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Basler-Aktie nach den Quartalszahlen: Alles Wichtige über den Industrie-4.0-Spezialisten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.11.2018, 09:04  |  384   |   |   

Wenn du den Namen Basler hörst, denkst du vermutlich an den ehemaligen Fußballer. Doch nicht nur früher auf dem Platz, sondern auch heute an der Börse ist der Name Basler einer, den man sich merken sollte.

Denn die Aktie der Basler AG (WKN: 510200), einem führenden Hersteller von Kameras und Kamerazubehör für die Industrie, der nichts mit dem Fußballer zu tun hat, hatte zuletzt einen echten Lauf: Von Anfang 2017 bis heute stieg der Kurs um mehr als 168 % an! (Alle Kurse und Bewertungsangaben in diesem Artikel: Schlusskurs vom 2. November 2018)

Können die kürzlich vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal 2018 diesen starken Anstieg rechtfertigen?

Die Zahlen im Überblick

Basler hat in den letzten Jahren erheblich von mehreren Megatrends profitiert, darunter die zunehmende Automatisierung und Industrie 4.0. Mit Baslers Lösungen können Unternehmen aus allen möglichen Branchen z. B. Kontroll- oder Sortierungsaufgaben automatisieren. Besonders spannend ist der Einsatz von Baslers Kameras in der Robotik, wodurch die Roboter „sehen lernen“.

In den letzten fünf Jahren stiegen die Umsätze um 21,8 % pro Jahr – ein stolzes Tempo. Wie sieht es im laufenden Jahr bisher aus?

01.01.–30.09.2018 01.01.–30.09.2017 Veränderung in %
Umsatz 116,4 Mio. Euro 121,1 Mio. Euro -3,9 %
Bruttoergebnis 57,9 Mio. Euro 61,3 Mio. Euro -5,5 %
EBIT 23,3 Mio. Euro 29,3 Mio. Euro -20,5 %
Gewinn je Aktie 5,37 Euro 6,37 Euro -15,7 %

Quelle: Neunmonatsbericht 2018 der Basler AG, eigene Berechnungen

An die extrem starke Entwicklung 2017 kann Basler dieses Jahr nicht anknüpfen. Das war jedoch erwartet worden: 2017 war für Basler ein absolutes Rekordjahr mit einem sensationellen Umsatzwachstum von etwa 54 % im Vergleich zu 2016. Eine Normalisierung war hier fast unausweichlich.

Dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zu Umsatz und Bruttoergebnis so stark nachließ, lag vor allem an gestiegenen Vertriebs- und Entwicklungskosten. Aus meiner Sicht besteht hier wenig Grund zur Sorge, dass Basler seine Ausgaben nicht im Griff hat: Vielmehr waren die Ausgabenquoten im Vorjahr aufgrund des unerwartet starken Umsatzes außergewöhnlich niedrig.

Baslers Bilanz sieht derweil weiter sehr gut aus: Basler ist zu 58,7 % mit Eigenkapital finanziert und verfügt über wesentlich mehr liquide Vermögenswerte als kurzfristige Schulden. In Anbetracht dieser komfortablen Situation ist es auch nicht weiter schlimm, dass Basler im Moment mehr Geld für Anlagenkäufe ausgibt, als durch das operative Geschäft hereinkommt. Denn Geld ist ja genug da.

Wie geht es weiter für Basler?

Ich bin optimistisch, dass Basler in den nächsten Jahren wieder zum Umsatzwachstum finden wird. Die diesjährige Stagnation kam optimal, um mit den Kapazitäten nachziehen zu können und sich für weiteres Wachstum zu positionieren.

In den nächsten Jahren sollten sich die Megatrends wie Industrie 4.0, zunehmende Automatisierung und Bildverarbeitung sowie das Internet der Dinge, die für Basler als Wachstumstreiber fungieren, wieder positiv auswirken können.

Denn hier schlummern gigantische Einsparpotenziale für Baslers Kunden, da Inspektionsprozesse durch Kameras sowohl günstiger als auch genauer durchgeführt werden können.

Ist die Aktie ein Kauf?

Nach meiner kurzen Analyse bin ich von Baslers Geschäft und den guten Aussichten im Grunde überzeugt. Bleibt die Frage, ob die Aktie auch eine gute Idee ist.

Auf Basis des von Analysten erwarteten Gewinns für dieses Jahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Basler-Aktie aktuell bei 28,7 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) beträgt 6,6. Ohne Zweifel preist der Markt hier schon eine weiter positive Unternehmensentwicklung ein – aber immer noch deutlich weniger als beim „großen Bruder“ ISRA Vision (WKN: 548810).

Sollte Basler seine Umsätze in den nächsten fünf Jahren wieder so steigern können wie in den letzten fünf, könnte die Aktie zum heutigen Kurs einen Kauf wert sein. Sollten die Wachstumsraten jedoch enttäuschen, wird wahrscheinlich auch die Performance der Aktie in den nächsten Jahren unterdurchschnittlich sein.

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