DAX+0,34 % EUR/USD-0,60 % Gold-1,09 % Öl (Brent)-0,90 %

MariCann Medizinischer Cannabis: MariCann zeigt, wo es langgeht

Gastautor: Marc Davis
17.01.2018, 12:36  |  20133   |   

Man sagt, sehen heißt glauben. Meine Leser in Deutschland sollten sich bereit machen, dass scheinbar Unglaubliche zu glauben. Dies ist die Realität. Eine riesige ehemalige Fleischverarbeitungsanlage in Ebersbach bei Dresden ist dabei, eine der weltweit größten Produktionsanlagen für medizinischen Cannabis zu werden. Es wird auf jeden Fall die mit Abstand größte in Europa.

Und es ist ein kanadisches Unternehmen, die Maricann Group Inc. (CSE: MARI) (Frankfurt: 75M), welches das möglich macht. Die Verwandlung der Fabrik, die vor einigen Jahren geschlossen wurde, ist bemerkenswert. Damals war es für den US-Eigentümer Cargill günstiger, Fleisch in der Tschechischen Republik zu verarbeiten.

Mit dem neuen Geschäftsmodell wird diese moderne Fabrik nicht von einer Umsiedlung an einen billigeren Standort bedroht, sei es nach Osteuropa oder China. Das liegt am Anbau von medizinischem Cannabis für den deutschen Heimatmarkt, der strengen Regularien hinsichtlich der Sicherheit und der Qualitätskontrolle unterliegt – und unter dem wachenden Auge der deutschen Gesundheitsbehörden erfolgt.

Maricann will damit auch die Wirtschaft in der ökonomisch unterentwickelten Region unterstützen, in der man jetzt tätig ist. Dies wird sich in einer Reihe von gut bezahlten Arbeitsplätzen für qualifizierte Arbeitnehmer niederschlagen, die von den Weltklassezüchtern von Maricann ausgebildet werden.

Auf dem Weg zum Mittelpunkt der deutschen medizinischen Cannabis-Industrie
Die nahe dem kanadischen Toronto ansässige Maricann hat sich den Ruf erarbeitet, einer der besten industriellen Produzenten von Cannabis in Nordamerika zu sein.

Damit meine ich, dass das Unternehmen seine Fähigkeit unter Beweis gestellt hat, jeden einzelnen Stamm von medizinischem Cannabis zu standardisieren. Das heißt, dass jeder Stamm einer Pflanze, von denen es nur eine Handvoll sorgfältig gezüchteter Varianten gibt, identisch hinsichtlich der Zusammensetzung, der Wirksamkeit und des medizinischen Nutzens ist.

Maricann baut nun also eine ehemalige Fleischverarbeitungsanlage zum Anbau von pharmazeutisch nutzbarem Cannabis um. Sobald die Genehmigungen erteilt sind, wird das Unternehmen die Möglichkeit haben, die Produktionsflächen auf 76.180 Quadratmeter auszuweiten. Damit wird eine der weltweit größten Produktionsanlagen entstehen.

Die ehemalige Cargill-Verarbeitungsanlage hat einen Wert von rund 80 Mio. Euro. Maricann hat aber die Option, die komplette Anlage zu sehr günstigen Konditionen zu kaufen. Die Kosten für den Neubau einer solch hochmodernen Anlage dürften gegenwärtig bei mindestens 120 Mio. Euro liegen.

Kurzfristig, also noch im ersten Quartal 2018, will Maricann pharmazeutisch nutzbares Cannabis nach Deutschland und in andere europäische Länder exportieren. Sobald dies erfolgt, wird das Unternehmen seine hochwertigen Produkte - darunter margenstarke Cannabis-Öle - direkt über einen deutschen Vertriebspartner für Pharmazeutika vertreiben.

Der Verkauf an Patienten, denen medizinisches Cannabis verschrieben wurde, wird über die deutschen Krankenkassen abgerechnet. Dies dürfte wesentlich kosteneffizienter sein, als für die teuren pharmazeutischen Medikamente der Patienten zu zahlen.

Maricanns CEO Ben Ward geht davon aus, dass die deutschen Patienten medizinisches Cannabis begeistert begrüßen werden, vor allem vor dem Hintergrund der Tradition von kräuterbasierten Medikamenten in Deutschland. Sein Unternehmen arbeitet deshalb an einem aggressiven Zeitplan, um darauf vorbereitet zu sein, ein wahrscheinlich explosives Nachfragewachstums zu befriedigen.

Wir gehen davon aus, dass wir, wenn es die regulatorische Bedingungen erlauben und unter Berücksichtigung eines Wachstums der Patientenzahlen wie im vergangenen Jahr, bis zum Ende des Jahres rund 4.000 Kilogramm getrocknete Cannabisblüten in Deutschland verkaufen können.“

Maricann hat darüber hinaus die Genehmigung zum Verkauf von Gelkapseln mit dem wichtigsten medizinischen Inhaltsstoff von Industriehanf - dem nicht-psychoaktiven CBD - in Deutschland unter dem Markennamen Mariplant erhalten. Diese Produkte werden im Online-Shop des Unternehmens verfügbar sein.

Hervorzuheben ist hier, dass diese verkapselten Cannabis-Öle insofern eine wichtige Innovation darstellen, da sie den Patienten mit jeder Kapsel die richtige Dosis liefern.


Dies sind aber nicht die einzigen Innovationen, mit denen sich Maricann vom Wettbewerb abhebt. Das Unternehmen hat auch eine Lizenz zur Verwendung der global patentierten VesiFact-Technologie.

Mit diesem bahnbrechenden Durchbruch wird den Patienten eine höhere Bioverfügbarkeit von Cannabinoiden geboten, so dass diese vom Körper fiel besser und schneller verarbeitet werden können, als es bei einer Einnahme von Cannabis durch Öle, Essen oder andere Wege möglich ist.

Ebenso wichtig ist, dass die Vesisorb-Kapseln die Bioverfügbarkeit von Cannabinoiden auf 60 Prozent steigern. Bei anderen Kapselprodukten sind es üblicher Weise fünf Prozent. Somit werden Vesisorb-Kapseln wesentlich wirksamer als die Konkurrenzprodukte sein, die mit der Nahrung aufgenommen werden.

Ein führender kanadischer Cannabis-Produzent
Seit 2014 betreibt Maricann eine 4.088 Quadratmeter große Anlage zur Zucht, Extraktion, Zubereitung und dem Vertrieb von medizinischem Cannabis. Das Unternehmen war auch einer der ersten industriellen Produzenten, der eine Lizenz zum Verkauf von getrockneten Cannabis-Blüten in Kanada erhalten hat. Das Unternehmen verfügt seit Ende 2015 über diese Lizenz.


Maricann betreibt bereits eine Weltklasse-Zuchtanlage in Ontario, Kanada

Einer der Schlüsselwettbewerbsvorteile von Maricann ist der Verzicht auf Pestizide und andere potenziell schädliche Chemikalien bei der Zucht der verschiedenen Cannabis-Stämme, von denen auch jeder gezüchtet wird, um bestimmte Beschwerden zu lindern.

Das Unternehmen will seine Anbaufläche im zweiten Quartal 2018 um 20.159 Quadratmeter ausweiten, gefolgt von einer überdachten Anbaufläche von weiteren 46.823 Quadratmeter. Gegenwärtig verfügt das Unternehmen über eine Lizenz zur Produktion von 22.245.000 Gramm Cannabis pro Jahr.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Produktionsanlagen dem Good Manufacturing Practice-Protokoll entsprechen. Das heißt, diese sind von den kanadischen Behörden genehmigt und werden mit den höchsten Standards in der Branche betrieben. In Kürze wird die Produktion auch dem GMP-Protokoll der deutschen Behörden entsprechen, schließlich wurde die Anlage bei Dresden nach dem GMP-Protokoll entworfen.

Die Ausweitung der Produktionsanlage in Langdon, Ontario, die rund 40 Hektar Ackerland umfasst, wird von der Legalisierung des kanadischen Cannabis-Marktes für den Freitzeitgenuss profitieren. Diese Legalisierung wird im Juli 2018 erwartet. Der Markt dürfte ein Volumen von acht Millionen Kunden umfassen.

Darüber hinaus wird man die wachsende Zahl von gegenwärtig mehr als 200.000 Patienten mit medizinischem Cannabis in Kanada versorgen. Hier wird ein Marktwachstum in Höhe von zehn Prozent pro Monat erwartet.

Diese Entwicklungen machen Maricann nicht nur zu einem der zehn größten Produzenten nach Produktionsvolumen, sondern auch zu einem der kostengünstigsten Produzenten bei Kosten von rund 1,34 CAD pro Gramm oder sogar weniger.

Der Ausbau wird die Erträge und die Produktion um mehr als 1.000 Prozent steigen lassen und es wird erwartet, dass sich hieraus zusätzliche Umsätze von mehr als 80 Mio. CAD pro Jahr erwirtschaften lassen.

Kooperation mit einer nationalen Pharmaziekette
Maricann ist eine Vertriebsvereinbarung mit der McKesson Canada Retail Banner Group eingegangen, einer landesweit tätigen Apothekenkette mit mehr als 2.000 Filialen. Zusammen werden McKesson und Maricann den Apothekern sowie Gemeindeärzten ein Weiterbildungs- und Zugangsprogramm für medizinischen Cannabis anbieten.

Das Pilotprogramm soll im ersten Quartal 2018 anlaufen und wird damit noch vor dem Start des Programms von Shoppers Drug Mart erfolgen, welche mit den Konkurrenten Aphria und MedReleaf kooperieren.

Patienten erhalten hiermit Beratungen und die direkte Bearbeitung von Verschreibungen für medizinisches Cannabis von Maricann.

Mit dieser Initiative wird das Wachstum von Maricanns medizinischem Cannabis in Kanada beschleunigt, da diese ein gutes Sprungbrett für die Sicherung eines bedeutenden Marktanteils in einem boomenden Multi-Milliarden-Markt darstellt.

Investment-Zusammenfassung

Das Management und der Vorstand von Maricann können auf insgesamt knapp 200 Jahre Erfahrung als leitende Angestellte in den Pharmabranchen Kanadas und Deutschlands zurückblicken.

Dies bietet einen klaren Wettbewerbsvorteil beim Wettlauf um bedeutende Marktanteile in der Branche für medizinisches Cannabis, sowohl in Kanada als auch in Deutschland sowie in anderen progressiv eingestellten europäischen Länder.

Vor allem in Deutschland hat Maricann einen First Mover-Vorteil, da man hier der erste industrielle heimische Produzent von pestizidfreiem pharmazeutischem Cannabis werden könnte.

Dies ist besonders vor dem Hintergrund von Bedeutung, da Deutschland das Tor zum Rest Europas darstellt. Einem Bericht der britischen Cannabis-Forschungsorganisation Prohibition Partners zufolge, soll der europäische Markt das Potenzial für ein Volumen von mindestens 50 Mrd. Euro pro Jahr haben.

Auch der frühe Markteintritt in Kanadas boomendem Markt für Cannabisprodukte unterstützt das Unternehmen bei der Positionierung als Marktführer auf dem Markt für medizinisches Cannabis und bei Cannabis für den Freizeitgenuss. Zusammen wird für diese beiden Märkte ein Potenzial von mindestens 15 Mrd. Dollar pro Jahr erwartet.

Viele meiner deutschen Leser werden sich erinnern, dass ich im September einen anderen schnellwachsenden industriellen Produzenten von medizinischem Cannabis vorgestellt habe: Emerald Health Therapeutics. Damals wurde die Aktie bei rund 1,50 CAD gehandelt, seitdem ist der Wert auf mehr als 5,00 CAD gestiegen.

Maricann ist nun meine neueste Lieblingsaktie. Verglichen mit Emerald Health und anderen Highflyern ist der Aktienkurs stark unterbewertet, obwohl Maricann weit mehr Cannabis anbaut und verkauft, als es Emerald Health gegenwärtig tut.

Ich bin überzeugt, dass Maricann hervorragend positioniert ist, um eine große kanadische Marke zu werden, was einen hohen Marktanteil nach sich ziehen dürfte. Noch wichtiger aber ist, dass das gut geführte, visionäre Unternehmen in einer starken Ausgangsposition ist, um der größte und beste Produzent von hochwertigem industriellen Cannabis in Europa zu werden.

Deshalb ist davon auszugehen, dass die Aktie ein Star-Performer wird und künftig voraussichtlich bei einem Vielfachen des aktuellen Niveaus gehandelt werden dürfte.

Über den Autor: Marc Davis' Erfahrung an den Kapitalmärkten erstreckt sich auf mittlerweile 30 Jahre. Er ist zudem langjähriger Finanzjournalist und hat als solcher bei den führenden Finanz-Nachrichtenagenturen in Nordamerika und im Herzen Londons gearbeitet. Daneben war er auch Unternehmensreporter bei CBC Television. Über die Jahre sind seine Artikel in dutzenden Publikationen auf der ganzen Welt erschienen, unter anderem bei USA Today, CBS Money Watch, Investors’ Business Daily, die Financial Post, Reuters, die National Post, Barron’s, China Daily, Huffington Post und AOL.

Disclaimer: Cannabiscapitalist.ca bietet ausschließlich Marktforschungsarbeiten und Analyseergebnisse für Investmentangelegenheiten. Die Inhalte sind nicht dazu gedacht, für den Kauf oder Verkauf von hier genannten Aktien zu werben.
 

 


Verpassen Sie keine Nachrichten mehr zum Cannabis-Markt und abonnieren Sie jetzt kostenlos den passenden Newsletter dazu:

Unser kostenloser Newsletter-Service


0 Kommentare

Disclaimer