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DAX und DOW Warnsignale im DAX und DOW JONES – Unsicherheit im Markt

04.07.2018, 08:28  |  4556   |   |   

Die Börsianer sind verunsichert. Handelskrieg, Brexit, deutsche Regierungskrise sowie die Unberechenbarkeit von US-Präsident Trump trüben die Stimmung. Auch ein starker US-Dollar und eine Zinswende in den USA werden von den Marktakteuren als weitere Imponderabilien vor allem für die US-Wirtschaft genannt. Nun gilt allgemein, dass Liquidität ein scheues Reh ist. Nur Sicherheit lässt auch nachhaltige Käufe zu. Derzeit sind die Aktienmärkte jedoch in einer Phase der Unsicherheit nach oben gedeckelt. Bislang scheinen die Abwärtskräfte allerdings stets aufgefangen zu werden, denn die globale Konjunktur brummt, selbst wenn sich erste Bremsspuren in den Konjunkturdaten zeigen.

Warnsignal im langfristigen Kursverlauf des DOW JONES

Chartquelle: www.bsb-software.de

Charttechnisch allerdings darf der Kursverlauf des US-Leitindex DOW JONES als Warnsignal fungieren. Nach einer Phase der Euphorie setzte sich Anfang dieses Jahres eine kräftige Ernüchterung durch, die bei weiter fallenden Kursen in eine Phase der Depression und Panik münden könnte. Betrachtet man den Kursverlauf des DOW JONES auf Basis der langfristigen Perspektive, der Monatskerzen, so wird deutlich, dass der Index seit der Finanzkrise und einem Tief in 2009 bis Mitte 2017 in einem langfristigen Aufwärtstrendkanal verlief. Mit Ausbruch aus diesem Aufwärtstrendkanal konnte eine Beschleunigung der Aufwärtsbewegung und somit eine Phase der Euphorie angenommen werden.

Kursziel war die nach oben abgetragene Schwankungsbreite des verlassenen Aufwärtstrendkanals. Dieses Ziel wurde im Januar 2018 mit einer langen weißen Monatskerze erreicht. Monatskerzen geben die übergeordnete Stimmung in einem Markt wider. Die lange weiße Januarkerze 2018 konnte als „Euphoriekerze“ klassifiziert werden. Nach der Methodik der japanischen Candlesticks weisen lange weiße Kerzen nach einem ausgeprägten Aufwärtstrend eher auf vollkommene Sicherheit der Marktteilnehmer hin, getreu dem Motto: „Die Kurse können nur noch steigen!“ So sind im Januar 2018 die letzten Käuferschichten in den Markt eingetreten.

Stimmung dreht im DOW

Die nachfolgende Korrektur mit zwei schwarzen Monatskerzen bestätigte die Annahme der vorherigen Euphorie und weist auf einen Stimmungsumschwung hin. Ernüchterung machte sich im Markt breit. Mit den drei sehr kleinen Monatskerzen von April bis Juni, die zudem Dochte und Lunten aufweisen, ist seitdem eine Phase der Unsicherheit im Markt festzustellen. Ein Ausbruch aus einer solchen Phase hingegen darf als Richtungssignal interpretiert werden. In Verbindung mit den vorherigen beiden schwarzen Monatskerzen bestünde jedoch das Risiko, dass das bisherige Jahrestief 2018 nach unten verlassen wird. Dieses Szenario würde deutliches Abwärtspotenzial offerieren. Denn ein Ausbruch aus der aktuellen Phase der Unsicherheit nach unten würde auch einen Rückfall in den zuvor nach oben verlassenen Aufwärtstrendkanal anzeigen: Ein Verkaufssignal! Ziel wäre hierbei die eigentliche langfristige Aufwärtstrendlinie. Auch ein Break derselben müsste sodann eingeplant werden.

Worst-Case-Szenario 17.500 Punkte im DOW

Im Worst-Case-Szenario ergibt sich im DOW JONES bei einem Fall unter das bisherige Jahrestief ein Kursziel in Richtung 18.000 bis 17.500 Punkten. Eine erste Entspannung hingegen ergibt sich erst bei einem signifikanten Anstieg über ca. 25.500 Punkten und somit einem Ausbruch aus der jetzigen Phase der Unsicherheit nach oben. Ein solches Szenario beinhaltet allerdings die Voraussetzung einer Rückkehr der Sicherheit in den Markt – sei es durch überzeugende Konjunkturdaten oder der Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und seinen Partnern.

DAX mit Unsicherheit – SKS nicht ausgeschlossen

Chartquelle: www.bsb-software.de

Neben dem US-Leitindex spiegelt sich die derzeitige Phase der Unsicherheit an den Märkten auch im DAX wider, anhand von schnellen Richtungswechseln in den vergangenen Wochen. Die übergeordneten Monatskerzen weisen zudem auf ein Worst-Case-Szenario hin, der Bildung einer langfristigen Gipfelformation, einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation. So präsentiert der DAX seit Anfang 2017 drei markante Hochpunkte: Im Juni 2017 sowie folgend im November 2017 in Verbindung mit einem Allzeithoch im Januar 2018 sowie letztlich ein Hoch im Mai 2018. Sollte der DAX sich daher für einen weiteren Kursverfall entscheiden, unter das bisherige Jahrestief bei 11.726 Punkten, so würde sich eine SKS vollenden mit einem Kurszielbereich von ca. 10.400 bis 10.300 Punkten. Erst ein Anstieg über 13.200 Punkten würde dieses Worst-Case-Szenario hinfällig werden lassen. Soweit die negativen Szenarien für den DOW JONES und den deutschen Leitindex DAX.

Positives Szenario: Nur ein Abbau der überkauften Chartsituation

Die aktuelle Unsicherheitsphase lässt aber noch einen weiteren Schluss zu. Die in den vergangenen Jahren erfolgten Aufwärtsschübe, vor allem an den US-Märkten, führten zu Euphorie und einer im langfristigen Bild überkauften Chartsituation. Diese wird gegenwärtig lediglich abgebaut. Die schnellen Richtungswechsel der letzten Monate sollten sich somit noch bis in den Herbst hinein fortsetzen, bis die Aufwärtstrends wieder aufgenommen werden können. Solange daher die wesentlichen Unterstützungen nicht geknackt werden, sind Rücksetzer generell auf kurzfristige Kaufsignale zu beobachten.

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