checkAd

    Die Welt ist im Umbruch  601  0 Kommentare Geopolitische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte

    Der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Mittleren Osten zwischen Israel und den Palästinensern beschleunigen eine Entwicklung,die bereits seit einigen Jahren im Gange ist.Die Stellung Amerikas als Hegemonialmacht...

    ...erodiert immer weiter. Auf beiden Konfliktfeldern macht Amerika keine besonders gute Figur, hinzu kommen inzwischen noch die Risiken einer Auseinandersetzung zwischen China und Amerika über Taiwan. 

    Trotz eines immensen Militärbudgets von offiziell knapp 1 Billion US-Dollar pro Jahr gelingt Amerika militärisch seit vielen Jahren wenig. Nach dem Rückzug aus Afghanistan nach 20 Jahren Krieg und verlorenen Kosten von über 2 Billionen US-Dollar bahnt sich jetzt auch in der Ukraine aus Sicht der USA ein militärisches Fiasko an.

    Die Zeit Amerikas als weltweit bestimmende dominierende Supermacht ist vorbei. Gemeinsam dürfte der ‚globale Süden‘ inzwischen sowohl wirtschaftlich als auch militärisch stärker sein als Amerika. Die BRICS Staaten expandieren, seit dem 1. Januar 2024 sind zu den Ursprungsmitgliedern Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika die Länder Ägypten, Äthiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate hinzugekommen.
    Über die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) bestehen Querverbindungen zu einigen weiteren Ländern, wie Kasachstan, Pakistan, Usbekistan, Kirgisistan. Mit großen Projekten, wie der ‚Belt and Road Initiative‘ (Neue Seidenstraße) versucht China, wichtige Wachstums- und Handelsimpulse zu generieren. Man erwartet, dass China – nicht zuletzt wegen solcher Projekte - die USA in wenigen Jahren wirtschaftlich überflügeln wird.
    Und dass trotz der vielen wirtschaftlichen Probleme, die auch China hat, unter anderem einem stark aufgeblähten Immobiliensektor.

    Denn die Probleme Chinas erscheinen klein im Vergleich mit denen des ‚Westens‘: gigantische und immer weiter steigende Staatsschulden - Kriege sind äußerst schlecht für den Staatshaushalt, ebenso immense Ausgaben für sozialistische ‚New Deals‘ und überdimensionierte Sozialsysteme -, sowie große (innen-)politische Probleme in den USA und Europa.
    Erschwerend kommt hinzu, dass der amerikanische Staat allein dieses Jahr etwa 10 Billionen US-Dollar an Staatschulden refinanzieren muss, und das in Anbetracht der Tatsache, dass die Ausländer das Vertrauen in den US-Dollar mehr und mehr verlieren. Insbesondere China reduziert bereits seit längerem seine US-Dollar-Positionen – auch um zu vermeiden, dass sein Vermögen im Falle eines Taiwan-Konflikts beschlagnahmt wird. Der politisch motivierte Ausschluss von Russland aus dem Swift-System und die Beschlagnahmung russischer Vermögen war in dieser Hinsicht nicht gerade vertrauensbildend. Darüber hinaus arbeiten Russland, China und Indien an einer stabilen Gold- oder rohstoffgedeckten Währung, die das Potenzial haben kann, den US-Dollar als Leitwährung abzulösen.

    Die besten Zeiten des US-Dollars, der ohnehin seit der Gründung der heutigen US-Zentralbank im Jahr 1913 bereits über 95% seiner Kaufkraft eingebüßt hat, sind insofern vermutlich vorbei. Dies gilt jedoch für alle ‚Fiat-Money‘-Währungen, vor allem auch den Euro. Als attraktive Alternative bietet sich Gold an, das historisch gesehen, seine Kaufkraft immer erhalten hat.

    Die Erwartung sinkender Zinsen wird sich zumindest ‚am langen Ende‘ auch nicht erfüllen in Anbetracht der weiterhin hohen Inflationsraten, des hohen Finanzierungsbedarfs der Staaten und dem sukzessiven Rückzug von China und anderen großen Gläubigern aus dem US-Dollar.

    Europa und Japan sind bereits in einer Rezession und die Börsen eilen trotzdem von einem zum nächsten All-time high. Wie lange die (positive) Abkoppelung der amerikanischen und europäischen Börsen von der Realwirtschaft vor diesem Hintergrund noch anhalten wird, ist nicht abzusehen. Irgendwann wird die Korrektur kommen. Für diesen Fall empfiehlt es sich vorzusorgen, indem man die Aktienpositionen zumindest teilweise durch Hedgestrategien absichert. Das sind Strategien, die auch und gerade bei Rücksetzern an der Börse und in länger andauernden negativen Börsenphasen sehr gutes Geld verdienen können. Gute Beispiele sind die ‚Quantmade‘ -Strategie oder auch ‚Hedge‘-Fonds wie Aquantum Active Range oder Absolute Volatility.

    Autor: Markus Ross, 4. März 2024


    Markus Ross
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen
    Diplom-Volkswirt Markus Ross ist seit 1982 im Bereich Finanzen, Börsenhandel und Vermögensverwaltung tätig.
    Mehr anzeigen

    Verfasst von Markus Ross
    Die Welt ist im Umbruch Geopolitische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte Der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Mittleren Osten zwischen Israel und den Palästinensern beschleunigen eine Entwicklung,die bereits seit einigen Jahren im Gange ist...

    Schreibe Deinen Kommentar

    Disclaimer