Rechenbeispiel: Was würde ein Strafzoll kosten?
Lasst uns das Szenario durchspielen, dass Trump tatsächlich
selbst auf den Wirkstoff (API) pauschal 25 % Strafzoll erhebt.
Wir müssen vom Warenwert des Pulvers ausgehen, nicht vom Preis
der Tablette.
Verkaufspreis (Tabletten): ~149 USD (Monatspreis) bis 900+ USD
(Listenpreis).
Herstellkosten (COGS): Die reinen Herstellkosten für
chemische/biologische Wirkstoffe liegen oft nur bei 2 % bis 5 %
des Verkaufspreises. Semaglutid ist komplex, sagen wir also
konservativ, der reine Wirkstoff für eine Monatsration hat einen
internen Verrechnungswert von ca. 10 bis 20 USD (das ist
wahrscheinlich sogar noch zu hoch geschätzt, da Peptide in der
Masse günstiger werden).
Die Rechnung:
Importwert des Wirkstoffs (aus Dänemark): 20 USD
Strafzoll (hypothetische 25 %): 5 USD
Ergebnis: Selbst ein massiver Strafzoll würde die Kosten pro
Packung für Novo Nordisk nur um etwa 5 USD erhöhen. Bei einer
typ. hohen Marge ist das ein "Rundungsfehler", den Novo
problemlos selbst schlucken kann, ohne den Preis für den
US-Patienten zu erhöhen.
Fazit
Die Angst vor "Grönland-Zöllen" ist für die Rybelsus-Produktion
(Tabletten) weitgehend unbegründet, weil:
- Der Hebel ist falsch: Zölle treffen den
billigen Rohstoff, nicht das teure Endprodukt (da Endfertigung in
USA).
- Die USA brauchen den Stoff: Ein Zoll auf
den Wirkstoff würde die US-Fabrik in Clayton/Durham treffen und
dortige Jobs gefährden – das ist untypisch für Trump-Politik
("America First" schützt die lokale Produktion).
- Wirkstoff-Ausnahme: Es ist sehr
wahrscheinlich, dass APIs weiterhin mit 0 % eingeführt werden
können, selbst wenn auf fertige Autos oder Käse aus Europa 20 %
Zoll kommen.
Kurzgesagt: Solange Novo Nordisk die Tabletten in North Carolina
presst, sind sie sicher. Das Risiko wäre nur da, wenn sie
fertige Packungen importieren müssten (was sie bei
Spritzen wie Wegovy teilweise tun, aber bei Tabletten weniger).
Der finanzielle Impact eines Wirkstoff-Zolls wäre marginal.