DAX-0,54 % EUR/USD-0,02 % Gold0,00 % Öl (Brent)0,00 %

Warum die Covestro-Aktie fällt und trotzdem interessant wird

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.11.2018, 09:07  |  600   |   |   

Covestro  (WKN: 606214)-Aktien sind seit Januar 2018 um über 46 % gefallen (28.11.2018). Viele Anleger fragen sich nach den Gründen für die annähernde Halbierung des Unternehmenswertes und wie es jetzt weitergeht. Seit dem Börsengang im Jahr 2015 war sie zuvor etwa 260 % gestiegen und ein großer Erfolg. Erfahre, welche Gründe aktuell den Kurs belasten und welche dennoch für die Aktie sprechen.

Konjunkturanfälliges Geschäft

Covestro gehörte einst zu Bayer (WKN: BAY001) und firmierte unter dem Namen MaterialScience. Betrachten wir nur die Entwicklung von 2015 bis 2017, ist ein starker Gewinnanstieg (von 343 auf 2.009 Mio. Euro) erkennbar, der aber nicht nur auf das operative Geschäft, sondern auch auf Sondereffekte (Betriebsverkäufe, US-Steuerreform) und eine günstige Konjunktur zurückzuführen ist. Dies erklärt auch den starken Kursanstieg. Der Umsatz legte hingegen nur von 12.082 auf 14.138 Mio. Euro und damit lange nicht so stark zu. Er spiegelt die operative Entwicklung besser wider.

Schauen wir uns hingegen die Zahlen seit 2008 an, wird die Konjunkturanfälligkeit des Geschäfts deutlich. So verbuchte MaterialScience (heute Covestro) 2009 einen starken Verlust in dreistelliger Millionenhöhe. Der Umsatz wuchs seit 2008 durchschnittlich um 4,2 % pro Jahr. Diese Rate würde in etwa auch der langfristigen durchschnittlichen Aktienrendite entsprechen, was auf eine Übertreibung von 2015 bis Anfang 2018 hindeutet.

Da Covestros Hauptkunden aus der Auto-, Bau-, Holz-, Möbel-, Chemie-, Elektro- und Elektronikbranche kommen, lassen sich auch hieraus stärkere Nachfrageschwankungen ableiten. Dies bedeutet, dass die Gewinne mit der Wirtschaftsentwicklung stark steigen, aber eben auch stark einbrechen können.

Aktuelle Belastungsfaktoren

Im November 2018 musste der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr senken, sodass der operative Gewinn und der freie Cashflow nun leicht unter den Vorjahresergebnissen erwartet werden.

Ein Grund ist der niedrige Wasserpegel des Rheins, der zu einer geringeren Produktion und höheren Logistikkosten führt. Ein zweiter Grund ist die zunehmende Konkurrenz, wodurch die Margen sinken. Ein dritter Grund sind Rückstellungen für ein Kostensenkungsprogramm, das zunächst Geld kostet. Bis 2021 soll es allerdings die Ausgaben pro Jahr um 350 Mio. Euro senken. Zudem möchte Covestro bis 2024 seine Kapazitäten in den USA für 1,5 Mrd. Euro ausbauen, was zusätzliche Kosten verursacht. Der letzte Grund wird aktuell noch nicht benannt, könnte aber eine zukünftig schwächere Konjunktur sein. So haben bereits viele Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose für 2019 reduziert.

Dies spricht trotzdem für die Aktie

Dennoch werden die Rückgänge im Gesamtjahr 2018 nicht so stark ausfallen, dass sie eine Halbierung des Aktienkurses rechtfertigen. Dieser ist deshalb zu einem Großteil durch eine Überreaktion zu erklären. So notiert das Unternehmen nun bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,72. 2015 lag es noch bei 4,0. Zudem beträgt das Kurs-Umsatz-Verhältnis derzeit 0,66. 2017 lag es noch bei 1,3. Zwar fällt auch die aktuelle Dividendenrendite für 2019 mit 4,9 % deutlich höher aus als in der Vergangenheit, könnte bei Ergebniseinbrüchen aber auch gekürzt werden (28.11.2018). Die Aktie ist also heute deutlich günstiger bewertet als vor dem Kurseinbruch und etwa fair bewertet, könnte aber bei einer Konjunktureintrübung auch noch tiefer fallen.

Aufgrund der Trends Emissionssenkung, E-Mobilität, wachsende Bevölkerung und zunehmende Urbanisierung rechnet Covestro bis 2022 pro Jahr mit einem durchschnittlichen Volumenwachstum von etwa 4 %. In Summe soll deshalb der operative Gewinn um 1 Mrd. Euro steigen.

Covestro gehört in seinen Segmenten weiterhin zu den weltweit führenden Unternehmen. Dies verschafft ihm Kosten- und damit Wettbewerbsvorteile. So besitzt es über 2.700 Produkte und mehr als 5.000 Kunden. Nicht zuletzt spricht die solide Bilanz mit über 50 % Eigenkapital für Covestro. So kann das Unternehmen auch eine Krise überstehen.

Foolishes Fazit

Kurzfristig belasten Covestro die oben genannten Faktoren, die aber längerfristig zum Großteil behebbar sind. Dies führt derzeit zu einer deutlich günstigeren Bewertung. Sollten jedoch Covestros langfristige Gewinnprognosen eintreffen, wird die Aktie nachziehen und wahrscheinlich auch wieder bessere Tag sehen.

3 Top Aktien im Multimilliarden Megatrend Marihuana

Etliche Cannabis-Firmen sind bereits dreistellig gestiegen. Erfahre in diesem Sonderbericht, 3 Top Aktien im Multimilliarden Megatrend Marihuana, warum Marihuana sich zum neuen Multimilliarden Megatrend entwickelt ... und warum immer mehr Starinvestoren jetzt auf den Zug aufspringen. Lies jetzt das komplette Know-how in diesem Bericht, zusammengestellt von den Profis von Motley Fool! Klick hier, um kostenlosen Zugang zu erhalten.

Seite 1 von 3

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.
Wertpapier
BayerCovestro


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel