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Marktkommentar: Manraj Sekhon und Chetan Sehgal (Franklin Templeton): Rückschlag für Schwellenländer im 2. Quartal
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Marktkommentar Manraj Sekhon und Chetan Sehgal (Franklin Templeton): Rückschlag für Schwellenländer im 2. Quartal

Nachrichtenquelle: Asset Standard
31.07.2018, 12:05  |  1097   |   |   

Die Aktien der Schwellenmärkte waren die Hauptleidtragenden der zunehmenden Spannungen im Welthandel und schlossen im 2. Quartal schwächer ab.

Die Schwellenländer mussten im 2. Quartal einen Rückschlag hinnehmen. Manraj Sekhon, CIO von Franklin Templeton Emerging Markets Equity, und Chetan Sehgal, Senior Managing Director und Director of Portfolio Management, sehen hierin allerdings keine grundlegende Entgleisung. Sie präsentieren einen Überblick zum Schwellenländeruniversum im 2. Quartal 2018 und stellen ihre Sicht der günstigen und ungünstigen Entwicklungen weltweit vor.

Drei Dinge, die uns heute beschäftigen:


1. Saudi-Arabien

Die Aufnahme von ͏Saudi-Arabien in den MSCI Emerging Markets (EM) Index, die voraussichtlich in mindestens zwei Tranchen im Mai und August 2019 stattfinden wird, könnte den Kapitalmarkt des Königreichs grundlegend verändern und die MENA-Region insgesamt ankurbeln. Die Börse des Königreichs umfasst derzeit Auslandsanlagen in Höhe von lediglich 9 Mrd. USD. Der neue Schwellenmarktstatus dürfte Saudi-Arabien erhebliche Kapitalzuflüsse aus dem Ausland bescheren, die sich langfristig auch in den umliegenden Ländern positiv bemerkbar machen könnten. Positivere wirtschaftliche Fundamentaldaten dürfen ebenfalls Anleger anziehen.


2. Indien

Das Bankensystem in Indien ist eines der am schnellsten wachsenden Bankensysteme weltweit. Angesichts der Tatsache, dass Indiens formelle Wirtschaft nach wie vor nur einen Bruchteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Land ausmacht und dass nur die Hälfte der Ersparnisse der Bevölkerung in finanziellen Vermögenswerten angelegt ist, besteht für die Banken ein erhebliches Wachstumspotenzial. Privatbanken haben derzeit einen Marktanteil von etwa 30 %, während staatliche Banken den Rest für sich beanspruchen. Staatliche Banken sind jedoch weniger wettbewerbsfähig und hinken in Bereichen wie Automatisierung, Technologie, Kundenservice und Managementqualität hinterher. Daher erwarten wir, dass der Sektor der Privatbanken schneller wächst und Marktanteile gewinnen wird. Die jüngsten Befürchtungen hinsichtlich der hohen Anzahl notleidender Kredite bei staatlichen Banken könnten den privaten Kreditgebern ebenfalls in die Hände spielen.͏


3. Brasilien

Ein Streik der Lkw-Fahrer aufgrund der Dieselpreise verschärfte die Bedenken der Anleger in Brasilien und belastete die Aktienkurse auf dem gesamten Markt. Wir sind jedoch der Ansicht, dass sich neue Chancen für langfristige Anleger aufgetan haben, da qualitativ hochwertige Titel jetzt niedriger gehandelt werden. Da sich die Regierung weiterhin auf Reformen konzentriert, sind wir hinsichtlich der von Brasilien gebotenen Anlagechancen allgemein optimistisch. Zudem besitzt das Land großes Exportpotenzial in der verarbeitenden Industrie und der Landwirtschaft, was sich unserer Meinung nach in Zukunft in den BIP-Daten niederschlagen dürfte.


Ausblick

Die Schwellenländer erlitten in der ersten Jahreshälfte 2018 einen Rückschlag, der durch die Besorgnis der Anleger über steigende US-Zinsen, die Stärkung des US-Dollars und zunehmende Handelsspannungen, insbesondere zwischen den USA und China, ausgelöst wurde. Wir rechnen jedoch nicht mit einer Entgleisung der Fundamentaldaten der Schwellenmärkte, die weiterhin rasant wachsen dürften.

In der Vergangenheit gab es sowohl bei den Aktien als auch bei den Währungen der Schwellenmärkte starke Marktschwankungen (typischerweise nach unten), bevor die US-Notenbank eine Straffung durchführte. Bei der tatsächlichen Umsetzung früherer US-Zinsanhebungen konnten sich die Währungen und Aktien der Schwellenmärkte dann jedoch häufig erholen – was unsere These unterstützt, dass die Märkte dazu neigen, vor dem eigentlichen Ereignis ein Worst-Case-Szenario einzupreisen.

Obwohl viele Unternehmen der Schwellenländer in US-Dollar verschuldet sind und ein stärkerer US-Dollar die Gewinne beeinträchtigen könnte, glauben wir nicht, dass ein stärkerer US-Dollar die Erfolgsgeschichte der Schwellenmärkte ernsthaft gefährdet. Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Schwellenmärkte in der Regel einen höheren Anteil an Emissionen in Landeswährung haben und dass ein Großteil der vorgenannten, auf US-Dollar lautenden Verbindlichkeiten durch Einnahmen in US-Dollar auf Unternehmens- oder Staatsebene abgesichert ist.

Es sollte beachtet werden, dass die Auswirkungen heute wahrscheinlich andere sein werden als während vergangener Zeiträume mit starkem Dollar. Heutzutage haben die meisten Währungen der Schwellenmärkte flexible Wechselkurse. Die Schwellenmärkte weisen insgesamt einen Leistungsbilanzüberschuss auf, und die Auswirkung eines starken Dollars auf die einzelnen Länder hängt individuell von der Wirtschaftsstruktur und -politik der jeweiligen Nationen ab.

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