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Nun kommt, was zu erwarten war – wie die Bayer-Aktie nun bewertet ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.12.2018, 09:18  |  1463   |   |   

Es war in der Vergangenheit bei Übernahmen schon sehr oft zu beobachten und vollzieht sich nun auch in ähnlicher Weise bei Bayer (WKN: BAY001). Nach der Übernahme von Monsanto werden nun massiv Stellen reduziert, denn viele Bereiche können zusammengelegt oder ganz gestrichen werden, weil sie bereits bei Bayer vorhanden sind. Doch was bringen die Maßnahmen konkret und wie steht es um die Aktie?

Konzentration auf das Kerngeschäft

Bayer sieht seine Zukunft in den Segmenten Pharmaceuticals, Crop Science und Consumer Health. Der Bereich Animal Health soll hingegen verkauft werden, um den Erlös in die Kernsegmente zu investieren. Mit 1.579 Mio. Euro Umsatz trug es 2017 auch nur etwa 4,5 % zum Gesamtumsatz bei.

Im Segment Consumer Health möchte Bayer seine Profitabilität und sein Wachstum erhöhen und deshalb die rezeptpflichtigen Dermatologie-Produkte, die Marken Coppertone (Sonnenschutz) und Dr. Scholl´s (Fußpflege) verkaufen.

Des Weiteren möchte sich der Konzern von seiner 60 %-Beteiligung an Currenta trennen, weil die Dienstleistungen nach der Covestro-Abspaltung nun weniger benötigt werden.

Erhöhung der Profitabilität und Effizienz

Tatsächlich hängt der Großteil der Stellenstreichungen (4.100 direkt im Segment Crop Science und 5.500 bis 6.000 Stellen bei überlappenden Konzernbereichen, insgesamt also 9.600 bis 10.100 der insgesamt 12.000 Stellen) direkt mit der Monsanto-Übernahme zusammen.

Hinzu kommen 900 Stellen in der Pharmaforschung (hier will Bayer mehr auf externe Forschung setzen), 350 durch die Schließung eines Faktor-VIII-Betriebes in Wuppertal (die Produktion wird in Berkley-USA konzentriert) und 1.100 im Segment Consumer Health (Verschlankung der Verwaltung).

In Summe reduzieren sich so die jährlichen Kosten ab 2022 um etwa 2,6 Mrd. Euro, wodurch der Gewinn je Aktie auf 10 Euro (2018: 5,70 bis 5,90 Euro) steigen soll. Zunächst fallen aber noch Kosten für den Stellenabbau und zusätzlich Abschreibungen in Höhe von 3,3 Mrd. Euro an.

Und so ist die Bayer-Aktie bewertet

Seit dem Hoch im Jahr 2015 ist die Bayer-Aktie um etwa 55 % gefallen. Bayer hat also mehr als die Hälfte an Börsenwert (etwa 74 Mrd. Euro) verloren. Dabei ist der Gewinn je Aktie von 2014 bis 2018 von 4,14 Euro auf 5,70 bis 5,90 Euro gestiegen und soll bis 2022 weiter auf 10 Euro klettern.

Dies kann nichts anderes bedeuten, als dass der Markt, aufgrund der Glyphosat-Klagen, bereits Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe eingepreist hat. Deutlich wird dies auch anhand der sehr niedrigen Bewertung. So notiert die Aktie heute bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von nur 1,26 (Stand 30.11.2018) und damit tiefer als 2008, als es bei 1,7 lag. Zum Vergleich, im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag es bei knapp drei.

Sobald es Klarheit im Fall Glyphosat gibt, wird Bayer ganz sicher nicht mehr so tief notieren. Bis dahin heißt es weiterhin, die Nachrichten zu verfolgen.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.


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