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Marktkommentar: Stephen Dover/Peter Langerman (Franklin Templeton): Kommt nun die Glanzzeit für Value-Werte?
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Marktkommentar Stephen Dover/Peter Langerman (Franklin Templeton): Kommt nun die Glanzzeit für Value-Werte?

Nachrichtenquelle: Asset Standard
29.08.2018, 12:05  |  864   |   |   

Seit 2008 verlagerte sich der Fokus weg von Value-Werten hin zu US-Wachstumswerten. Warum sich dies nun ändern könnte.

Wie die unten stehende Grafik zeigt, übertreffen US-Wachstumswerte (vor allem in schneller wachsenden Sektoren wie Technologie) seit 2008 tendenziell US-Substanzwerte (Value-Werte).

Mit dem sich ausweitenden Performance-Abstand zwischen Growth und Value dürften sich immer  mehr Anleger fragen, wann sich diese Dynamik ändern könnte.



Bei einer Betrachtung über längere Zeiträume bietet sich jedoch ein anderes Bild. Wie folgende Grafik zeigt, übertraf Value in einem 10-Jahreszeitraum Growth und erreichte rund ein Jahr nach der Talsohle während der Finanzkrise seinen Höhepunkt. Seitdem haben sich Wachstumswerte generell besser entwickelt.




Merkmale von Growth- und Value-Anlagen:

Investments in Wachstumswerte (Growth-Strategie) konzentrieren sich auf Unternehmen, die überdurchschnittlich schnell wachsen. Diese Unternehmen überzeugen oft durch eine Beschleunigung bei Umsatzwachstum, Gewinnen und Cashflow, weisen typischerweise aber auch einen relativ hohen Wert beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf. Dividendenausschüttungen sind oft niedrig oder nicht vorhanden, da die Gewinne in den weiteren Ausbau des Geschäfts gesteckt werden.

Investments in Substanzwerte (Value-Strategie) konzentrieren sich auf Unternehmen, deren Aktienkurs nicht unbedingt ihrem intrinsischen bzw. grundlegenden Wert entspricht. Hier handelt es sich oft um gestandene Unternehmen, deren Aktien einen vorübergehenden Gewinnrückschlag erlitten haben oder deren Branche von ökonomischen bzw. politischen Ereignissen getroffen wurde. Sie weisen häufig einen niedrigen Wert beim Kurs-Gewinn- bzw. Kurs-Buchwert-Verhältnis und bisweilen überdurchschnittliche Dividendenrenditen auf.


Was bisher geschah

In den USA hatten sich Wachstumswerte auf dem Höhepunkt der Technologieblase einige Jahre lang wesentlich besser entwickelt als Substanzwerte. Der Unterschied bezüglich der durchschnittlichen Jahresrendite über 10 Jahre hatte im Februar 2000 6,49 % zugunsten von Wachstumswerten erreicht.[1]

Nur zehn Monate später, im Dezember 2000, war dieser Unterschied über 10 Jahre eliminiert.

In diesem Podcast und Artikel erinnert Stephen Dover, Head of Equities bei Franklin Templeton Investments, an einige prominente Technologietitel, die in der Boom- und Absturzphase führend waren.

„Wer sah bei einem Blick auf die Technologienamen vor der Technologiekrise wie der sichere Sieger aus? Es sah nach einem sicheren Sieg aus für – erinnern Sie sich noch an diese Namen? – Yahoo, CompuServe, Alta Vista, Compaq Computer, Netscape. Große, Milliarden Dollar schwere Unternehmen mit riesigem Einfluss auf die Indizes. Sie sind alle weg oder ausverkauft oder etwas anderes ist geschehen. Das ist die Schwierigkeit bei Growth.“ – Stephen Dover, 14. März 2018

Laut Dover ist die Geldpolitik mit ihren weltweit niedrigen Zinssätzen einer der Gründe, warum Growth in den vergangenen zehn Jahren Value übertraf. Je niedriger ein Zinssatz, desto höher der Wert künftiger Gewinne.

„Bei sonst gleichen Bedingungen [sind] Growth-Unternehmen, wenn die Zinssätze künstlich niedrig sind, mehr wert als Value-Unternehmen, denn Gewinne in zehn Jahren werden mehr wert als Gewinne in einem Jahr.“ – Stephen Dover, 14. März 2018

Allerdings sieht Dover eine steigende Inflation und höhere Zinssätze als mögliche Belastungen für Wachstumswerte an.

Warum Value zu Growth aufschließen könnte

Da Wachstumswerte in den vergangenen Jahren Substanzwerte übertrafen, halten einige unserer Anlageexperten Substanzwerte im historischen Vergleich mittlerweile für günstig.

Laut einer Analyse der Unternehmen im MSCI All Country World Index durch Templeton Global Equity Group hatten die weltweiten Bewertungsunterschiede (d. h. die Lücke zwischen den günstigsten und den teuersten Aktien des Marktes) zum Ende des zweiten Quartals 2018 den höchsten Stand der letzten 30 Jahre erreicht.[2]

„Anders formuliert: globale Substanzwerte waren nur in 1 % der letzten drei Jahrzehnte so günstig wie heute. Somit könnte die Zeit für Value-Anleger gekommen sein.“ – Templeton Global Equity Group, Juli 2018

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