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Anleihen Staatsanleihen-Blase: BlackRock Deutschland läutet große Alarmglocke

20.07.2018, 16:25  |  7306   |   |   

Eine eindringliche Warnung des weltweit größten Vermögensverwalters weist auf eine im Innern des Staatsanleihen-Marktes schlummernde Bombe hin.

Wenn die Notenbanken in absehbarer Zeit aufhören, auf breiter Front Staatsanleihen aufzukaufen, könnte der Markt für Anleihen stark unter Druck geraten. Davor warnt Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie unter anderem für Deutschland, die Schweiz und Österreich, im Gespräch mit Journalisten der Börsen-Zeitung.

Lück wählt drastische Worte für Marktverwerfungen, die infolge der massiven Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Notenbanken (Quantitative Easing, QE) entstehen könnten: "Die Mutter aller Blasen gibt es sicher am Staatsanleihemarkt - nicht zuletzt als Folge der weltweiten QE-Programme. Es wird schwierig, da die Luft wieder herauszulassen".

Der Kapitalmarkt-Experte erklärte, dass er an den Finanzmärkten "aktuell keine systemischen Überbewertungen" sehe, die "eine aggressivere Normalisierung der Geldpolitik erforderten", wird Lück von der Börsen-Zeitung zitiert.

Rothschild Asset: "Mehrheit der Italiener will die europäische Währungsunion nicht verlassen"

Konkret könnte das Ende der Staatsanleihen-Käufe durch die EZB besonders das europäische Sorgenkind Italien vor Probleme stellen. Emmanuel Petit von Rothschild Asset Management beschwichtigt im Interview mit Journalisten von finews.ch: "Der Markt hat das Risiko eines Austritts Italiens aus der Eurozone eingepreist, eine Reaktion, die wir für übertrieben halten. Die Mehrheit der Italiener will die europäische Währungsunion nicht verlassen. Eine neue Wahlkampagne mit diesem Thema würde nicht unbedingt Prozente zulegen, zumal es so scheint, als ob die euroskeptische Rhetorik nachlässt", antwortet Petit auf die Frage, ob die angespannte Lage in Italien den europäischen Anleihehandel gefährden könnte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den lange erwarteten Ausstieg aus ihrem großangelegten Anleihekauf-Programm zum Jahresende angekündigt. Zugleich schloss sie aber Zinserhöhungen vor dem Sommer 2019 aus. Die EZB begann im März 2015 mit ihrem Staatsanleihen-Programm und dem Ankauf von anderen Wertpapieren in großer Zahl - Gesamtvolumen bislang: rund 2,4 Billionen Euro.

Quellen:

Börsen-Zeitung

finews.ch

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