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Stillhalter-Stress am Verfallstag

Gastautor: Sven Weisenhaus
19.02.2019, 08:43  |  797   |   |   

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die Verfallstagsprognose der Vorwoche bestätigte sich wieder einmal eindrucksvoll. Aber während Trader davon profitieren konnten, hatten die Stillhalter vermutlich einigen Stress dabei. Und dieser hielt wortwörtlich bis zur letzten Minute an.

Eine weitere perfekte Verfallstagsprognose

Der folgende 5-min-Chart des DAX der Verfallstagswoche zeigt das deutlich:

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Ich erwarte, dass der DAX steigt...
Ich erwarte, dass der DAX fällt...

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DAX 5min-Chart KW 07/2019 

Noch am Montag notierte der DAX in relativ komfortabler Entfernung zur neuralgischen 11.200er Verfallstagsmarke (siehe blauer Pfeil). Am Dienstag sprang er zwar bereits zu Handelsbeginn dichter an die rote Linie, blieb danach aber noch in respektvollem Abstand dazu. Erst am Mittwoch und Donnerstag attackierten die Bullen dann ernsthafter die 11.200-Punkte-Marke (siehe blaue Ellipsen).

Auslöser dafür war übrigens – wie von mir schon am Montag vermutet – die Meldung, dass eine Einigung im US-Haushaltsstreit bevorstehen könnte. Dazu kam es dann zwar tatsächlich, aber unmittelbar danach verkündete US-Präsident Trump in puncto Einwanderung den „nationalen Notstand“, um die umstrittene Grenzbefestigung nach Mexiko doch noch durchzudrücken. Das ließ den DAX am Donnerstagnachmittag wieder deutlich zurückfallen.

Zu früh gefreut

Zu diesem Zeitpunkt sah es demnach so aus, als hätten die Stillhalter das Schlimmste überstanden, zumal der DAX am Freitagmorgen zunächst weiter nachgab. Doch zu früh gefreut: Denn plötzlich startete eine fulminante Kurzfrist-Rally (siehe grüner Pfeil) und der DAX schoss ohne Pause bis auf 11.200 Punkte nach oben. Dort mussten die Stillhalter dann in der letzten Viertelstunde vor dem Verfallstermin nochmals dagegenhalten, um zu verhindern, dass die große Call-Position bei 11.200 Punkten quasi in letzter Minute ins Geld läuft.

Das gelang ihnen auch – der DAX wurde am Freitag schließlich rund 15 Punkte tiefer abgerechnet. Und erst nach dem Verfallstermin konnte der Kurs ungehindert über die rote Linie ausbrechen. Allerdings sieht man am folgenden Kursverlauf deutlich, dass es tatsächlich vor allem ein Verfallstagseffekt war: Schon bald stockte der Anstieg und seitdem läuft der Kurs wieder seitwärts. Offenbar fehlen den Anlegern jenseits der Verfallstagsziele die Perspektiven für den DAX.

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Die weiteren kurzfristigen Perspektiven im DAX

Chart- bzw. stimmungstechnisch ist die aktuelle Konsolidierung jedoch noch unkritisch: Der steile Anstieg vom Freitag kann eine solche Konsolidierung durchaus verkraften. Zudem war gestern in den USA ein (Börsen-Feiertag (Presidents Day), so dass dem DAX die üblichen Impulse der US-Börsen fehlen. Auch das führt häufig zu einer „unerklärlichen“ Unentschlossenheit der europäischen Aktienmärkte.

Die jüngsten Kursbewegungen sind also durchaus bullish zu werten, was die Frage nach den weiteren kurzfristigen Perspektiven des DAX aufwirft. Dazu der Blick auf den gestrigen Tageschart:

DAX - Tageschart seit März 2018 

Nach dem Anstieg im Januar sind die bisherigen Kursbewegungen im Februar als Konsolidierung zu werten, die aktuell in Form eines symmetrischen Dreiecks verläuft (grau schattiert). An dessen Oberkante verläuft auch eine wichtige Parallellinie des übergeordneten roten Abwärtstrends, an welcher der DAX schon zweimal gescheitert ist (siehe rote Pfeile).

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