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Tesla: Das wird nichts mehr

Gastautor: Holger Steffen
28.05.2018, 07:38  |  4407   |   |   

Tesla kämpft mit zahlreichen Schwierigkeiten, aber zentral ist, ob das Unternehmen seine Produktionsprobleme mit dem Model 3 in den Griff bekommt. Es gibt Fortschritte, aber der Zeitplan scheint kaum noch einzuhalten.

Brennende Fahrzeuge und Unfälle, die die Sicherheitstechnik der Tesla-Autos in Frage stellen, haben zuletzt wieder Negativschlagzeilen gemacht. Aber das größte Problem des Elektroautopioniers bleibt die Produktion des Model 3.

Nach mehreren Planverfehlungen sollen Ende Juni endlich 5.000 Stück pro Woche hergestellt werden. In jüngster Zeit hat das Management dafür u.a. einen Drei-Schicht-Betrieb eingeführt und die Fertigung mehrere Tage angehalten, um Engpässe zu entschärfen.

Auch als Folge dieser Anstrengungen steigt der Output im Trend recht deutlich. Nach Berechnungen von Bloomberg wurde in der Woche bis zum 26. Mai das bisherigen 7-Tage-Maximum von 3.530 Stück markiert. Die Durchführung von weiteren Anpassungsmaßnahmen sorgt nun erst einmal für eine neue Delle, bevor Mitte Juni wieder über 3.000 Stück erreicht werden könnten.

Die Marke von 5.000 Stück zum Ende des nächsten Monats scheint daher zunehmend utopisch. Ebenso gravierend ist, dass auch die Qualität des Model 3 in Frage gestellt wird. Das Verbrauchermagazin Consumer Reports hat kürzlich wegen Mängeln von einer Kaufempfehlung abgesehen. Die Qualität dürfte von den Produktionsproblemen ebenso beeinflusst werden wie die Kosten der Herstellung, auch in dieser Hinsicht steht Tesla also weiter unter Druck.

Alles in allem ist es derzeit eher unwahrscheinlich, dass der operative Newsflow für Entlastung bei der Aktie von Tesla sorgt. Der Titel war im März durch die zentrale Unterstützung bei 300 US-Dollar gerauscht, hat die Marke im Rahmen eines Rebounds im Anschluss getestet und ist nach unten abgeprallt.

Die Aktie von Tesla bleibt damit weiterhin ein Short-Kandidat. Ein frisches Verkaufssignal würde durch einen Fall unter die zuletzt ausgebildete kurzfristige Unterstützung rund um 274 US-Dollar generiert. Für eine nachhaltige Trendwende müsste der Kurs von Tesla hingegen über 315 US-Dollar steigen.

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3 Kommentare

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Kommentare

Bei jedem Unfall hat Tesla dem Fahrer die Schuld gegeben... auch wenn er von Teslas "Autopilot" verursacht wurde oder wenn einfach ein Rad abbricht (ja, das passiert bei Tesla oft). Das bedeutet nicht, daß die Unfälle nichts mit Tesla zu tun hätten.
Typisch: Die Tesla-Unfälle, über die so erstaunlich ausführlich berichtet wird, werden gleich wieder als ein Problem Teslas dargestellt. Dabei hat sich bei jedem Unfall herausgestellt, dass der Fahrer den Fehler gemacht hat.
Könnte es ein, dass der Kurssturz hauptsächlich durch Leerverkauf ausgelöst wurde?
Kann es sein, dass 38,388.000 leerverkaufte Aktien zurückgekauft werden müssen?

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