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Der böse Kapitalismus Das Geschäft der Banken ist es, dass sich möglichst viele Menschen möglichst hoch verschulden!

09.03.2019, 16:47  |  609   |   |   

Man hört immer wieder etwas von den bösen Banken. Besonders in den öffentlich rechtlichen Medien ist Kapitalismus-Kritik sehr populär. Es wird moralisiert und des Pudels Kern ignoriert. Denn das Geschäft der Banken ist sicher kein löbliches, aber ein verständliches.

Banken stehen im öffentlichen Diskurs oft in der Kritik. Doch ist diese Kritik meist eher hinderlich als zielführend, denn den Banken wird vorgeworfen etwas zu tun, was sie tun sollen. Eine Bank ist im Grunde nichts anderes als eine große Leihstube für Geld. Sie leiht sich Geld, sie verleiht Geld und sie schlägt daraus ihren Profit. Zwischen den beiden Schritten stehen zur heutigen Zeit noch dutzende Unterschritte, so etwa Kursspekulation, Devisenhandel, Finanzprodukte, und und und. Der Grund warum es eine Bank gibt ist aber weiterhin: Damit sich Kunden Geld leihen können, dass sie nicht haben. Was geht nun daraus hervor?

Keine Knochenfunde des Homo oeconomicus!

Wenn wir von mündigen Individuuen ausgehen, dann ist Geldverleih kein großes Problem, denn dann wird geliehenes Geld zurückgezahlt und es braucht auch keine Schuldzinsen um den Ausfall abzusichern. Nun gab es aber nie einen Homo Oeconomicus. Die meisten Individuuen sind finanziell unmündig und werden es auch bleiben. Kaum einer leiht sich Geld, um damit eine Periode des Wachstums auszulösen, es geht in der Regel um Konsum und darum sich kurzfristig zu entlasten und dadurch unabsichtlich die eigenen monetären Probleme zu vertiefen. Konsequenz? Der Graben zwischen Arm und Reich vertieft sich immer weiter.

Arm und Reich - Kreditgeber, Kreditnehmer

Es braucht kein Studium der Wirtschaftswissenschaften um die zentrale Tendenz zu erkennen, welche die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet. Arm und Reich definiert sich langfristig immer durch das Verhältnis aus Kredit nehmen und Kredit geben. Innerhalb dieser Beziehung und ihrem striktem Machtgefälle entspringen die Probleme, die in Medien und Masse kritisiert werden. Doch es ist kurzsichtig den Banken und all den "bösen Kapitalisten" vorzuwerfen, dass sie tun, was nunmal in ihrem Interesse liegt. Warum sollte man denn auch von Unternehmen erwarten, dass sie gegen ihre eigenen Interessen handeln. Welcher Zuständige Mensch in Entscheiderposition soll den hierfür mit großmutiger Geste zum Märtyrer werden, nur um dann am nächsten Tag dem Nachfolger die Klinke in die Hand zu drücken, der alles wieder revidiert?

Moral egal

Wirtschaft ist keine Frage der Moral, sondern immer eine Frage des Geldes. Deswegen heißt es "Wirtschaft" und nicht "Ethik". Moral ist nur ein Störfaktor, der oberflächlich einbezogen, hinter vorgehaltener Hand aber beiseite gewischt wird. Dass dem so ist, ist natürlich nicht wünschenswert, aber wer sollte sich auch nach einem Wunsch richten, der ohne dahinterliegende Machtposition geäußert wird? Das ließe sich im Rahmen einer moralischen Forderung hoffen, aber eben nie realistisch erwarten - nicht im Einzelfall und schon gar nicht unablässig ständig. Was können wir denn realistisch von Banken erwarten? Dass sie im Eigeninteresse handeln und die gegebenen Umstände ausnutzen. Schuldner sind ihre Kunden und je mehr Schuldner es gibt und je höher diese verschuldet sind, desto besser erfüllt die Bank ihren selbstgegebenen Zweck. Den Banken vorzuwerfen, dass sie tun, was im Grunde ihre Aufgabe ist, ist zwar berechtigt, aber zu kurz gegriffen. Für Banken gibt es keine Handlungsalternative und für das jetzige Wirtschaftssystem auch nicht, denn es ist ein Bankensystem.

Geldschöpfung und Wertverfall

Die Art wie in unserem System Geld entsteht ist fehlerhaft. EZB und FED erschaffen das Geld, verleihen es an Geschäftsbanken und diese verleihen es an Schuldner. Diese Schuldner müssen mehr zurückzahlen, als die bekamen und das "mehr" kommt natürlich wieder von der EZB und der FED. So gibt es immer mehr Schulden und der Gegenwert zum Geld, dass was es eigentlich ausweist und was ihm seine Macht gibt, der muss nachträglich geschaffen werden. Dieses Problem ist natürlich wohl bekannt und so ist Marktregulation nach Keynes zum Status Quo geworden. Doch der Markt der reguliert werden soll, wird exponentielle komplizierter und das Eingreifen in ihn, kurbelt dieses Problem noch an. Der Hydra wachsen für jeden fallenden Kopf zwei neue nach und das milliardenfach. Daneben zu stehen und bei jeder neuen Missgeburt "Kapitalismus stinkt" zu rufen, mag zwar durchaus seine Berechtigung haben, doch es ist faul und trifft den Nagel am Kopf vorbei. Genau wie es die Hydraköpfe nicht trifft.

Alternative statt Agitation

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