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Biohacking, Grinding, Cyborgs Human Augmentation-Markt könnte sich bis 2025 verzehnfachen

19.10.2018, 15:06  |  5826   |   |   

Immer mehr Menschen lassen sich Chips unter die Haupt implantieren, um damit Türen zu öffnen oder persönliche Daten zu sichern. Dieser Bereich nennt sich Human Augmentation und ist ein weiterer Trend im Bereich Digitalisierung. Der Markt für solche Produkte könnte bis 2025 auf 2,3 Milliarden US-Dollar wachsen.

Der Begriff "Human Augmentation" wird immer dann verwendet, wenn es darum geht, dass der menschliche Körper mit Technologien ergänzt wird, die die menschliche Produktivität oder Effizienz verbessern. Zum Einsatz kommen Implantate bzw. Chips. Oftmals taucht auch der Begriff Human 2.0 auf. Eine weitere Anwendung dieser Technik findet sich auch im Bereich Medizin. Ein Beispiel ist das Cochlea-Implantat für Menschen mit einer hochgradigen Hörminderung.

Bislang wurden Chips hauptsächlich bei Tieren eingesetzt. Nun scheint diese Technik auch für Menschen immer interessanter zu werden. "Bloomberg" berichtet vom Hamburger Start-up Digiwell. Das junge Unternehmen hat in den vergangenen 18 Monaten rund 2.000 Chips bei Menschen implantiert. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass sich weltweit 100.000 Menschen Chips unter die Haut implantiert haben, um damit Türen zu öffnen oder persönliche Daten zu speichern. Diese Mikrochips sind kaum größer als ein Reiskorn. In dieser Berichterstattung fällt auch der Begriff "Biohacking".

Im vergangenen Jahr sorgte der Silicon Valley-Millionär Serge Faguet für einen erheblichen Bekanntheitsschub für das Thema "Biohacking". Im September 2017 veröffentlichte er einen Beitrag auf der Website Hacker Noon und berichtete von seiner neuen Lebensqualität, nachdem er 200.000 US-Dollar für Biohacking ausgegeben hatte, so "The Guardian". Vor allem die männlichen Leser interessierte die Aussage, dass der Sexualtrieb sich erhöht habe und er auch leichter mit Mädchen in Kontakt käme - es gab zahlreiche Kommentare. Welche konkreten Methoden Faguet nutzte, blieb jedoch unklar. Er schrieb, dass er seinen Körper über eine Periode von vier bis fünf Jahren hackte - hauptsächlich mit neuartigen Medikamenten. 

Der Begriff "Biohacking" wird folgendermaßen definiert: "Es ist ein Schlagwort, dass die High-Tech-, Wellness-, Anti-Aging- und Wissenschafts-Communities vereint; im Grunde genommen bedeutet es, Dinge mit Körper oder Geist zu tun, damit sie besser funktionieren. [...] Es handelt sich um einen hyper-technischen Ansatz, der versucht, den Körper mit allen möglichen Technologien zu verstehen und zu reparieren". Im Merrian-Webster-Wörterbuch heißt es über "Biohacking": 

"Biologische Experimente (z. B. durch Genaufbereitung oder den Einsatz von Medikamenten oder Implantaten) zur Verbesserung der Eigenschaften oder Fähigkeiten lebender Organismen, insbesondere von Einzelpersonen und Gruppen außerhalb der traditionellen medizinischen oder wissenschaftlichen Forschung".

Auch Elon Musk hat sich mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt. Er gründete mit acht weiteren Unternehmern bereits 2016 das Start-up Neuralink. Das Unternehmen arbeitet an der Entwicklung von sogenannten BCIs (Brain-Computer-Interface). Vorerst will das Unternehmen die Technologie zur Behandlung von Hirnerkrankungen einsetzen. 

Scheinbar steht Neuralink kurz vor einem Durchbruch, um unser Gehirn mit einem Computer zu verbinden. "Ich denke, wir werden in ein paar Monaten etwas Interessantes zu verkünden haben.... das ist besser, als jeder denkt", sagte Musk im September 2018. Und weiter: "Im besten Fall fusionieren wir effektiv mit der AI" (Artificial Intelligence). Für Musk ist das neue Produkt nur ein kleiner Schritt, denn in seinen Augen sind die Menschen bereits über das Handy permanent mit einem Computer verbunden. Der einzige Unterschied sei, dass wir die Informationen noch nicht schnell genug verarbeiten. "Es ist wie ein winziger Tropfen zwischen deinem biologischen Selbst und deinem digitalen Selbst", sagte Elon Musk.

Neben den hochkomplexen Technologien, geht es auch um einen Lebensstyle, der viel mit Selbstoptimierung zu tun hat. "Du betrachtest deinen Körper als eine Studie", sagte Molly Maloof, eine Allgemeinmedizinerin in San Francisco, die sich auf Biohacking spezialisiert hat. Die Bandbreite reicht von Versuchen die eigene DNA zu verändern, um genetisch bedingte Krankheiten zu beseitigen, während andere Biohacking-Fanatiker Magnete oder Radiofrequenz-Identifikationsimplantate unter ihren Fingerspitzen einsetzen, um sicherer in ihr Auto zu gelangen oder auf andere Wertsachen zuzugreifen. 

Teilweise ist die Technik in diesem Bereich schon fortgeschritten, während andere Segmente noch in den Kinderschuhen stecken. Besonders gefährlich an dem Trend sind die Selbstversuche. So spritzte sich der Softwareentwickler Tristan Roberts letztes Jahr eine chemische Lösung, von der er hoffte, dass sie seinen genetischen Code ändern würde, um ihn von HIV zu befreien - und er veröffentlichte den gesamten Vorgang auf Facebook. Dies erregte große Aufmerksamkeit in den USA, wo es für solche Experimente eine Gesetzeslücke gibt, da neue chemische Produkte (Studienprodukte) zum Selbsttest offen gekauft und verkauft werden können - während nicht FDA-zugelassene Medikamente illegal sind. Das Mittel, dass Roberts benutzte, kam vom Unternehmen Ascendance Biomedical, welches eben solche Zwischenprodukte verkauft. 

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