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Notizen zum Aktienmarkt Börse und Musketiere

Gastautor: Dr. Georg Oehm
19.04.2017, 16:15  |  1872   |   |   

Musketiere
war die Bezeichnung für einen Teil der Fusstruppen der Armee. Der Name ist von der Muskete abgeleitet, einer Waffe, die seit dem 16. Jahrhundert bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Verwendung fand. Das Ende der Nutzung von Musketen in der Armee fällt zusammen mit dem Aufstieg des Begriffs Musketiere in der Unterhaltung. Die von Alexandre Dumas ab 1844 geschriebenen Romane waren bis in unsere Zeit eine häufige Vorlage für Hollywood-Schinken vorzugsweise in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Von drei oder vier Musketieren ist immer die Rede, je nach Version.

An der Börse fallen derzeit auch zahlreiche Musketiere durch nächtliche Ruhestörungen auf. Beim Morgenappell aufgerufen werden derzeit vorzugsweise

1.
Das neue Horrorpaar der französischen Präsidentschaftswahl LePen und Melanchon

2.
Kim Yon wie auch immer, die neue Hauptbeschäftigung des derzeitigen Chefmilitärs der Welt, Herbert Raymond „H. R.“ McMaster

3.
Brexit reloaded, vom Cliff hanger zum Safe haven mit Theresa - nächste Vorstellung: 8. Juni, "not in May"
(vorbehaltlich Parlamentszustimmung)

Weitere Unruhestifter in loser Folge:
Wahlen Italien, Bilanzreduktion der Notenbanken, Abflachung der US-Zinsstrukturkurve mit dem Risiko, das Kurspotential für Finanzaktien komplett verpuffen zu lassen, sowie aus dem Militärbereich Ukraine und Syrien. Weitere Risiken siehe Katalog (Erdogan, Rot-Rot-Grün unter Führung von Maddin und so weiter).

Sie merken schon, Behavioral-technisch hat die Börse auf Risk-on gewechselt. Nicht, dass die Risiken nicht real wären, aber die Wahrnehmung ist doch ganz anders als noch vor wenigen Wochen und dass, obwohl keiner der unterliegenden Grundsachverhalte wirklich neu ist.

Auch diesmal gilt wieder, dass die Wahrscheinlichkeit hoch bleibt, dass der Untergang der Welt abgesagt wird. Ob durch Janet Yellen, Super Mario-Draghi oder gute Unternehmenszahlen (gestern Top-Zahlen unserer Core-Position Lam Research), wissen wir hinterher. Aber unabhängig davon haben die oben aufgelisteten Ruhestörer das Potential, eine mittelgroße Korrektur auszulösen, an der wir ungern in vollem Umfang nach unten teilnehmen würden.

Zur Erhöhung der Chancen für einen ruhigeren Verlauf der kommenden Nächte haben wir bereits vor 14 Tagen begonnen, verschiedene Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten:

1.
Gewinnmitnahmen bei aufgrund starker Kursgewinne inzwischen hoch bewerteten mittelgroßen und kleinen Aktien in der Schweiz. Die Verkaufserlöse werden aber nicht in Euro umgetauscht, sondern verbleiben auf dem Schweizer Franken-Konto des Fonds. Sollte sich die Lage in Frankreich sehr ungünstig entwickeln, erwarten wir erhebliche Verwerfungen am Devisenmarkt und in der Folge dann auch Kaufgelegenheiten.

2.
Ein großer Unterschied bei der Wahl in Frankreich im Vergleich zum Brexit besteht darin, dass Frankreich keine eigene Währung mehr hat.
Auch nach der Wahl wird in Frankreich bis auf weiteres in Euro bezahlt und der Euro entwickelt sich derzeit bemerkenswert stabil im Vergleich zum US-Dollar. Derzeit sind Umschichtungen innerhalb der Eurozone zu beobachten: zum Beispiel raus aus Französischen Staatsanleihen, rein in Deutsche. Das ist für den Euro als Währung neutral. Eine Alternative zur Umschichtung aus Euroanlagen heraus zur Dämpfung möglicher Wahlrisiken bietet wie immer der Schweizer Franken, aber auch Skandinavien und - seit gestern: das Britische Pfund. Zusätzlich fällt auf, dass in Skandinavien und UK - im Unterschied zur Schweiz - auch noch günstig bewertete Unternehmen in den von uns bevorzugten Branchen und Themenfeldern zu finden sind. Mit Neuengagements warten wir aber noch ab, bis sich der Nebel in Frankreich ausreichend gelichtet hat.

3.
Der Fonds war im letzten halben Jahr meist voll investiert. Seit Anfang des Monats haben wir aber begonnen, die Aktienquote abzusenken und im Gegenzug die Kassequote zu erhöhen. Zusätzlich wurden erste Kursabsicherungen durch Futures aufgebaut. Die ungesicherte Aktienquote liegt Stand heute bereits unter 80%, mehr als 15% des Fondsvolumens halten wir direkt in Form von Kasse.

Zusammenfassend
können wir Stand heute sagen, dass in den von uns besonders präferierten Branchen und Themenfeldern kein Ende der positiven Entwicklungen absehbar ist. Wir glauben deshalb, dass die derzeitige negative Stimungslage nicht von Dauer sein wird und in jedem Fall zum Jahresende mit höheren Kursen gerechnet werden kann.

Als aktiver Fonds sehen wir es aber als unsere Aufgabe an, durch effektives Handeln Risiken zu reduzieren, bis sich der derzeit vorherrschende Nebel etwas gelichtet hat. Die Erfahrung zeigt, dass sich das Wetter schnell ändern kann. Wir sind immer auf Ballhöhe, verfolgen die Entwicklung genau und passen - wenn notwendig - das Portfolio sofort an. Für positive und negative Szenarien sind wir gut vorbereitet. Trotzdem ist derzeit wegen möglicher Turbulenzen Anschnallpflicht.

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