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Forex-Report Politischer Rückenwind für Wirtschaft und Märkte!

Gastautor: Folker Hellmeyer
03.12.2018, 10:16  |  830   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1363 (07:17 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1305 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 113.50. In der Folge notiert EUR-JPY bei 129.00. EUR-CHF oszilliert bei 1.1335.               

Aktuell kommt es zu politischem Rückenwind für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte, eine angenehme Erfahrung nach den bisherigen Ereignissen 2018. Das G-20 Treffen lieferte ein Ergebnis am oberen Ende der Erwartungen.

Der Blick auf die Fakten:

  • Anders als bei dem APEC-Gipfel gab es eine Abschlusserklärung, die Ausdruck eines Minimalkonsenses war.
  • Donald Trump und Xi Jinping haben einen 90-tägigen „Waffenstillstand“ vereinbart.
  • Die USA verzichten zunächst auf Zollerhöhungen.
  • China beabsichtigt, mehr US-Produkte zu kaufen.
  • Verhandlungen über den Schutz geistigen Eigentums und Technologietransfer würden fortgesetzt.
  • China baut laut Trump Einfuhrzölle für US-Importautos ab. Peking hätte zugesagt, die Abgaben zu reduzieren und zu entfernen (aktuell 40%).
     

Der Blick auf die Katalysatoren dieser Einigungen:

  • Die global vernetzte Wirtschaft (Komplexität) mit „just in time“-Lieferketten erfordert internationale Kooperation der unterschiedlichen politischen Räume, da es keine nationalstaatlichen autarken Wirtschaftsräume mehr gibt.
  • Die disruptive US-Politik hat sukzessive die ausgesprochen gute Basis der Weltwirtschaft zu Jahresbeginn 2018 erodiert und zuletzt Bremseffekte in der US-Wirtschaft zur Folge gehabt. Der Grenznutzen dieser US-Politik ist erreicht.
  • Die US-Unternehmerverbände und US-Unternehmen haben sich zuletzt verstärkt gegen die US-Handelspolitik gestellt und deutlich gemacht, dass die US-Wirtschaft unter den Folgen perspektivisch nicht Boden gut machen würde, sondern Boden verlieren würde.
  • China hat sich unter dem aufgebauten Druck weiter geöffnet als man es zu Jahresbeginn unterstellen konnte (z. B. BMW-Werk mit 75% Anteil BMW in China, Allianz-Versicherung). Der Rest der Welt profitiert von dem US-Druck auf China, lediglich bisher die USA nicht wegen des bilateralen Handelskonflikts.
  • Die disruptive US-Politik hat im Rest der Welt zu einer Bereitschaft geführt, begründete US-Kritikpunkte aufzunehmen und Veränderungsprozesse einzuleiten (u.a. WTO, Status China).

Der Erfolg von Politik basiert auf der Kunst der Diplomatie. Miteinander zu reden, ist besser als übereinander zu reden, wenn man es mit Lösungen ernst meint. Diesbezüglich bietet das G-20 Treffen einen Hintergrund für Zuversicht, jedoch nicht für Euphorie.

Der disruptive Stil aus den USA war und ist der Katalysator für Veränderungen im globalen Organigramm. Dabei gibt es zwei Facetten:

  • Positiv ist anzumerken, dass ohne diese Disruption die Veränderung der Position Chinas nicht möglich gewesen wäre. China hat fraglos davon profitiert, die eigenen Märkte abzuschotten oder nur unter Auflagen zugänglich zu machen. So berechtigt das zu dem Zeitpunkt des Beitritts zur WTO gewesen sein mag (2001), so unangemessen war es nach der fulminanten Entwicklung, die China seit 2001 genommen hat. Es gilt und galt zuletzt, Augenhöhe im internationalen Wirtschaftsverkehr herzustellen. An dieser Stelle eine „Danke“ an Trump, denn der evolutionäre Ansatz der letzten Jahre war im diplomatischen Verkehr im Rahmen evolutionärer Anpassungen mit Peking nicht von Erfolg gekrönt.
  • Negativ ist und bleibt die Ablehnung der USA der multilateralen Realität (global aktiver Kapitalstock). Der Versuch, den Hegemonialstatus der USA zu prolongieren, indem man die multilateralen Verbindungen und/oder Verpflichtungen in Abrede stellt, um unilateral die eigene Größe gegenüber einzelnen Ländern anzuwenden, mag kurzfristig Erfolge mit sich bringen (Kanada, Mexiko). Diese Politik des Gegeneinanders bei abnehmender ökonomischer Bedeutung der USA (Anteil an der Weltwirtschaft) stellt ultimativ mittel- und langfristig die Basis für eine Isolierung der USA.
     

Realwirtschaft und Finanzmärkte dürfen zum Jahresschluss durchatmen. Die normative Kraft des Faktischen scheint an Boden zu gewinnen und das ist gut so!

Zu Wochenbeginn haben uns überwiegend positive Konjunkturdaten erreicht:

Russischer Einkaufsmanagerindex (PMI) höher:

Per Berichtsmonat November nahm der PMI für das verarbeitende Gewerbe von zuvor 51,3 auf 52,6 Zähler zu.

Japan: Einkaufsmanagerindex (PMI) legt zu!

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