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3 Dinge, die man aktuell über den amerikanischen Ölmarkt wissen muss

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.09.2018, 13:00  |  975   |   |   

Wenn du am Puls des nordamerikanischen Öl- und Gasmarktes bleiben willst, ist die vierteljährliche Telefonkonferenz von Halliburton (WKN:853986) eine der besten Möglichkeiten, um damit zu beginnen. Als größtes Öldienstleistungsunternehmen in Nordamerika und mit Kunden in allen Größenordnungen verfügt das Management über eine genaue Kenntnis dessen, was im Ölbereich zu jedem Zeitpunkt vor sich geht. Die vierteljährlichen Telefonkonferenzen von Halliburton können dir einen Einblick in den Markt geben, was dir helfen kann,  gute Investitionsentscheidungen zu treffen.

Die Kosteninflation ist real, die Unternehmen müssen kreativ werden

Aufgrund der erwarteten Aktivität in der zweiten Jahreshälfte sind wir uns der Auswirkungen der Kosteninflation durch Logistik und erhöhte Wartungskosten bewusst. Der Transport von Sand, Wasser und Rohöl führt zu einer starken Nachfrage nach Lkws und Lkw-Fahrern und damit zu einer Kosteninflation. Wir steuern die Lkw-Kosten durch den Einsatz von Container-Sand und eine integrierte Logistik, was hilft, diese Kosten auszugleichen.
— CEO Jeff Miller

Einer der positiven Nebeneffekte des jüngsten Ölpreiscrashs war die drastische Senkung der Dienstleistungskosten. Es gab einfach mehr Angebot als Nachfrage. In vielen Fällen würden Unternehmen wie Halliburton enorme Preisnachlässe gewähren, um ihren Marktanteil zu halten und nur die Betriebskosten zu erwirtschaften. Das ermöglichte es vielen Herstellern, die Kosten pro Bohrung zu senken und in einem kostengünstigeren Umfeld wettbewerbsfähiger zu werden.

Das ist in vielen Teilen des Landes nicht mehr der Fall, da Kapazitätsengpässe und Arbeitskräftemangel alles verteuern. Das ist eine schlechte Nachricht für die Produzenten, weil es wahrscheinlich bedeutet, dass die Break-even-Kosten steigen werden. Diejenigen, die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung einführen, dürften jedoch recht gut abschneiden. Als Beispiel nannte Miller Container-Sand, ein Konzept, das von zwei Produzenten eingeführt wurde: U.S. Silica Holdings (WKN:A1JS16) und Hi Crush Partners (WKN:A1J2SL).

Diese Unternehmen haben Sandtrichter entwickelt, um Fracht- und Ladezeiten in der letzten Meile um mehr als 75 % zu reduzieren. Das bedeutet, dass deutlich weniger Lkw benötigt werden, um die gleiche Menge Sand zu transportieren, und weniger Ausfallzeiten für die Hersteller. Beide Unternehmen sehen eine starke Nachfrage nach diesem Service, was sich in deutlich höheren Margen pro verkaufter Tonne Sand im Vergleich zu ihren Mitbewerbern niederschlägt.

Innovationen wie diese und Unternehmen, die heutzutage Technologien und Systeme zur Effizienzsteigerung entwickeln, werden in den kommenden Jahren unglaublich gut abschneiden, da jeder Teil der Lieferkette auf den Prüfstand kommen dürfte.

Werden Pipeline-Kapazitätsengpässe das Perm-Becken zerstören?

In der Branche wird viel über die Abnahmekapazität gesprochen. Aber in den letzten Wochen besuchte ich Kunden im Perm-Becken und es sieht nicht danach aus. Ich kann es in ihren Augen sehen. Sie fühlen sich wohl, wo sie sind und wie sie langfristig positioniert sind. Unterschätzen Sie diese Gruppe nicht. Sie sind konkurrenzfähig, werden herausfinden, wie man mit diesen Zwängen umgeht, und werden sich anpassen.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin nicht naiv. Aber wie wir bisher gesehen haben, werden unsere Kunden nicht alle gleich reagieren. Es gibt Kunden, die ihren Fokus von einem Becken zum anderen verlagert haben, und wir bleiben dran. Andere Kunden planen, ihre Aktivitäten kurzfristig zu reduzieren oder fügen weniger Anlagen hinzu als erwartet.
— Miller

Das Thema des Tages im Schieferbereich ist der Mangel an Pipelinekapazität, insbesondere im Perm-Becken. Die Produktion ist schneller gestiegen, als die Unternehmen Rohre verlegen konnten. Die wenigen Unternehmen, die Kapazitäten zur Verfügung haben, machen einen Riesenreibach, da die Transportkosten hoch sind.

Obwohl Millers Äußerungen über eine widerstandsfähige Branche ermutigend klingen, sollten die Anleger hier etwas genauer überlegen. Eine ähnliche Situation hatten wir vor einigen Jahren in weniger entwickelten Becken wie dem Bakken. EOG Resources war Vorreiter bei der Idee, das Rohöl aus Bakken über die Schiene zu transportieren, um es in Märkte zu liefern, in denen es keine Pipelines gab, wie die Ost- und Westküste, aber schließlich war die Produktion in der Region so abhängig von der Schiene, dass einige Produzenten bis zu 80 % der Produktion auf die Schiene verlagerten.

Das Problem mit der Bahn ist, dass sie unfallgefährdeter und viel teurer ist als Pipelines. Selbst wenn also Bahntransporte aus dem Perm Realität werden, könnte das nicht unbedingt zu höheren realisierten Ölpreisen in der Region führen.

Es gibt Pläne für mehrere neue Pipelines zwischen dem Perm und der Golfküste, und sobald sie in Betrieb sind, werden sie einen großen Teil dieses Problems lösen. In der Zwischenzeit sollten die Investoren jedoch darauf vorbereitet sein, dass die Produktion nicht mehr steigen könnte. Das würde auch zeigen, wie umsichtig die Produzenten mit ihrem Kapital umgehen. Diejenigen, die anfangen, nach kreativeren Wegen zu suchen, werden wahrscheinlich mehr Mühe auf sich nehmen, als die Sache wert ist.

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