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Daimler, BMW, Adidas – der Motor streikt

Gastautor: Daniel Saurenz
16.02.2017, 15:04  |  1269   |   |   

USA_GoldenGateAmerika, Hui – DAX, ganz ordentlich – so fällt die Bilanz des laufenden Jahrs aus. Die US-Börsen zeigen der Konkurrenz auf dem alten Kontinent weiter die kalte Schulter. Für den NASDAQ Composite liegt eine Marke auf dem Tablett, von der Anleger zuletzt im Jahr 2000 träumten. Der Index verzeichnete in den letzten sieben Handelsstagen neue Rekorde. In Deutschland müsste zunächst das Jahreshoch aus dem Weg geräumt wäre, dann könnten die Bullen das Rekordhoch aus 2015 ins Visier nehmen. Überhaupt finden sich im DAX zahlreiche Aktien, die in diesem Jahr noch überhaupt kein Fuß gefasst haben. BMW und Daimler notieren seit Jahresbeginn leicht im Minus, Adidas um die Nullinie. Von den 30 Werten im DAX haben nur neun über fünf Prozent Kursgewinn verzeichnen können. Im NASDAQ 100 hat fast die Hälfte der Aktien um mehr als 10 Prozent zulegen können. Bei Tesla beträgt die Rally seit dem ersten Januar gar 32 Prozent.

Dennoch: An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Hier sorgt Donald Trump weiterhin für viel Fantasie. Ob er auch wirklich wie zuletzt angekündigt in den kommenden zwei bis drei Wochen neue Steuerpläne präsentieren wird, ist derzeit eher Wunschdenken der Anleger. Fakt ist: Selbst knapp vier Wochen nach dem Amtsantritt gibt es weiterhin keine konkreten Details zu den angekündigten Infrastrukturmaßnahmen und den Steuerplänen.

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Privatanleger ziehen sich zurück

Zugleich ist die Euphorie der Investoren ungebrochen. Die US-Börsenbriefschreiber sind so optimistisch wie seit Januar 2005 nicht mehr, auch die nordamerikanischen Fondsmanager setzen klar auf weiter steigende Kurse. Nur die Privatanleger bekommen langsam kalte Füße, nur noch 36 Prozent sehen den S&P 500 in den nächsten sechs Monaten höher. Bereits mehrfach in der Vergangenheit bewiesen die Kleinanleger ein gutes Gespür. Große Differenzen im Stimmungsbild zwischen den Börsenbriefschreibern und Privatanlegern waren wiederholt vor Korrekturphasen am Aktienmarkt zu beobachten. Die Erwartungen an Trump sind erneut gestiegen, eine typische „buy the rumor, sell the news“-Bewegung wäre auch mit Blick auf die Sentiment-Daten nicht überraschend, wenn die neue US-Regierung endlich Details präsentiert.

Unsere Chartanalyse:

Während die US-Märkte von einem Rekord zum nächsten eilen und auch die beiden Nebenwerteindizes MDAX und SDAX ihre Bestmarken weiter verbesserten, schaffte der DAX zur Wochenmitte noch nicht einmal den Sprung über das bisherige Jahreshoch. Damit sind die Widerstände weiterhin gültig und die Gefahr einer Korrektur bleibt bestehen.

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Wie erwartet war der Handelsverlauf zur Wochenmitte von deutlich stärkerer Volatilität geprägt. Nach einer Aufwärtslücke stieg der Index in der Spitze bis auf 11.848 Zähler. Doch der Sprung erwies sich nur als Strohfeuer, selbst die 11.800er-Marke wurde bis Handelsschluss nicht gehalten. Somit blieb der DAX auch am Mittwoch unter dem bisherigen Jahreshoch von 11.893 Punkten.

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Als Stütze erweist sich derzeit vor allem die feste Wall Street. Noch aber trauen sich die Optimisten am Frankfurter Parkett nicht so richtig aus der Deckung, Gewinne werden schnell wieder abgeschöpft. Und so muss der Bereich zwischen 11.800 bis 11.893 weiterhin als eine Hürde nach oben einkalkuliert werden. Je länger aber ein Ausbruch über das bisherige Jahreshoch auf sich warten lässt, desto ungeduldiger werden die Anleger. Eine mögliche Folge hieraus: Investoren wenden sich vom DAX ab – die Gefahr einer Korrektur wächst.

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Doch selbst wenn der Index die 11.893er-Marke überwindet, bleibt der Spielraum begrenzt. Abgeleitet aus den Schwankungen des DAX um seinen Durchschnitt reicht die Luft bei einem Ausbruch bis ungefähr 11.965 Punkte. Nur in einer Übertreibungsphase besteht für den deutschen Leitindex bereits Potenzial bis knapp über die psychologisch wichtige 12.000er-Schwelle (hellgrauer Bereich beim Prognose-Korridor).

Fazit: Anleger sollten derzeit vorsichtig agieren und weiterhin die US-Märkten engmaschig verfolgen. Kursabschläge in Übersee dürften die Optimisten in arge Bedrängnis bringen. Auch die markante relative Schwäche des DAX gegenüber den Nebenwerteindizes und den amerikanischen Börsen stimmt eher skeptisch.

Diskussion: Crashprognosen 2017 – wird schon schief gehen, oder?


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