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Wenn der Unterschied zwischen gut und großartig 4,4 Mrd. Euro wert ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
01.09.2018, 09:12  |  778   |   |   

„Gut“ und „großartig“ sind beides Wörter, um zu beschreiben, dass etwas positiv ist. „Großartig“ dürfte im regelmäßigen Verständnis noch etwas besser sein als das bloße „gut“, aber unterm Strich verdeutlichen beide doch letztlich, dass etwas in einem positiven Rahmen verläuft.

Eine interessante weiterführende Frage könnte nun jedoch sein, wie man die Lücke zwischen „gut“ und „großartig“ genau beziffern kann. Irgendeine quantitative Idee?

Grüble ruhig etwas. Uns hetzt ja keiner.

Ich möchte dich an dieser Stelle nun aber nicht weiter mit irgendwelchen etymologischen oder anderweitigen sprachwissenschaftlichen Disziplinen langeweilen. Nein, ich würde an dieser Stelle gerne einen interessanten Vergleichswert einbringen: nämlich 4,4 Mrd. Euro. Denn für eine schillernde Persönlichkeit aus dem Einzelhandel bedeutete die qualitative Herabsetzung von „großartig“ zu „gut“ nämlich genau diesen Vermögenswert.

Wie Amancio Ortega 4,4 Mrd. Euro von „großartig“ zu „gut“ verlor

Die US-Bank Morgan Stanley (WKN: 885836) hat sich erst neulich mit Amancio Ortegas Einzelhandelsunternehmen Inditex (WKN: A11873) beschäftigt und innerhalb dieser Studie das Papier von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herabgestuft. Was das letztlich heißen mag, bleibt für unsere Zwecke eigentlich irrelevant.

Zur Begründung dieser Herabstufung wurde jedoch weiter ausgeführt, dass es sich bei Inditex nach wie vor um ein gutes Unternehmen handele, jedoch nicht mehr um ein großartiges. Wo wir im Übrigen wieder bei den beiden Begriffen angelangt wären: gut und großartig.

Für Amancio Ortega bedeutete der daraufhin einsetzende Abverkauf einen Vermögensverlust von den besagten 4,4 Mrd. Euro. Nicht gerade wenig. Wenn wir unseren Betrachtungskreis allerdings auf alle weiteren Anleger von Inditex ausweiten, dürfte dieser Wert noch deutlich höher liegen.

Was Foolishe Anleger davon mitnehmen sollten

Nun schreibe ich dir all das jedoch nicht, weil ich mich um die finanzielle Situation von Ortega sorge. Ganz gewiss nicht. Nicht einmal, weil ich den Einzelhandel oder Inditex an dieser Stelle in den Fokus rücken möchte. Nein, denn es gibt etwas viel Wichtigeres, das alle Foolishen Investoren hiervon lernen können.

Wir alle agieren in einer Welt, in der vereinzelte Analysten – vor allem, wenn sie von prominenten Großbanken stammen – sehr viel Macht über die Börsen und Aktienkurse besitzen. Wie das Beispiel Inditex nun noch einmal eindrucksvoll demonstriert hat, können veränderte Einschätzungen von einzelnen Analysten sogar für heftige Kursbewegungen sorgen. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Nichtsdestoweniger sollte man hierbei in fast jedem Fall nicht blind dem Herdentrieb folgen. Selbst prominente Analysten und Branchenkenner sind letztlich nur Menschen und können sich zuweilen auch mal irren. Ebenfalls im positiven, aber auch im negativen Sinne. Selbst wenn sie in aller Regel plausible und nachvollziehbare Begründungen für ihre geänderten Ansichten liefern werden.

Auch wenn derartige Kursstürze daher beängstigend sein können und die Macht der Analysten eine nicht zu unterschätzende Variable im Investorenalltag sein kann, sollte man sich nicht lediglich von diesen Meinungen beeinflussen lassen. Setze dich daher kritisch mit einer solchen Einschätzung auseinander und hinterfrage, was sich möglicherweise nun geändert haben könnte. Oder auch nicht.

Auch du wirst in der Regel gute Gründe für ein Investment haben – egal ob es jetzt Inditex ist oder auch ein anderes Unternehmen. Und solange diese individuelle These nach wie vor intakt ist, solltest du auch nicht von dieser abweichen – ganz im Gegenteil: Manchmal könnten wenig plausible Einschätzungen, die dennoch zu Abverkäufen führen, sogar ansprechende Nachkaufchancen ermöglichen.

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