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Anlegerverlag Wirecard: Mitfliegen? Ja. Aber nicht ohne Fallschirm

Nachrichtenquelle: Anlegerverlag
23.08.2018, 14:02  |  1042   |   |   

Starke Halbjahreszahlen, zugleich die Erhöhung der eigenen Prognosen für das laufende Jahr: Beim Bezahlsysteme-Spezialisten mit Banklizenz Wirecard (ISIN DE0007472060) läuft es rund. Und grundsätzlich gibt es bislang keinen Grund, warum das nicht auch 2019 und darüber hinaus so bleiben sollte. Was viele, wenngleich nicht alle, Analysten auch so sehen und ihre Kursziele für die Aktie als Reaktion auf diese in der vergangenen Woche präsentierte Bilanz zackig anhoben. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit zwar „nur“ um 174 Euro. Aber dabei muss man bedenken, dass viele der Einstufungen vor diesen Bilanzzahlen erfolgt sind. Und wer danach sein Ziel adjustierte, ging da in den Bereich zwischen 190 und 225 Euro.

Dabei ist Wirecard, auch, wenn man den derzeit im Schnitt prognostizierten Gewinn für 2019 als Basis für die Berechnung des Kurs/Gewinn-Verhältnisses (KGV) heranzieht und nicht den dieses Jahres, nicht gerade billig. Aber ein KGV von knapp 50 wäre zu rechtfertigen, wenn das Wachstum des Unternehmens sich in den kommenden Jahren fortsetzt. Wovon die Mehrheit ausgeht. Was aber, das muss man einschränkend hervorheben, niemand sicher wissen kann, denn wer wollte heute sagen, wie sich die Rahmenbedingungen in zwei oder mehr Jahren darstellen! Nichtsdestotrotz, die Bullen stehen hier fest am Ruder und haben, wenn man sich das Chartbild ansieht, offenbar auch nicht vor, sich dieses aus der Hand nehmen zu lassen. Sehen wir uns den Chart mal an:

 

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Im Vorfeld der Halbjahresbilanz, die am 16. August veröffentlicht wurde, war die Aktie massiv unter Druck geraten. Was nicht an der Angst vor den Zahlen lag, das war eine allgemein gestiegene Nervosität, die dazu führte, dass man gerade bei Aktien, die in diesem Jahr mit erheblichen Gewinnen aufwarten können, Gewinne mitnahm. Mit den Zahlen wurde dieses Vortages-Minus einfach getilgt, als hätte es diese Abgaben nie gegeben. Die Aktie setzte gleich im Bereich des Handelsstarts des Vortages ein, überwand den bisherigen Verlaufsrekord spielend. Wer da zuvor auf die Idee gekommen war, Short zu gehen, konnte nur noch die Ohren anlegen. Der jetzt geltende Verlaufsrekord wurde vorgestern bei 186,55 Euro markiert … und mündete in Gewinnmitnahmen. Daraus entstand am Dienstag ein „bearish engulfing pattern“, eine rote Kerze, die den weißen Kerzenkörper des Vortages komplett einhüllt und suggeriert: Achtung, ein Richtungswechsel könnte anstehen, die Bullen könnten die Kontrolle verlieren. Aber eine solche Formation bedarf einer unmittelbaren Bestätigung durch am Folgetag – also gestern – erneut fallende Kurse. Und die blieb aus. Was die Akteure jetzt dazu motiviert, wieder zuzugreifen. Am frühen Nachmittag fehlt zum bisherigen Verlaufshoch nicht mehr viel. Geht das immer so weiter?

Es könnte vorerst so weitergehen, aber sich darauf einfach zu verlassen, wäre bei einer Rallye, die den Kurs alleine seit Jahresbeginn schon glatt verdoppelt hat, riskant. Denn ja, Umsatz und Gewinn steigen schnell. Aber der Kurs steigt noch schneller, d.h. die Aktie wird von ihrer Bewertung immer teurer. Und sie sehen auch: Der Kurs notiert nahe an der oberen Begrenzung eines potenziellen Aufwärtstrendkanals. Potenziell, weil die obere Begrenzung nur durch einen Punkt definiert und damit noch nicht bestätigt ist. Was sie aber wäre, sollte Wirecard an dieser bei knapp 190 Euro liegenden Linie abdrehen. Über den Gedanken, jetzt auch mal ein paar Gewinne mitzunehmen hinaus wäre es bei einem derartigen Höhenflug daher angemessen, sich konsequent nach unten abzusichern. Die momentan bei 170 Euro zügig dem Kurs folgende 20-Tage-Linie wäre dazu eine sinnvolle Orientierung.

 

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