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5 Fragen für eine der heißesten Marihuana-Aktien auf dem Markt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.01.2018, 12:30  |  771   |   |   

Insys Therapeutics (WKN:A1JC8P) ist zweifellos einer der heißesten Marihuana-Aktien auf dem Markt. Die Marktkapitalisierung des Biotech-Unternehmens hat sich in weniger als fünf Wochen ab Dezember mehr als verdoppelt, bevor sie einige dieser Gewinne wieder abgab. Das ist eine gewaltige Trendwende vom freien Fall der Aktie in den vergangenen Monaten.

Saeed Motahari, CEO von Insys, sprach am Donnerstag auf der J.P. Morgan Healthcare Conference in San Francisco. Er skizzierte die Strategie des Unternehmens, wie man weiter vorgehen wollen. Die Präsentation von Motahari hat aber auch fünf große Fragen aufgeworfen, die Insys beantworten muss, damit das Comeback gelingen kann.

1. Was geschieht mit den laufenden Ermittlungen?

Motahari erklärte, dass die oberste Priorität von Insys darin besteht, die Untersuchungen der Regierung über die bisherigen Marketingpraktiken zu klären und den Ruf des Unternehmens wiederherzustellen. Insys hat einige Fortschritte bei der Lösung mehrerer staatlicher Ermittlungen gemacht, darunter auch Beilegungen mit Oregon, Illinois, New Hampshire und Massachusetts. Das Unternehmen hat auch bedeutende Schritte unternommen, um seinen Ruf wiederherzustellen, wie zum Beispiel Entlassungen in der Führungsetage und die Ersetzung des größten Teils seiner Vertriebsmannschaft.

Die Ermittlungen des US-Justizministeriums (DOJ) gehen jedoch weiter, ebenso wie die Ermittlungen einiger anderer Staaten. Im Oktober stellte Insys 150 Millionen US-Dollar als Kaution für die minimalen Haftpflichtrisiken zur Verfügung stellen, die das Biotech in den nächsten fünf Jahren im Rahmen von gerichtlichen Vergleichen zahlen soll. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass der Betrag ausreicht. Die Frage, was hier noch geschehen wird, bleibt eine dunkle Wolke, die über Insys hängt.

2. Wird sich der Absatz von Subsys im Jahr 2018 stabilisieren?

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 stürzte der Umsatz von Insys‘ führendem Produkt, dem bahnbrechenden Krebsmedikament Subsys, im Zuge der nationalen Besorgnis über Opioidmissbrauch im Jahresvergleich um 42 % ab. Motahari bemerkte, dass Subsys „ordentliche Arbeit geleistet hat“, indem er seinen Anteil von etwa 30 % am TIRF-Markt (transmukosales Fentanyl mit sofortiger Freisetzung) halten konnte. Er wies auch auf die Gründe hin, warum man annehmen sollte, dass das Schlimmste vorbei sei, einschließlich der Tatsache, dass Subsys jetzt in mehreren Bestseller-Medikamenten enthalten ist.

Die wohl wichtigste Frage für Insys ist jedoch, ob sich der Absatz von Subsys im Jahr 2018 stabilisieren wird. Wenn das nicht der Fall sein sollte, gibt es wahrscheinlich keine Chance für die Aktie, ihren Aufschwung fortzusetzen. Wenn sich die Aussichten verbessern, könnte Insys dagegen bis zum Jahresende in einer deutlich besseren Verfassung sein.

3. Wie schnell wird Syndros an Fahrt gewinnen?

Insys brachte sein zweites Produkt, Syndros, im August 2017 auf den Markt. Das Cannabinoid ist in den USA für die Behandlung von Anorexie im Zusammenhang mit Gewichtsverlust bei Patienten mit AIDS und Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Krebs-Chemotherapie bei Patienten zugelassen, die nicht ausreichend auf konventionelle Behandlungen angesprochen haben.

Eine weitere große Frage für das Unternehmen ist, wie schnell Syndros an Dynamik gewinnen und zu einem bedeutenden Umsatzträger werden wird. Motahari bestätigte, wie schon in der Vergangenheit, dass Insys mit einer langsamen Akzeptanz rechnet. Und während er sagte, dass das Unternehmen weiterhin der Meinung ist, dass das Medikament einen jährlichen Spitzenumsatz von rund 200 Millionen US-Dollar erreichen könnte, räumte Motahari ein, dass Syndros wahrscheinlich für zusätzliche Anwendungen zugelassen werden müsste, um das zu schaffen.

4. Lohnt sich die Pipeline?

Motahari zeigte sich auf der J.P. Morgan-Konferenz sehr aufgeregt, als er über die Pipeline von Insys sprach. Die Biotech hat zwei Plattformen – Cannabinoide und Sprays. Sein Cannabinoid-Programm umfasst eine orale Lösung von Cannabidiol (CBD) und Syndros. Insys evaluiert das CBD-Produkt bei der Behandlung von Epilepsie, kindlichen Spasmen und genetischen Störungen des Prader-Willi-Syndroms. Zu den Sprays des Unternehmens, die sich in der Entwicklung befinden, gehören Buprenorphin, Naloxon und Epinephrin.

Insys hat sich im vergangenen Jahr verpflichtet, bis 2021 für mindestens ein neues Produkt pro Jahr die Zulassung zu beantragen. Im Dezember nahm das Unternehmen die erste Hürde, um dieses Ziel zu erreichen, indem es Buprenorphin für die FDA-Zulassung zur Behandlung akuter Schmerzen einreichte. Motahari erwähnte, dass Insys in den letzten Jahren über 50 % seines Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgegeben hat. Ab Ende des Jahres werden wir sehen, ob sich die Investitionen in die Pipeline auszahlen werden.

5. Welche Partnerschaftsvereinbarungen werden getroffen?

Die vielleicht größte Neuigkeit bei der Präsentation von Motahari war, dass Insys Partner für zwei Produkte sucht. Er sagte, Insys habe „ein dezentes Interesse“ von Unternehmen in Europa und Indien gehabt, die Vermarktungsrechte an Syndros zu lizenzieren. Motahari erklärte auch, dass Insys nach Partnern für die orale CBD-Lösung sucht, um andere Krankheitsbilder zu behandeln, die über die bereits angepeilten hinausgehen. Er fügte hinzu, dass es für das CBD-Produkt „einiges an Interesse“ von anderen Unternehmen gegeben habe.

An dieser Stelle ist Insys noch nicht bereit, mehr Details über mögliche Partnerschaften zu geben. Die Fragen der Anleger dürften für eine Weile unbeantwortet bleiben. Motahari sagte, er habe geplant, im Laufe des Jahres ein Update zur Verfügung zu stellen.

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