Finanziell frei mit 40: 2 Optionen, 1 Königsweg

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.06.2020, 08:49  |  223   |   |   

„Finanzielle Freiheit“ – ein Ziel und schier unendlich viele Möglichkeiten, um dorthin zu gelangen. Aktien? ETFs? Bitcoin? Jede Anlageklasse verspricht das Blaue vom Himmel!

Wer bereits in jungen Jahren möglichst schnell – gerne ab 40 – finanziell frei sein möchte, hat aus meiner Sicht nur zwei Optionen: Entweder man dreht die Sparquote auf Askese oder man nutzt den unfairen Vorteil, den man als jüngerer Mensch ohnehin im Alltag pflegt.

Option Numero 2 ist in meinen Augen der absolute Königsweg. Nichts gegen den asketischen Sparmönch – aber warum nicht nutzen, was man hat?

Der Weg des Sparmönchs

Langfristig betrachtet sind Aktien schon immer eine exzellente Wahl für den Vermögensaufbau gewesen. Selbst dann, wenn man einfach blind den gesamten Markt gekauft hat.

Ob DAX, S&P 500 oder Dow Jones – nur stabile Gewinner bekommen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht im Index. Was nach einem Sechser im Lotto klingt, ist in Wahrheit nur Mittelklasse. Im Durchschnitt darf man vom Gesamtmarkt eine Rendite von etwa 8 % pro Jahr erwarten (Stand: 09.06.2020).

Das ist nicht viel, aber auch nicht wenig. Richtig explosiv wird diese Strategie erst, wenn die geheime Zutat hinzugefügt wurde: Zeit, so viel wie möglich! Erst nach einigen Jahren entfaltet der berühmt-berüchtigte Zinseszinseffekt seine Magie und verwandelt eine – oberflächlich betrachtet – lahme Rendite in eine unschlagbare Marsrakete.

Der asketische Sparmönch macht sich dieses Wissen zunutze und buttert in jungen Jahren 60 % seines Einkommens in ein Sammelsurium an Aktien-ETFs, um möglichst früh den Grundstein für eine explosive Rendite zu legen, die ihn mit spätestens 40 finanziell frei machen kann. Bis zur Entnahmephase stecken nicht selten zwischen 80 % und 100 % des gesamten Vermögens im ETF-Depot. Erst wenn das Sparziel erreicht ist, wird die Sparbüchse langsam geleert. Finanziell frei – endlich!

Ein solider Plan, der prinzipiell von vorne bis hinten durchdacht ist. Ausfallrisiko? Wird durch die Diversifizierung abgefedert! Inflation? Wird (hoffentlich) durch Rendite und Zinseszins überholt!

Der Königsweg

Aber ist der Weg des Sparmönchs wirklich der einzig wahre Weg? Selbst die beste Strategie hat ihre Nachteile. Der Sparmönch darf für gute 20 Jahre nur ein Ziel haben: die finanzielle Freiheit. Sobald er sich diesem Ziel nur noch halbherzig widmet, geht der Plan nicht auf.

Volle Konzentration für 20 Jahre und danach ist Ruhe – das mag für viele nach einem guten Deal klingen. Aber die Jugend ist meiner Erfahrung nach hochdynamisch und voll mit Chancen, die man entweder ergreift oder für immer ruhen lässt. Eine konstante Sparquote über Jahrzehnte durchzuhalten könnte nicht so einfach und auch nicht so sinnvoll sein, wie sich das viele heute vorstellen!

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