strategische Partnerschaft unterzeichnet haben. Hinter dem Deal stecken gemeinsamen Bemühungen in den Bereichen Connectivity, künstliche Intelligenz und digitalem Marketing.

Aber welche Auswirkungen könnte das haben?

Es sieht so aus, als wären Infotainment-Systeme für Autos der erste Punkt auf der Agenda. Die beiden werden gemeinsam ein neues System entwickeln, das auf der Spracherkennung von Baidu basiert. Auf den Punkt gebracht: Das System von Baidu wird es Ford ermöglichen, eine Menge neuer Sprachbefehle und weiterer digitaler Services in seine Autos zu integrieren, wie viele chinesische Kunden sie bereits kennen.

Ford und Baidu werden auch weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit rund ums Thema Connectivity im Auto ausloten und zielen dabei auch auf digitales Marketing ab. Die Absicht ist, die aufregende Partnerschaft zwischen den beiden auszubauen: Ford und Baidu sind beide in Velodyne Lidar investiert, einem Hersteller von Sensoren für die Automobilindustrie.

Außerdem hat sich Ford im letzten Jahr Baidu’s Projekt für selbstfahrende Autos, dem Apollo-Projekt, angeschlossen.

Was Ford davon hat

Nach ein paar Jahren ordentlichen Wachstums in China brachen Fords Verkaufszahlen im größten Neuwagenmarkt der Welt ein. Das Problem: Chinas Automarkt ist schnelllebig. Autos von Ford, und in gewissen Maße auch deren Technik, wirken veraltet.

Fords Turnaround-Pläne, die im Dezember vorgestellt wurden, sehen einige neue Modell für den chinesischen Markt vor. Aber auch das Engagement im Bereich Connectivity und anderer mobiler Dienste soll verstärkt werden. Es sollen also nicht nur neue Modelle bei den chinesischen Händler stehen, sie sollen auch vollgestopft mit neuester Technik sein, um mehr chinesische Kunden anzusprechen.

Die Zusammenarbeit mit Baidu bei den digitalen Extras, speziell zugeschnitten auf den chinesischen Markt, scheint also ein logischer Schritt zu sein. Es könnte aber auch einen langfristigen Grund für Ford geben, eng mit Baidu zu kooperieren: Selbstfahrende Autos.

Wie sein US-Rivale Alphabet hat auch Baidu eigene Technologien im Bezug auf selbstfahrende Autos entwickelt. Doch wie bei Alphabet scheint es eher unwahrscheinlich, dass die Chinesen selbst in die Automobilproduktion einsteigen. Ford könnte daher hoffen, einen Teil der autonom fahrenden Flotte von Baidu abzubekommen.

Fords Asien-Pazifik-Boss Peter Fleet erklärte:

Kooperationen mit führenden Technologieunternehmen wie Baidu helfen dabei, unsere Vision umzusetzen: Wir wollen der vertrauenswürdigste Mobilitätsdienstleister sein, in dem wir neue, nachhaltige Ökosysteme für Mobilität schaffen. Als Teil unserer In China, für China Strategie freuen wir uns auf die enge Zusammenarbeit und die smarten Produkte und Lösungen, die wir unseren Kunden in Folge dessen anbieten können und die deren Leben leichter machen werden.

Was Baidu davon hat

Baidu ist wie Google sehr daran interessiert Daten zu sammeln. Diesbezüglich ist es ein klarer und offensichtlicher Vorteil, mit Ford zu kooperieren und in deren Fahrzeugen vertreten zu sein. Es hört sich allerdings so an, also würde Baidu auch darüber nachdenken, wer ihre Flotte selbstfahrender Autos bauen könnte.

Baidu und Ford teilen die Vision, mit Hilfe von Technologie die Mobilität der Zukunft zu schaffen, ließ der Vorstandsvorsitzende von Baidu verlauten. Mit Hilfe von Baidu’s führender künstlicher Intelligenz und Ford’s jahrzehntelanger Erfahrung in der Herstellung von Automobilen werden wir die Mobilität verändern und die nächste Generation des Fahrerlebnisses für unsere Kunden schaffen.

Ein guter Zug von Ford in China

Ich bin mir sicher: Ford hätte liebend gerne sein eigenes Connectivity- und Infotainment-Programm in China ausgerollt – so wie es wahrscheinlich gerade für den US-Markt geplant wird. Gleiches gilt für das autonome Fahren. Aber Ford ist in China einfach nicht groß genug, als dass sie dazu alleine in der Lage gewesen wären.

Es benötigt einen Partner – und Baidu könnte sich als ausgezeichneter Partner erweisen.

Das Risiko dabei ist, dass Ford nur „dumme Autos“ baut, in denen Baidu seine Software für selbstfahrende Autos betreibt. Aber realistisch betrachtet gibt es kaum Alternativen für Ford in China. In Anbetracht dieser Umstände wäre daher wohl auch das ein ziemlich gutes Geschäft.

Und da Ford wahrscheinlich einer der größten Anbieter von Flottenfahrzeugen ist, könnte sich die Zusammenarbeit auch für Baidu als kluger Schachzug herausstellen!

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