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Marktkommentar: Sabrina Khanniche (Pictet): GCC-Staaten treten dem EM-Club bei
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Marktkommentar Sabrina Khanniche (Pictet): GCC-Staaten treten dem EM-Club bei

Nachrichtenquelle: Asset Standard
19.07.2019, 12:00  |  511   |   |   

China, die Türkei und Argentinien beherrschten in den letzten Monaten die Schlagzeilen – dabei wurde ein Schwellenländerereignis völlig übersehen: Dass die ölreichen GCC-Staaten in den führenden Schwellenländer-Staatsanleihenindex aufgenommen …

China, die Türkei und Argentinien  beherrschten in den letzten Monaten die Schlagzeilen – dabei wurde ein Schwellenländerereignis völlig übersehen: Dass die ölreichen GCC-Staaten in den führenden Schwellenländer-Staatsanleihenindex aufgenommen wurden.

Wir kommen ...

Am 31. Januar sind fünf Länder des Golf-Kooperationsrats (Saudi-Arabien, VAE, Katar, Kuwait und Bahrain) in den mehrphasigen Prozess der Aufnahme in den JP Morgan EMBI Global Diversified Index eingetreten. Dies ist die grösste einmalige Anpassung des führenden Index für auf US-Dollar lautende Schwellenländeranleihen aller Zeiten. Oman, das andere GCC-Mitglied, wurde bereits 2018 aufgenommen. 

Die neuen GCC-Nationen werden 11,4% der Benchmark ausmachen, eine grosse Veränderung in gerade mal zwölf Monaten. China hingegen hat sechs Jahre gebraucht, um seinen Anteil von 2% auf 10% zu erhöhen. Wir haben das Wichtigste für Anleihenanleger zusammengefasst.

Hoch konzentriert

Saudi-Arabien beherrscht den GCC wirtschaftlich mit einem Anteil von 44% am Gesamt-BIP.  Die VAE machen 25%, Katar 14%, Kuwait 9%, Oman 5% und Bahrain 2% aus. Abbildung 1 zeigt, was alle GCC-Staaten gemeinsam haben: ihre Konzentration. Sie gehören laut UN zu den fünf der sechs am stärksten konzentrierten Volkswirtschaften*.

Pictet - ABB 1 - Produktkonzentrationsindex der UN nach Land: 2017

Der Grund für diese starke Konzentration ist, dass diese Nationen stark vom Erdölsektor abhängen, wie unten dargestellt.

Pictet - ABB 2 -Aufschlüsselung des BIP nach Wirtschaftsbereich und Land: 2018

Infolgedessen sind die GCC-Staaten sehr anfällig gegenüber Ölpreisschwankungen, was zu einer höheren Volatilität des BIP-Wachstums führt (siehe unten).

Pictet - ABB 3 - Volatilität des BIP-Wachstums vs. Konzentrationsindex

Diversifizieren ...

Da die niedrigen Ölpreise ein Dauerproblem sein werden, müssen die GCC-Staaten ihre Volkswirtschaften diversifizieren. Sie haben bereits grosse Schritte in diese Richtung unternommen, wie an dem Konzentrationsindex in Abb. 4a abzulesen ist. Die VAE stechen deutlich hervor, auch wenn zu ihnen das ölreiche Abu Dhabi gehört.

Schaut man sich die „Ease of doing business“-Umfrage der Weltbank an, liegen die VAE erneut ganz weit vorne, mit einem eindrucksvollen 11. Platz von 190 (siehe Abb. 4b). Andere GCC-Staaten hingegen haben noch einen weiten Weg vor sich. Saudi-Arabien zum Beispiel hat seit 2005 zahlreiche Reformen auf den Weg gebracht, liegt aber weiterhin auf einem schlechteren Platz.

Pictet - Abb. 4a: Konzentrationsindex nach Land: Entwicklung/Abb. 4b: Abschneiden in der „Ease of doing business“-Umfrage der Weltbank*

Für die Zukunft streben alle GCC-Länder eine wirtschaftliche Diversifizierung gemäss ihren jeweiligen Vision 2030-Zielen an. Sie müssen jetzt aber liefern: Die Anleger schauen ganz genau hin, was die Einführung der Mehrwertsteuer, Reformen für die Geschäftswelt und den Arbeitsmarkt, die Streichung von Subventionen usw. anbelangt.

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