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Fondsmanager Frank Fischer: „Das erinnert an die Tech-Blase Ende der 90er-Jahre“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
05.10.2018, 14:40  |  467   |   |   
Value-Aktien hatten gegenüber Growth-Titeln zuletzt das Nachsehen. Frank Fischer vom Frankfurter Fondshaus Shareholder Value Management sieht darin ein typisches Anzeichen für eine Hausse, die sich ihrem Ende entgegenneigt. Hier hat der Investmentprofi einen Anlagetipp, der sich seiner Meinung nach für jegliches Börsenklima eignet. John Maynard Keynes sagte einst: "Markets can remain irrational longer than you can remain solvent" (Märkte können sich wesentlich länger irrational verhalten, als Sie liquide bleiben). Frei nach diesem Motto gibt es Phasen, in denen Value-Aktien besser laufen, und es gibt Phasen, in denen Momentum oder Growth sich besser entwickeln. Zuletzt erfreuten sich Unternehmen mit hohen Wachstumsraten einer zunehmenden Beliebtheit. Nicht nur FANG & Co, auch Wirecard oder Cannabis-Aktien eilen von einem Allzeithoch zum nächsten.
Der MSCI World Value dagegen durchläuft nun seit mehr als fünf Jahren eine Underperformance, die es so in dieser Länge historisch noch nicht gegeben hat. Bei Betrachtung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) der einzelnen Stilrichtungen fällt auf, dass auch hier die Schere zwischen Value und Growth weiter auseinanderläuft, das heißt günstig wird noch günstiger, während für Wachstum immer mehr gezahlt wird.
Das Momentum findet sich bei den Growth-Titeln, die durch Intermarket- und Makrofaktoren wie Inflations- und Zinsniveaus getrieben werden. Anleger suchen Sicherheit und springen irrtümlicherweise auf den Wachstumszug auf in der Hoffnung, dass dieser ewig weiterfährt. Umso anfälliger sind sie dann für die nächste Krise. Ein wenig erinnert das schon an die Tech-Blase Ende der 90er-Jahre, auch damals wurden die klassischen Bewertungsmodelle außer Kraft gesetzt.
Erste Wolken am Horizont
Obwohl Value-Titel eher zyklischer Natur sind und historisch höhere Verschuldungsgrade aufweisen, nicht zuletzt in der Telekommunikation und bei den Banken, so weisen viele doch so niedrige Bewertungskennzahlen auf, dass die nächste Krise schon eingepreist sein sollte. Eine solche Phase der Übertreibung zeigt sich oft in der Endphase einer Hausse, und die aktuelle dauert bereits schon zehn Jahre an. In solchen Phasen tendieren Value-Strategien temporär zur Underperformance – auch wenn uns das alles andere als glücklich macht.
Alles in allem gehen wir jedoch zuversichtlich in das vierte Quartal, auch wenn sich erste Wolken am Horizont zeigen. Ob eine Baisse in einem oder erst in zwei Jahren kommt, lässt sich so kurzfristig nicht sagen. Wir schauen weiterhin auf attraktive Bewertungen, bevorzugen eigentümergeführte Unternehmen und achten auf strukturelle Wettbewerbsvorteile. Das sind die Faktoren, die nachhaltig immer zu positiver Performance geführt haben.

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