DAX-0,66 % EUR/USD+0,08 % Gold+0,01 % Öl (Brent)-0,62 %

4 Dinge, die man über China und Biotech-Investitionen wissen muss

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.07.2018, 10:00  |  218   |   |   

Es ist schwer zu sagen, wie Chinas aufstrebende Biotechnologie-Industrie aussehen wird, aber eine Bevölkerungszahl von rund 1,4 Milliarden deutet darauf hin, dass sie groß sein wird. Tatsächlich gibt es in China derzeit mehr Diabetiker als wütende Fußballfans in Deutschland.

Selbst wenn du nicht direkt in chinesische Biotech-Aktien investierst, gibt es keinen Medikamentenhersteller auf dem Planeten, der nicht von den Veränderungen betroffen sein wird, die gerade jetzt stattfinden. Hier sind ein paar Dinge, auf die man achten sollte.

1. Es wird eine Biotech-IPO-Party in Hongkong geben

Die Aktien neuer chinesischer Biotechnologie-Unternehmen sind dabei, wie Körper in einem Jackie-Chan-Film durch Hongkong zu fliegen. Das liegt daran, dass die Börse in Hongkong die Regeln gelockert hat, von denen die Amerikaner nur schwer glauben können, dass sie überhaupt existieren.

Biotech-Unternehmen verbrennen regelmäßig Hunderte von Millionen Dollar, bevor sie den Investoren sagen können, wann sie anfangen könnten, über Produktverkäufe überhaupt nachzudenken. Aber in Hongkong muss ein Unternehmen drei Jahre lang profitabel sein — oder zumindest annäherungsweise profitabel — um eine Aktie zu listen. Die Börse wird ihr Zulassungsreglement speziell für Biotechnologie-Start-ups anpassen, was eine Flut von Innovatoren zur Kapitalsuche anregen dürfte.

Nur eine Handvoll größerer chinesischer Arzneimittelhersteller wie Beigene haben die US-Aktienmärkte erfolgreich für sich erschlossen. Auf lange Sicht werden es aber noch viel mehr sein. Die Notierungen in Hongkong könnten zu Sprungbrettern für Frühphasenunternehmen auf dem Weg zu einem Dual Listing werden, zu dem auch die Nasdaq-Börse gehört.

2. Es gibt riesigen Nachholbedarf

Im Jahr 2014 wurde Opdivo, eine Krebstherapie von Bristol-Myers Squibb (WKN:850501), von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. Heute ist Opdivo in den USA eines von fünf Medikamenten, die auf ähnliche Weise wirken, aber es hat gerade seine erste Zulassung in China erhalten.

Eine Verzögerung von vier Jahren mag lang erscheinen, ist aber weitaus besser als der Durchschnitt. Fast zwei Drittel der zwischen 2010 und 2017 in den USA zugelassenen Medikamente sind in China immer noch nicht zugelassen.

Es gibt alle möglichen Gründe für den Mangel an Zugang zu lebensrettenden Therapien. Eine negative Haltung zu ausländischen Studiendaten war einer davon, der aber kein Problem mehr sein wird. Die chinesische FDA hat kürzlich einige Regeln zurückgenommen, nach denen alle Daten, die zur Unterstützung neuer Arzneimittelanträge verwendet werden, innerhalb des Landes gesammelt werden müssen.

Kürzlich hat eine der WuXi-AppTec-Biologics-Fabriken als erste chinesische Anlage eine FDA-Vorabprüfung bestanden. Wundere dich nicht, wenn es das erste von vielen ist, das biologische Arzneimittel für ausländische Biotechs herstellt.

3. Die Erstattung ist ein großes Thema

In China und fast jedem Land außerhalb der USA führen Zulassungen nicht unbedingt zu einem Zugang für die meisten Menschen, die dort leben. Die Regierungen stehen nicht unter dem gleichen Druck wie private Versicherer, die um monatliche Beiträge konkurrieren, was ihnen eine enorme Verhandlungsmacht verleiht.

Schätzungsweise 700.000 chinesische Patienten werden in diesem Jahr ihre erste Lungenkrebsdiagnose erhalten, aber der Staat wird wahrscheinlich nicht dem gleichen Listenpreis von 13.100 US-Dollar pro Monat zustimmen, den Opdivo in den USA diktiert. Wenn er einem hohen Preis zustimmt, könnte ein Zuzahlungsprozentsatz ihn für die meisten Patienten unerschwinglich teuer machen.

Viele Blockbuster-Therapien könnten in den kommenden Jahren einen großen Aufschwung erfahren, aber erwarte kein Feuerwerk, bis wir sehen, wie die staatlichen Erstattung funktioniert.

4. Das Geld fließt auch in diese Richtung

Biopharmazeutika sind eine von zehn strategischen Industrien, die im Rahmen der Initiative Chinese Dream expandieren werden. Das bedeutet eine Menge Investitionen in einheimische und ausländische Biotechnologie-Unternehmen.

Im gesamten Jahr 2016 flossen rund 200 Millionen US-Dollar an chinesischem Risikokapital in private US-Biotech-Start-ups. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2018 stieg diese Zahl auf 1,4 Milliarden US-Dollar, was etwa 40 % der gesamten in diesem Zeitraum in der Branche generierten Summe entspricht.

Im ersten Halbjahr 2018 wurden 32 neue Biotech-Aktien an der Nasdaq gehandelt. Eine Schar gut finanzierter Biotech-Start-ups könnte in den kommenden Jahren zu neuen Rekorden führen.

Unterm Strich

Initiativen neigen dazu, an Schwung zu verlieren — große Unternehmen nicht. Der chinesische Traum mag einige Biotech-Aktien in die Höhe treiben, aber das allein sollte keine Kauf- oder Verkaufsentscheidungen beeinflussen. Bleibe bei gut geführten Unternehmen, die erfolgreich sein können — egal wie die Dinge in China aus dem Ruder laufen — und du hast eine viel bessere Chance, auf lange Sicht die Nase vorn zu haben.

Performance machen auch in stressigen Börsen-Zeiten -- so geht's!

Wird der Dax nach 9 Jahren Hausse weiter steigen, oder kommt jetzt die Korrektur? Egal was passiert, mit der Strategie der Fools hast du die Chance ein Vermögen an der Börse zu machen, egal wohin der Markt sich entwickelt. Sicher durch die Krise -- wie genau das funktioniert, erfährst du in unserem brandneuen Spezial-Bericht Bereit für den nächsten Bärenmarkt? Für ein Gratis Exemplar dieses neuen Berichts klicke einfach hier.

Mehr Lesen

The Motley Fool besitzt und empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Cory Renauer auf Englisch verfasst und am 06.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel