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Immobilienmarkt Verzockt: Asiaten fliehen aus Londons Luxus-Apartments - Markt gerät in dramatische Krise

27.08.2018, 15:12  |  14930   |   |   

Mehr als die Hälfte der 1.900 Luxuswohnungen, die letztes Jahr in London gebaut wurden, konnten nicht verkauft werden, so "The Guardian". Dies löst die Befürchtung aus, daß die Hauptstadt bald Dutzende von "schicken Geistertürmen" hat, während "normaler" Wohnraum rar ist.

In London stehen elegante Wohnungen mit privaten Fitnessstudios, Swimmingpools und Kinoräumen leer, da Hunderttausende von potenziellen Erstkäufern einfach nicht anbeißen. Die Gesamtzahl der unverkauften Luxus-Neubauwohnungen, die selten mit weniger als eine Million Pfund bewertet werden, hat jetzt ein Rekordhoch von insgesamt 3.000 Wohnungen erreicht. Hintergrund ist der Brexit: Immer mehr reiche ausländische Investoren sind sich über die zukünftigen steuerlichen Auswirkungen des Brexits unsicher und kehren Großbritannien den Rücken.

Experten rechnen mittlerweile damit, dass es bis zu drei Jahre dauern wird, bis für ein Luxusapartment ein Käufer gefunden wird. Die Situation dürfte sich noch verschlechtern, denn weitere 420 Wohnhochhäuser sind für London in der Pipeline der Bauträger.

Henry Pryor, ein Londoner Immobilienmakler, sagte, dass der Londoner Luxus-Neubaumarkt bereits überfüllt sei, aber man baue noch mehr. Und weiter: "Wir werden jede Menge leere und schicke Geistertürme haben". "Sie wurden als Chips für reiche ausländische Investoren gebaut, aber sie interessieren sich nicht mehr für London und sind weitergezogen", so Pryor. Mittlerweile werden die Luxus-Wohnungen mit Rabatten, kostenlosen Möbeln, Teppichen und Vorhängen und sogar Autos angeboten. Einige Entwickler versuchen den Bau von Projekten zu verzögert. Andere Anbieter haben Objekte vom Markt genommen. 

Steven Herd, Gründer und Hauptgeschäftsführer von MyLondonHome, einer Agentur, die sich auf Neubauten für Investitionen spezialisiert hat, sagt, dass seine Firma unter der Last der ausländischen Investoren, die in den letzten Jahren gekauft haben und verzweifelt verkaufen wollen, leide. Er berichtet, dass Hunderte von asiatischen Investoren, die in den Jahren 2015-16 in der Hoffnung auf einen schnellen Gewinn durch den Verkauf von Wohnungen, Hunderttausende von Pfund verloren haben. "Sie wollten die Wohnungen drehen und große Gewinne machen, aber so hat es nicht funktioniert, und jetzt versuchen sie, mit dem kleinstmöglichen Verlust rauszukommen", so Herd. Und weiter: "Wir brauchen 'erschwingliche' Ein- oder Zwei-Zimmerwohnungen zum Preis von bis zu 500.000 Pfund".

Marcus Dixon, Leiter der Forschung bei Property Data Service LonRes, konstatiert, dass vor zwei bis drei Jahren viele Projekte begonnen haben und jetzt auf den Markt kommen. Da der Bau eines Wohnhochhauses nicht bei der neunten Etage einfach gestoppt werden kann, dürften zahlreiche Etagen entstehen, die zukünftig leerstehen. Auch eine alternative Nutzung als Bürofläche ist eher unwahrscheinlich, weil die Nachfrage sinkt. Somit dürfte der Londoner Neubau-Immobilienmarkt auf die größte Krise der letzten Jahrzehnte zusteuern.

Quelle:

The Guardian

 

 

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Kommentare

Das war abzusehen. Eine gewisse Schadensfreude kann man sich da nicht verkneifen! Wer nur investiert, um die schnelle Mark,bzw.das schnelle Pfund zu machen,hat es nicht anders verdient.London ist völlig überbewertet.In Deutschland ist München inzwischen in einer ähnlichen Situation: Die Preise steigen permanent,die Lebensqualität sinkt!

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